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Ministerpräsident besucht den Burgsommer in Kirkel

Hoher Besuch in Kirkel : Ministerpräsident beim Burgsommer

Töpfern, Schmieden, Bogenschießen – das alles und noch viel mehr können Kinder beim Kirkeler Burgsommer. An diesem Freitag gab sich auch Ministerpräsident Tobias Hans die Ehre – und griff auch selbst zu Pfeil und Bogen.

Wird Saar-Ministerpräsident Tobias Hans künftiger Verteidigungsminister? Folgt man einer lustigen Anekdote von Dominik Hochlenert, dem Sachgebietsleiter Kultur der Kirkeler Gemeindeverwaltung, dann könnte es vielleicht so kommen. Denn, wie sich Hochlenert mit einem Augenzwinkern erinnerte: Hans‘ Amtsvorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer übte sich dereinst auf der Kirkeler Burg im Bogenschießen – und wurde dann eben Verteidigungsministerin. Nun, zumindest im Bogenschießen tat es ihr Tobias Hans gegen Ende seiner Sommertour-Station auf der Kirkeler Burg am Freitag gleich. Ob auch der Ruf nach Berlin folgt? Darüber kann man trefflich in blauen Stunden philosophieren.

Am Freitag stand erstmal eine ausgedehnte Tour über den Kirkeler Burgberg und quer durch den „Burgsommer für Schulen“ auf dem Programm der Sommertour des Ministerpräsidenten. Mit dabei, neben Dominik Hochlenert, auch Kirkels Bürgermeister Frank John und die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang. Den „Tross“ komplett machten Peter Steffen als Vorsitzender des Förderkreises Kirkeler Burg und Christel Bernard, die Archäologin der Burg.

So vielköpfig ging es über Kirkels Wahrzeichen. Vorab gaben John und Hochlenert dem Ministerpräsidenten einen fixen Überblick über den „Burgsommer für Schulen“. Aus dem ganzen Saarland und der angrenzenden Westpfalz nutzten Schulen das Angebot auf der Kirkeler Burg, wusste die beiden zu berichten. Und mit 4000 Schülern über den Veranstaltungszeitraum in diesem Jahr betreue man trotz der wechselnden Corona-Auflagen eine große Anzahl von Kindern – und nur ein bisschen weniger als in den „üblichen“ Jahren. „Da sind es rund 5500“, konkretisierte Frank John. Er und Dominik Hochlenert mussten aber einräumen, dass es kein Burgsommer wie gewohnt sei, der Pandemie geschuldet. So falle das Selbsterkunden des Kirkeler Wahrzeichens durch die Kinder weg. Auch könne man manche Handwerke, wie die Bäckerei, aufgrund der Auflagen nicht anbieten, wie Hochlenert erklärte. „Das passt einfach von den nötigen Zeitabläufen nicht.“

Beim Gang durch das Handwerkerdorf am Fuße des Burgturms konnte sich Hans dann von zwei Dingen überzeugen: Zum einen davon, dass das Kulturamt der Gemeinde mit Dominik Hochlenert, Sarah Klein, Alexandra Stauden und Heike Scherer-Dahmen zusammen mit den Dozenten die nun in Sachen Ablauf deutlich anspruchsvollere Veranstaltung bestens im Griff haben. Die Klassen strikt voneinander getrennt, die Abläufe zeitlich genau getaktet – in Sachen Konzept haben sich die Burgsommer-Macher einges einfallen lassen, trotz aller damit verbundenen Herausforderungen. Davon konnte sich Hans ein Bild machen. Zum anderen erlebte der Ministerpräsident, mit wie viel Freude und Engagement die Mädchen und Jungen buchstäblich zu Werke gingen. Hans nahm sich da einiges an Zeit, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen und sich anzuhören, wie die so den Burgsommer auf der Kirkeler Burg erleben.

Vom Bogenschießen ging es zu den weiteren Angeboten, so zum Töpfern und zur Schmiede. An allen Stationen konnte der Ministerpräsident die Begeisterung erleben, mit der die Mädchen und Jungen zu Gange waren. Während es in diesem Moment des Besuchs von Hans auf der Kirkeler Burg eben um den „Burgsommer für Schulen“ ging, übernahmen danach Peter Steffen und Christel Bernard „das Kommando“. Im Fokus dann: Die Arbeit des Förderkreises Kirkeler Burg und die laufenden Ausgrabungen des Burgbrunnens.

Peter Steffen schilderte in aller gebotenen Kürze die Schwierigkeiten, die die Corona-Pandemie für den kulturtreibenden Verein mit sich gebracht hätten. Er konnte Tobias Hans aber auch mit auf den Weg geben, dass es trotz dieser Schwierigkeiten gelungen sei, im vergangenen Jahr und mit Unterstützung der Gemeinde und des Saarpfalz-Kreises einen zweiten Band zur Geschichte der Kirkeler Burg, im Detail mit Transskriptionen von historischen Kellerei-Rechungen, herauszubringen. An diesem Punkt seines Besuchs auf der Kirkeler Burg würdigte Tobias Hans ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement, das hinter solchen Leistungen stünde.

 Zuerst benügte sich Tobias Hans beim Bogenschießen mit einem Blick von Außen aufs Geschehen, später griff er dann selbst zum Bogen.
Zuerst benügte sich Tobias Hans beim Bogenschießen mit einem Blick von Außen aufs Geschehen, später griff er dann selbst zum Bogen. Foto: Thorsten Wolf

Danach ging es hinauf auf „halbe Höhe“ und zum Standort der Burgbrunnen-Ausgrabungen. Dort schilderte Christel Bernard dem Ministerpräsidenten den Stand der aktuellen Arbeiten. Die hätten den Förderkreis auf bislang 36 Meter in die Tiefe gebracht.

Wie tief könnte es noch gehen? Hier erklärte Tom Bronder, als hauptberuflicher Steiger und aktives Mitglied des Förderkreises verantwortlich für die Sicherheit der Tiefenausgrabung, dass man vielleicht noch bis auf 60, 65 Meter ausgraben müsse, „wenn es hart läuft. Wir schaffen jedes Jahr so sieben Meter. Wenn wir ganz runter müssen, dann brauchen wir noch so fünf bis sechs Jahre“. Von der Ausgrabung aus ging es dann weiter hoch bis auf das Plateau zwischen den beiden Burgtürmen – ein weiter Blicks ins Land mit inbegriffen.

In der Folge führte der Rundgang wieder zurück in Richtung Handwerkerdorf. Dort griff Tobias Hans dann doch zum Bogen – nachdem er zu Beginn seines Besuchs darauf erstmal verzichtet hatte. Zum Abschluss sollte dann die Burgschänke ihren großen Moment haben – als Schauplatz für einen gemütlichen Ausklang.

Ein wichtiger Hinweis: Auch wer nicht saarländischer Ministerpräsident oder Schüler ist, kann in diesem Jahr den Burgsommer auf der Kirkeler Burg erleben. In der zweiten Ferienwoche bietet das Kulturamt der Gemeinde den „Burgsommer in den Ferien“ an. Dann kann Jedermann und Jederfrau erleben, wie es mit den mittelalterlichen Handwerken war.

Wer sich für dieses Abgebot interessiert, der sollte vorab mit dem Kulturamt der Gemeinde unter (0 68 41) 80 98 40 oder per E-Mail an gemeinde@kirkel.de Kontakt aufnehmen. Aktuelle Infos gibt es auch unter https://www.kirkel.de/burgsommer/termine.