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Die Kita St. Josef St. Ingbert wird verlagert

Kita St.Josef St. Ingbert : Die Kita St. Josef zieht ins Pfarrheim um

Nach einem Wasserschaden steht die Einrichtung auf dem Hobels vor massiven Bauarbeiten. Die Ursache der Feuchtigkeit ist noch nicht geklärt.

Theresa Mader macht Pläne. Wie kann man eine Kindertageseinrichtung mit 70 Kindern in ein Pfarrheim verlagern? Sie ist die Leiterin der Kindertagesstätte St. Josef auf dem Hobels. Die Einrichtung, die in knapp zwei Jahren eigentlich ihren 30. Geburtstag feiern will, steht nach einem Wasserschaden vor neuen großen Herausforderungen.

Es begann damit, dass die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte an den Wänden knapp über dem Boden Feuchtigkeit bemerkten. Anfangs beobachteten sie die dunklen Flecken, informierten dann den Träger der Einrichtung, die Pfarrei Heiliger Ingobertus. Theresa Mader: „Das Wohl unserer Kinder hat allerhöchste Priorität. Deshalb haben wir als allererste Maßnahme Messungen vornehmen lassen, ob mit der Feuchtigkeit Schimmel oder irgendeine Luftbelastung einhergeht. Das ist nicht der Fall. Die Luftuntersuchung brachte keinerlei negative Ergebnisse.“ Die Wände wurden freigeräumt. Es fiel auf, dass rund die Hälfte des Bauwerks von der aufsteigenden Nässe betroffen ist. Der andere Teil ist trocken.

Eine Fachfirma wurde beauftragt, der Nässe nachzugehen. Die glaubte zunächst, in einem der Sanitärbereiche fündig geworden zu sein. Man brach den gefliesten Boden auf und erwartete eine geborstene Wasserleitung. Doch nichts dergleichen wurde gefunden. Die Bodenplatte ist nass, aber bislang ohne zu ortende Ursache. Vermutungen gehen in die Richtung der Versorgung der Toiletten mit Spülwasser. Eine Zisterne sorgt dafür, dass in Zeiten normaler Witterung die Toiletten mit Regenwasser gespült werden. Reicht das Regenwasser nicht, schaltet die Anlage um auf Leitungswasser. Weitere Untersuchungen in den kommenden Tagen sollen diese Anlage genauestens in Augenschein nehmen.

Die Kita hat Fachfirmen an Bord, sie hat ihre Versicherung über den Schaden informiert. Alle Fachleute gehen davon aus, dass massive Baumaßnahmen anstehen. Zunächst, um die Leckstelle zu finden, die derzeit dafür sorgt, dass die Bodenplatte offensichtlich großflächig im Wasser steht. Dann muss, sollte das Leck dauerhaft abgedichtet werden können, der Bau getrocknet werden. Das dauert. Außerdem wird ein Teil des Innenputzes untersucht werden müssen, ob er durch die Feuchtigkeit so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass er erneuert werden muss. Kurzum – ein geregelter Kindergartenbetrieb mit 70 Kindern und rund 20 Erzieherinnen ist in einem derart eingeschränkten Gebäude nicht zu machen. Die Kita braucht Ausweichräume.

Die Einrichtung wird umziehen. Das Pfarrheim auf dem Hobels wird schon umgerüstet, um die Einrichtung aufnehmen zu können. Coronabedingt ist derzeit die Nachfrage nach Veranstaltungsräumen ohnehin gegen null gesunken. Deshalb werden in Abstimmung mit allen Fachbehörden die Räume im Pfarrheim kindgerecht umgestaltet. Dazu gehört, dass Steckdosen gesichert werden, dass Türen so verkleidet werden, dass man sich nicht so schnell die Finger quetschen kann. Einige weitere, kleinere Maßnahmen stehen an. Anja Kutschenreuter vom Pfarrbüro Heiliger Ingobertus: „Wir wollen, dass die Kinder gut untergebracht sind. Warum sollten wir sie nicht im Pfarrheim einziehen lassen? Das ist allemal die beste Lösung, sie können zusammenbleiben und werden nicht auf andere Einrichtungen aufgeteilt.“

 Theresa Mader leitet die Kita St. Josef. In einem der Sanitärräume vermutete eine Firma den Ursprung der Durchfeuchtung. Sie wurde allerdings nicht fündig.
Theresa Mader leitet die Kita St. Josef. In einem der Sanitärräume vermutete eine Firma den Ursprung der Durchfeuchtung. Sie wurde allerdings nicht fündig. Foto: Peter Gaschott

Wann der Umzug ansteht, ist noch nicht bekannt. Theresa Mader: „Ich würde mir wünschen, dass wir bis Weihnachten in unserem Gebäude auf dem Hobels bleiben können. In dieser ohnehin nicht leichten Zeit für Eltern und Kinder wäre es schön, wenn wir ein wenig vorweihnachtliche Ruhe wahren könnten.“ Nach den Vorstellungen der Kindergartenleiterin wäre ein Umzug zwischen den Feiertagen relativ problemlos zu machen, da die Einrichtung dann ohnehin geschlossen sein wird. „Wir müssen immerhin mit allem, was wir hier haben, umziehen, mit Stühlen, mit Möbeln, Schränken und Unmengen Mobiliar. Das würden wir den Kindern in der Vorweihnachtszeit gerne ersparen.“ Die Krippengruppe, die in einem separaten Gebäude untergebracht ist, ist von Feuchtigkeit und Umzugsplänen nicht betroffen. In den nächsten Tagen wird eine weitere Fachfirma mit speziellen Ortungsverfahren die Bodenplatte der Kita untersuchen.