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Ingo-Bus in St. Ingbert fährt jetzt mit Hydrid-Technik

Neue Ingo-Busse in St. Ingbert : Im Säuselsound in den Stadtverkehr

Die roten Ingo-Busse in St. Ingbert fahren ab Januar mit neuer Technik. Clou der Flotte ist dann der Hybrid-Antrieb, der Energie und Lärm sparen soll. Die Buskunden finden aber auch in den Ingos viel Neues vor.

Das Besondere an dem Bus erschließt sich nicht sofort. Würde der rote Ingo nicht zwischen Rathaus und Landesverwaltungsamt stehen, sondern an einem Bussteig am benachbarten Rendezvous-Platz, die allermeisten würden garantiert ohne Zucken und Verzücken in das Gefährt mit den bekannten Design einsteigen, um an diesem kühlen Donnerstagabend rasch nach Hause zu fahren. Während es auf Anhieb schwer ist, Neues zu sichten, ist das aber Neues zu riechen. Der Busfahrer öffnet die Ein- und Ausstiegstür und sogleich ist jenes Gemisch aus Stoffbezug und Kunststoffdunst zu schnuppern, das nur in neuen Autos weht.

Rasch zeigen sich aber viele gute Gründe, warum der Oberbürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter, die Presse, die Behindertenbeauftragte, Vertreter des Seniorenbeirats und einige Busfahrer, die künftig mit dieser Karosse durch die Stadt kurven werden, mit großen Augen um den den neue Ingo herumwuseln. Ende dieses Jahres endet der mit Saarmobil 2016 abgeschlossene Vertrag zum Ingo-Bus. Aus diesem Grund wurde durch eine europaweite Ausschreibung ein neuer Vetragspartner gesucht. Den Zuschlag erhielt die der Saarbrücker Firma Reise Fischer GmbH. Die Firma übernimmt den Ingo-Bus für drei Jahre, mit einer Option auf eine zweijährige Verlängerung. Der Geschäftsführer von Reise Fischer, Tobias Harz, fährt nun erstmals einen roten Ingo vor. Denn mit dem Betreiber- wird es auch einen Modellwechsel geben. Statt der bisherigen Stadtbussen von Mercedes werden ab 1. Januar Citybusse von MAN auf dem „Linienbündel St. Ingbert“ verkehren.

Das St. Ingberter Stadtbusnetz umfasst acht Ingo-Bus-Linien und derzeit elf Linien mit sogenannten Schulbusverstärkern und obendrein die Linie 170, die von und zur Universität des Saarlandes fährt. Für ihren Betrieb werden sieben rote Ingos und ein Stadtbus gebraucht. „Alle Busse sind geliefert und für den Start im neuen Jahr einsatzbereit“, freut sich Thomas Diederichs, der Leiter der Abteilung Verkehr im St. Ingberter Rathaus.

 Praxistest der Rollstullrampe im neuen Ingo-Bus mit (von links) Oberbürgermeister Ulli Meyer, der Behindertenbeauftragten Jasmin Neger, Lieselotte Bur und Thomas Diederichs.
Praxistest der Rollstullrampe im neuen Ingo-Bus mit (von links) Oberbürgermeister Ulli Meyer, der Behindertenbeauftragten Jasmin Neger, Lieselotte Bur und Thomas Diederichs. Foto: BeckerBredel

Die eigentliche Attraktion des Abends benennt aber Oberbürgermeister Ulli Meyer: „Der ÖPNV in St. Ingbert wird nochmals verbessert. Vor allen wird aber der CO2-Ausstoß der Ingo-Busse geringer, weil diese künftig mit Hybrid-Technik ausgestattet sind.“ Jetzt schlägt die Stunde der Busexperten des Herstellers MAN. Sie schildern die Vorzüge des Modells mit dem EfficientHybrid-System, das das Zusammenspiel von Dieselmotor und Energiespeicher managt. Der Bus mit Sechs-Gang-Automatik kann elektrisch anfahren. Das spare Lärm und Energie. Während die Stadtbusse bisher im Schnitt 40 Liter Diesel pro 100 Innenstadt-Kilometer schluckten. verbrauche die neue Ingos zehn bis 15 Liter weniger. Die Hybrid-Technik wird den Buskunden im Inneren der Busse am ehesten durch den Motorkasten auffallen, der neben den hinteren Sitzplätzen steht. Der Kasten erinnert an eine Toilette, der aber die Tür fehlt.

Längst gelernt hat die Stadt ihre Lektion beider Ausschreibung für die Ingo-Busse. Dass wie zwischen 2016 und 2019 Überlandbusse über die Ingo-Linien quälen, war auch diesmal ein Tabu. Gefordert waren wieder echte Stadtbusse. Auch deshalb unterschieden sich die neue Ingos bei Abmaßen und Grundausstattung kaum von ihren Vorgängern. Gut 12 Meter lang und rund 2,70 Meter breit sowie mit 36 Sitz- und etwa 50 Stehplätzen bieten die neuen Ingos bewährte Optik.

Es gibt aber dennoch etliche neue Details zu entdecken, die Mitglieder des Seniorenbeirates und die Behindertenbeauftragte Jasmin Neger genau inspizeren. Etwa die vom Busfahrer ausklappbare Rollstuhlrampe, die vom Bussteig her einen topfebenen Zugang bietet und zu einer drei Sitzplätze breiten Zone führt, die für Rollstuhl, E-Scooter oder Kinderwagen gedacht ist.

Die Austattungsliste ist lang. So wird die neue Busflotte Drucker mit Touch-Display und der Möglichkeit der kontaktlosen Bezahlung bieten. Auch WLan ist installiert, es kann sogar bei QR-Code aktiviert werden. Die Busse verfügen über zwei Panoramaluken, die mehr Tageslicht ins Innere bringen, sowie LED-Beleuchtung, die in unterschiedlichen Farben leuchten kann. Des Weiteren sind elektrische Ein- und Ausstiegstüren verbaut, wodurch sich die Anfälligkeit und die Lautstärke im Betrieb reduziert werden soll. Und es gibt seitliche LED-Strahler, die den Ein- und Ausstieg durch mehr Licht für die Fahrgäste gerade in der Winterzeit verbessern. Als Extra-Ausstattung kann sogar am Busheck des Ingos ein Fahrradträger angebracht werden.