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Kolumne "Unsere Woche" St. Ingbert, Saarland 2021: Corona und Pandemie

Kolumne „Unsere Woche“ : Pandemischer Plauderton

Keine Sorge, es geht nicht nur ums Virus. Eher darum, wie wir mit ihm leben. Warum es trotz allem vorangeht.

Sie sind die neuen Botschafter Blieskastels. Und sie sind aus Holz, die Franziskaner-Mönche, die der Künstler Ralf Meisel geschaffen hat. Schlicht, dabei elegant geformt und aus heimischen Materialien hergestellt. Ein bisschen Botschafter ist auch Marc Szathmari, der in St. Ingbert den Hofländle-Laden betreibt. Auch er setzt auf heimische Produkte. Es tut gut, dieser Tage auf andere Gedanken zu kommen, wo doch wieder die Pandemie das Leben bestimmt.

Im Januar 2020 hatten die AH-Fußballer aus Rentrisch ihren Spendenscheck über 1000 Euro für den Kinderschutzbund St. Ingbert erwirtschaftet. Nur mit der Übergabe hatte man bis dieses Jahr gewartet, wegen – Sie wissen schon. Die neuaufgelegte Broschüre vom Kriegsende in Blieskastel ereilte ähnliches Schicksal. 2020 als Neuveröffentlichung vorliegend, wurde auch sie erst jetzt vorgestellt. Die Pandemie bestimmt. Für Ratssitzungen kommunaler Gremien zeichnet sich vielerorts wieder der Wechsel ins Digitale ab.

Aber es geht auch anders. Die Schermscha (Anspielung auf noble St. Ingberterinnen, die mit Schirmchen durch die Stadt flanierten), ein Verein für Sport und Freizeit, gründeten sich just in der pandemischen Hochphase 2020. Seitdem wächst die Zahl der Mitglieder. Lässt sich die Pandemie also umgehen? Nein, aber es lässt sich mit ihr leben. Für die Altstadt-Umgehungsstraße in Blieskastel war vor zehn Monaten Baubeginn. Vom Virus ließ man sich nicht knebeln, mittlerweile rollt auf der Umgehungsstraße der Verkehr.

In St. Ingbert wurde derweil der Impf-Turbo gezündet, der glücklicherweise Sonderimpfaktionen und eine weitere Eindämmung der Pandemie bedeutet, sich aber nicht negativ auf die Feinstaubwerte auswirkt. Deren Messung wird im Stadtgebiet – auf Ansinnen der Stadtverwaltung – nämlich nicht weiter verfolgt. Das liegt nicht an der Pandemie, sondern am wohl zu geringen Interesse von Messlaboren an Messungen. Und aus dem Flüsterasphalt für weniger Schallemissionen im Straßenverkehr, wird es auch nichts, wurde in diesem Zusammenhang im Ortsrat St. Ingbert-Mitte verlautbart.

Auf leisen Sohlen bewegte sich die Stadt aber scheinbar, als sie „eher ‚unauffällig’“ (heißt es im Artikel), das Neubaugebiet auf den Grün- und Waldflächen an „Oberer Rischbachstraße“ und „Nassauer Graben“ festlegte. Bei den Bürgern ist jetzt jedenfalls kein „Leisetreten“ angesagt. Trotz Pandemie samt 2G-Vorgaben und Dauerregen wurde Protest geübt – am frivolen Schlag in die grüne Lunge und der Missachtung des städtischen Slogans „Grünes St. Ingbert“.

Und für alle die, die sich in festlicher Stimmung üben wollen – trotz Pandemie – gibt es Buchempfehlungen direkt aus den saarländischen Buchläden. „Liebe in Zeiten des Hasses. Chronik eines Gefühls“ ist einer der Buchtipps, die in Erinnerung blieben. Über eine andere, weit schwerere Zeit wird darin teils im Plauderton geschrieben.