1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Pumpwerk soll Rohrbach gegen Überflutungen schützen

Ortsrat Rohrbach : Ein neues Pumpwerk soll gegen Überflutungen schützen

Es soll 2022 hinter dem Melfor-Gelände entstehen. Ortsrat Rohrbach vermisste zur Beratung einen Mitarbeiter des Abwasserbetriebes der Stadt.

Eigentlich hatte der Ortsrat Rohrbach am Mittwochabend vor, im Rahmen seiner Sitzung den Punkt „Kanal Obere Kaiserstraße/Pumpwerk Höhe Melfor“ zu beraten. Doch dazu kam es, zumindest nach der ursprünglichen Planung, nicht oder nur teilweise. Der Grund: Der zur Sachstandsklärung für die Parlamentarier und die Öffentlichkeit eingeladene Mitarbeiter der Abteilung Abwasserbetrieb bei der Stadtverwaltung erschien ohne Angaben von Gründen nicht.

Doch der Reihe nach. Die SPD-Ortsratsfraktion hatte bereits vor vier Jahren auf das Problem aufmerksam gemacht. Demnach herrsche, vor allem bei Starkregenereignissen, im Bereich der Oberen Kaiserstraße schnell eine Überflutungssituation. In diesem Jahr seit es dort bereits mehrmals dazu gekommen. Besonders stark betroffen sei der Bereich zwischen „Am Alten Forsthaus“ bis hinter der Kreuzung „Pestalozzistraße/Im Talgarten“, berichtete die SPD in einer Sitzungsvorlage. Vor allem hätte sich das Problem durch das Wasser hoch gedrückte und teilweise sogar weggeschwemmte Kanaldeckel bemerkbar gemacht. Deshalb haben die Sozialdemokraten den Punkt auf die Tagesordnung des Rates setzen lassen. Dieser tagte erstmals nach der fast 16-monatigen Corona-Zwangspause wieder im Bürgerhaus Rohrbach. Zwischendrin hatte man in der Stadthalle wegen der dort besseren Einhaltung der Abstände eine Art „Übergangsquartier“.

„Eigentlich ist geplant, bei Melfor ein Pumpwerk zu errichten. Wir können den Punkt nicht beraten. Es ist niemand da“, bemerkte Herdis Behmann, die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. „Das Pumpwerk sollte laut EVS 2022 gebaut werden“, erklärte Roland Weber (fraktionslos). Hintergrund ist, dass der Entsorgungsverband Saar auch eine Vergrößerung des Stauraumes für Schmutzwasser in der Industriestraße plane, so der Ortsvorsteher. Wie Weber weiter informierte, gibt es bereits seit Jahren unter der Kaiserstraße zwischen St. Ingbert und Rohrbach einen Kanal, der jedoch nie in Betrieb genommen und auch nicht an das System angeschlossen worden sei. Der Grund: Das fehlende Pumpwerk. Man könne den Kanal in der Mühlenstraße, nahe Fahrrad Theodor, sehen. Hintergrund ist, dass wegen der Höhe ein weiteres Pumpwerk, das bereits existiere, in Betrieb genommen werden müsse. Hinzu kommt das Wasser aus Spiesen-Elversberg. Somit reicht dieses vorhandene Pumpwerk nicht aus. Dabei ist das noch gar nicht so alt. Es wurde erst 2017 zusammen mit dem Abwassersammler für 7,65 Millionen Euro nach vier Jahren Bauzeit fertiggestellt. Der Grund für das geplante Pumpwerk 2 nahe Melfor in der Industriestraße. Dies wird aber nur zu realisieren sein, wenn das Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz es auch genehmigt. Erst dann kann mit der Ausschreibung und dem anschließenden Bau begonnen werden. Nach Baufertigstellung besteht somit die Chance, den bisherigen Hauptsammler entlang des Rohrbachs außer Betrieb zu nehmen. Dieser befindet sich im Rohrbachtal zwischen der „Mühlstraße“ und „Auf der Spick“. Das Abwasser aus Spiesen-Elversberg und Rohrbach wird dann über eine Druckleitung entlang der Landstraße 119 in Richtung St. Ingbert, mit dem Ziel Kläranlage Saarbrücken-Brebach, gepumpt. „Der Kanal ist schadhaft“, erklärte Ortsrats-Chef Weber den Mandatsträgern. Er müsse auf jeden Fall erneuert werden. Dieser Umstand sei im Rathaus aber hinreichend bekannt.

Doch die vorgesehenen neuen Rohre basierten auf Planungen aus den 90er Jahren des letzten Jahrtausends und seien hinsichtlich der Größe bereits überholt. Ihr Fassungsvermögen und Durchmesser reiche nicht aus. Die geplante Erneuerung sei nämlich nicht viel größer als die jetzigen, schadhaften Rohre, so Roland Weber. Das Thema wurde auf die nächste Sitzung, die im November stattfinden wird, vertagt.