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Saarpfalz-Kreis reißt Schulturnhalle und Hallenbad in Rohrbach ab

Schulturnhalle und Hallenbad vorm Abriss : Kreis hat große Pläne in Rohrbach

Die Schulleitung freut es, dass der Saarpfalz-Kreis ab diesem Jahr zwölf Millionen Euro in eine verbesserte Ausstattung der Gemeinschaftsschule in Rohrbach investiert. Für mehrere Vereine ist die Nachricht kurzfristig aber nicht so gut. Sie verlieren eine Trainingsstätte.

Anfang der vergangenen Woche hat die Kreisverwaltung an die „Nutzer der Turnhalle der Gemeinschaftsschule in Rohrbach“ ein Schreiben verschickt. „Die Abbrucharbeiten an der oben genannten Turnhalle beginnt am 1. April. Somit ist ab diesem Zeitpunkt auch die Durchführung des Vereinssports nicht mehr möglich“, heißt es. Was sich so bürokratisch anhört, hat es in sich. Jetzt soll starten, was in Rohrbach lange beginnen soll: Eine grundlegende Neugestaltung im weiten Umfeld der Gemeinschaftsschule. Über die wird seit 2015 grundsätzlich und seit 2018 mit konkreten Bau- und Finanzplänen gesprochen.

Dass bald große bauliche Veränderungen anstehen, hat der Saarpfalz-Kreis auf Nachfrage der SZ bestätigt. Konkret werden die Schulturnhalle und das ehemalige Rohrbacher Hallenbad abgerissen und an ihrer Stelle eine neue Sporthalle sowie ein neues Gebäude für die Gebundene Ganztagsschule entstehen. Die bisherige Schulsporthalle galt seit Jahren als teurer Sanierungsfall. Auch das ehemalige Hallenbad war seit seiner Schließung 2005 immer nur noch Thema, wenn es keine Chance auf weitere Verwendung zu beschreiben galt. Beide Gebäude eint im Übrigen die Bauzeit: Die Halle wurde 1971, das Bad 1974 in Betrieb genommen. Also zwei Klassiker aus jener Bauphase, die sich heute gern so darstellt: Es wurde schnell Platz geschaffen, aber es wurden auch schnell bauliche Probleme produziert.

Mit dem Rückbau der alten Halle und des ehemaligen Schwimmbads soll voraussichtlich noch vor den Sommerferien begonnen werden, kündigt die Kreisverwaltung an. „Der Rückbau wird wahrscheinlich sechs bis sieben Monate dauern“, sagt Jürgen Leroux, Fachbereichsleiter beim Immobilienmanagement des Saarpfalz-Kreises.

Vorm Anrollen der Abrissbirne geht es aber noch um die Vereine. Deren Sorge um eine Hallenschließung sind Kreis und Stadt schon lange bekannt. Denn seit in Rohrbach über eine Zwischenzeit ohne einen wichtigen Hallenstandort diskutiert wird, wollten die Vereinsvertreter wissen, wo es Ausweichquartiere gibt. Im aktuellen Brief verweist der Kreis die Vereine an Abteilung Vereine, Sport und Städtepartnerschaften bei der Stadtverwaltung St. Ingbert, wo die Suche nach einer neuen Trainingsmöglichkeit koordiniert würde.

Und die Stadt hat auch schon andere Trainingshallen für die fünf Nutzer aus den Vereinsreihen gefunden. Die KG Dann wolle ma emol, die TTG Rohrbach und die Prellball-Abteilung des Kneipp-Vereins Rohrbach können in die Rohrbachhalle ausweichen, der Badminton-Club Rohrbach in die Turnhalle der Rischbachschule. Noch offenen ist hingegen, wo der TV 66 Rohrbach unterkommt. Hier soll es wohl die Leibniz-Halle in St. Ingbert sein. Zu der gibt es aber noch Klärungsbedarf mit dem Kreis. Dieser Bedarf bei der Leibniz-Halle hatte sich im Vorjahr angedeutet.

Aber was wird die Rohrbacher erwarten, wenn sie wieder an alter Stelle trainieren? Geplant werden ein Ersatzneubau für die Sporthalle, die als Drei-Feld-Halle konzipiert sein wird und somit den Hallentyp darstellt, den die Stadt stets für die Vereine gefordert hatte. Zudem wird auf der frei werdenden Fläche hinter der Gemeinschaftsschule ein weiterer Trakt entstehen, der für die Gebundene Ganztagsschule genutzt werden kann. Die Neubauten werden mit den bestehenden Schulgebäuden verbunden sein, so Leroux. „Die Entwürfe zeigen für die beiden Neubauten zwei ineinander übergehende Kuben, die über den Altbau der Schule erschlossen werden.“ Der Bauexperte weiter: „Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei bis zweieinhalb Jahren ab einem möglichen Spatenstich im Frühjahr 2022.“

Die Nachfolger der maroden Gebäude sorgen für große Investitionen: Die Kosten für die geplante Drei-Feld-Sporthalle beziffert Jürgen Leroux mit 6,3 Millionen Euro. Etwa das Gleiche wird für das zusätzliche Schulgebäude fällig. Insgesamt werden schätzungsweise zwölf Millionen Euro an der Gemeinschaftsschule in Rohrbach investiert.

 Die Tage bis zum Abriss der Kombination aus Hallenbad und Sporthalle an der Gemeinschaftsschule Rohrbach sind gezählt.
Die Tage bis zum Abriss der Kombination aus Hallenbad und Sporthalle an der Gemeinschaftsschule Rohrbach sind gezählt. Foto: Cornelia Jung

Ums Geld gefeilscht wurde in jüngerer Vergangenheit zwischen Stadt und Kreis auch bei der Frage, wer wie viel der Betriebs- und Betreuungskosten für die neue Sporthalle übernehmen muss. „Zu den Bewirtschaftungskosten werden derzeit Gespräche geführt“, stellte Sandra Brettar, die Pressesprecherin des Kreises, auf Nachfrage fest.

Und was bedeuten die Pläne für die Schüler und Lehrer? Die Leiterin der Gemeinschaftsschule St. Ingbert-Rohrbach, Susanne Fritz, und ihr Lehrerteam haben laut dem Kreis einen Plan erstellt, wonach der Sportunterricht grundsätzlich in der Rohrbachhalle stattfinden kann. „Wenn der Betrieb dort auch wieder für Vereine möglich ist und der Zeitrahmen für den Schulunterricht begrenzt wird, wird man sich sehr genau abstimmen und von Seiten der Schule auf Alternativlösungen zur sportlichen Betätigung im Freien zurückgreifen“, wird beim Saarpfalz-Kreis als Träger der Gemeinschaftsschule auch schon für die Zeit möglicher Lockerungen geplant. 

Von größeren Beeinträchtigungen für den sonstigen Schulbetrieb durch die bald anstehenden Bauarbeiten geht die Kreisverwaltung nicht aus. Dass Abriss- und Bauarbeiten nicht frei von Lärm vonstattengehen, sei aber auch der Schulleitung bewusst.