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St. Ingbert: Neuer Schulleiter an der Albert-Magnus-Realschule

Albert-Magnus-Realschule St. Ingbert : Der neue Schulleiter kennt sich schon aus

Nach neun Jahren als Konrektor ist Marc Gothe ins erste Glied aufgerückt. Dort will er weiter für den guten Ruf der Schule sorgen.

Es scheint zu einer Tradition zu werden, dass an der Albert-Magnus-Realschule (AMR) scheidende Schulleiter durch ihren Stellvertreter ersetzt werden. Schon 2012 beerbte Konrektor Thomas Bonerz den langjährigen Schulleiter Helmut Kraus. Nun hat Bonerz wiederum den Staffelstab an seinen Stellvertreter Marc Gothe übergeben. Den überzeugte er im Übrigen vor neun Jahren höchstpersönlich davon, als Lehrer an die AMR zu wechseln. Kennengelernt hatten sich die beiden einige Jahre zuvor. Bonerz war während Gothes Referendariat dessen Fachleiter im Fach Physik. „Die Chemie stimmte von Anfang an“, sagt Gothe rückblickend. Auch nach dem Referendariat seien die beiden in Kontakt geblieben. Gothe unterrichtete an der Graf-Anton-Schule in Wadern Mathematik und Physik. Später halbierte der gebürtige Nalbacher seine Arbeitszeit im Schuldienst und beschäftigte sich parallel am Landesinstitut für Pädagogik und Medien mit Ideen zur Unterrichtsentwicklung. Bis der Anruf seines alten Weggefährten kam – der Gothe nach St. Ingbert lockte.

Seitdem hat der dreifache Familienvater als stellvertretender Schulleiter viele der Aufgaben kennengelernt, die ihn auch künftig erwarten. „Wir haben hier schon immer eine besondere Art der Zusammenarbeit gepflegt. Die Entscheidungen haben wir immer zusammen getroffen“, blickt der 45-Jährige zurück und gleichzeitig voraus. Denn dieses positive Arbeitsklima möchte er weiterhin pflegen. Als Stellvertreterin steht ihm zurzeit Mira Walter-Omlor zur Seite. Daneben ist nach Gothes Umzug ins Schulleiter-Büro dessen Stelle neu zu besetzen. Langfristig soll weiterhin ein Führungstrio die Fäden in der Hand halten.

Gothe will vor allem dafür sorgen, „dass wir weiterhin einen guten Ruf haben“. Weil es sich beim AMR um eine Privatschule handelt, sei das Renommee besonders wichtig. Zirka 550 Schüler verteilen sich derzeit auf sechs Klassenstufen. Jährlich gebe es 120 bis 145 Aufnahmeanträge. Weil das die Kapazitäten übersteigt, finden mit allen Eltern und potenziellen Schülern Auswahlgespräche statt. Neben der Identifikation mit den christlich geprägten Leitlinien der Schule, stehe dabei die Frage im Mittelpunkt, ob ein mittlerer Bildungsabschluss gelingen kann. Da es sich bei der AMR nicht um eine Gemeinschaftsschule, sondern um eine der ganz wenigen Realschulen handelt, gibt es nämlich keinen Hauptschulabschluss. „Die Erfahrung zeigt, dass unsere Schüler einen besonders qualifizierten mittleren Bildungsabschluss machen“, sagt Gothe nicht ohne Stolz. Viele Absolventen der AMR würden im Anschluss ihr Abitur machen. Andere würden gemäß ihres Berufswunschs eine Ausbildung beginnen oder die geeignete Fachoberschule besuchen.

Auf die Frage danach, was die AMR als Privatschule anders mache als staatliche Schulen, antwortet Gothe, dass die Unterschiede „eher in den Feinheiten“ sichtbar werden. „Wir wollen Angebote schaffen, die über den Standard hinausgehen“, sagt er.  Zum einen lässt sich das auf das Kollegium beziehen. Denn die Schule suche sich potenzielle Lehrkräfte selbst aus. „Wir suchen aktiv. Auch über die Landesgrenzen hinaus.“ Sobald sie an der AMR angekommen sind, werde darauf geachtet, dass die Lehrer nur in den Fächer unterrichten, die sie auch studiert haben.

Zum anderen nennt Gothe als Beispiele für das gewisse Etwas eine schuleigene Sternwarte oder 3D-Drucker, die in den vergangenen Jahren angeschafft worden sind. Das Geld dafür stammt unter anderem aus freiwilligen Spenden. Mit 25 Euro im Monat können die Eltern dabei helfen, die Renovierung einzelner Klassensäle voranzutreiben. Ein Muss ist das aber nicht. Da die AMR als staatlich anerkannte Ersatzschule entsprechende Mittel zugewiesen bekommt, können Schüler auch ihren Abschluss machen, ohne dass die Eltern etwas zuzahlen. „Wer was zahlt, bleibt geheim“, versichert der Schulleiter.

Verwaltet wird das Geld ohnehin nicht von der Schule selbst, sondern von der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH. Die Gesellschaft fungiert als Trägerin von sieben katholischen Privatschulen. Vier in Speyer, eine in Landstuhl und zwei in St. Ingbert. Dass wegen des katholischen Trägers ausschließlich Katholiken angenommen werden, ist ein Irrglaube. Im abgelaufenen Schuljahr waren rund 60 Prozent der Schüler katholisch, rund 25 Prozent evangelisch. Der Rest bestand aus Muslimen, Angehörigen sonstiger Religionsgemeinschaften oder konfessionslosen Kindern.