1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis

Schulturnhalle und altes Hallenbad in Rohrbach stehen vor dem Abriss

Schulturnhalle und altes Hallenbad werden dem Erdboden gleichgemacht : In Rohrbach steht der Abriss kurz bevor

Das alte Hallenbad und die Schulturnhalle werden bald endgültig Geschichte sein. Vorher durften noch einige Abschied nehmen.

Nicht mehr lange, dann rollen die schweren Bagger an. Die Schulturnhalle und das alte Hallenbad stehen vor dem Abriss. „In den nächsten Wochen“ sollen die Arbeiten beginnen, schreibt die Kreisverwaltung und erklärt: „Bevor der Rückbau des Gebäudes startet, muss eine Baustellenein- und ausfahrt modelliert werden, damit mit großem Gerät an den Gebäudekomplex herangefahren werden kann.“

In einem ersten Schritt sollen dann alle Schadstoffe gemäß dem Rückbaukonzept zurückgebaut und abgefahren werden. Den Abbruch selbst betrifft zuerst die Sporthalle, dann die Schwimmhalle. Dadurch werde das Baufeld vergrößert und biete so Platz für den Abbruch des Umkleide-/ Eingangsbereiches als Bindeglied zwischen Sport- und Schwimmhalle. Bis zum Jahresende soll der gesamte Abriss abgeschlossen sein.

Das alte Ensemble aus Schulturnhalle und altem Hallenbad wird einem Neubau aus zwei ineinander übergehenden Kuben für eine Dreifeld-Sporthalle sowie Räumen für eine gebundene Ganztagsschule weichen. Insgesamt werden schätzungsweise zwölf Millionen Euro in das Gesamtprojekt investiert. Die Räumlichkeiten im Schulneubau wurden in gemeinsamen Sitzungen an der Schule unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzeptes und unter Berücksichtigung der Ganztagsschulverordnung entworfen und ausgearbeitet. Dafür hat ein Team aus Lehrkräften und Mitarbeitenden des Technischen Immobilienmanagements des Saarpfalz-Kreises verschiedene Messen und Seminare sowie Schulen besucht, um einen zeitgemäßen und für die Schule optimalen Schulneubau zu planen. Es handelt sich hierbei um einen weiteren Schritt zum Ausbau der Gemeinschaftsschule als gebundene Ganztagsschule.

 Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach nutzte die letzte Gelegenheit vor dem Abriss für eine Übung im alten Hallenbad.
Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach nutzte die letzte Gelegenheit vor dem Abriss für eine Übung im alten Hallenbad. Foto: Sascha Berndt

Die Sporthalle war bis Ende April

noch offiziell in Betrieb stand pandemiebedingt für den Sportbetrieb allerdings schon länger nicht mehr zur Verfügung. Bevor die Schotten im Frühjahr endgültig dichtgemacht wurden, wünschten sich an erster Stelle die Rohrbacher Heimatfreunde, das Bad noch einmal betreten zu dürfen, um sich mit Fotos Erinnerungen an ihr Bad zu schaffen. Ein letzter Zutritt wurde auch weiteren anfragenden Vereinen gewährt.

Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach nutzte die Gelegenheit, an mehreren Terminen verschiedene realitätsnahe Rettungsübungen durchzuführen. Das war durchaus praktisch, denn mögliche Schäden am Objekt konnten ohne Konsequenzen in Kauf genommen werden.

Auch das THW St. Ingbert und das THW Perl zeigten sich dankbar, die Örtlichkeit noch einmal nutzen zu dürfen, beispielsweise für notwendige Ausbildungen: Da wurden unter anderem vermisste Personen von Einsatzkräften mit schwerem Atemschutz gesucht und gerettet und auch Rettungshunde band das THW mit ein. Ebenfalls wurden Teilnehmende der Grundausbildung in den Bereichen Gesteinsbearbeitung und Leitern ausgebildet.

Die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Rohrbach zeigten und zeigen sich ebenso rührig, wenn es um diese große Bauaktion geht. So schlugen sie vor, aus den gefällten Bäumen Möbel für ein „Grünes Klassenzimmer“ zu bauen und weiter Frühstücksbrettchen oder andere nützliche Utensilien zu fertigen. Die jungen Menschen aus der Nachhaltigkeits-AG zeigen sich hier besonders ideenreich. Ebenso wird ein Kunstprojekt mit Fotos vorbereitet.

Landrat Theophil Gallo freut sich, „dass wir nun bald mit dem von langer Hand geplanten Neubau beginnen können, zunächst natürlich mit dem Abriss des bestehenden Gebäudes. Ich freue mich für die Vereine, die sich auch noch am Schluss von dieser Einrichtung inspirieren ließen und einen Nutzen für sich daraus ziehen konnten.“

Während der Abbruch- und Bauarbeiten soll die Schulgemeinschaft nach Gallos Worten bestmöglich vor Beeinträchtigungen geschützt werden. Dass die umfangreichen Arbeiten aber nicht gänzlich ohne Baulärm vonstattengehen werden „liegt in der Natur der Sache“, so der Landrat.