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Uniklinik Homburg im Saarland: Notfallplan in Kraft, 2G-Plus-Regel, Teststau

Strenge Auflagen in Homburg : Uniklinik im Saarland: Notfallplan in Kraft, 2G-Plus-Regel, Test-Stau

Noch Anfang November gab es ein Angebot für Ungeimpfte am Uniklinikum: Sie konnten sich kostenlos testen lassen, wenn sie Patienten besuchen wollten. Jetzt kommen Ungeimpfte gar nicht mehr rein, und Geimpfte müssen sich zusätzlich testen lassen.

Am Uniklinikum in Homburg herrscht seit dieser Woche erneut Alarmstufe rot – wie zuletzt im Februar. Wie die Klinikleitung informierte, ist gemäß Stufenplan nun wieder die Notfallverordnung in Kraft getreten. Dazu gehört, dass Personalumschichtungen vorgenommen werden, um die zentralen Intensiv- und Covidbereiche zu stärken. „Dies bedeutet, dass es dann in einzelnen Kliniken, von denen Personal abgezogen wird, um die Corona-Bereiche mit Personal unterstützen, zu Einschränkungen kommen kann“, betont Marion Ruffing von der Pressestelle. Derzeit sind es 18 Personen, die mit einer Covid-Erkrankung im Uniklinikum stationär behandelt werden. Es waren im vergangenen Jahr um diese Zeit schon mal deutlich über 20. Also hat man die Situation noch gut im Griff.

Dennoch müssten Patienten mit Absagen und Terminverschiebungen von planbaren Eingriffen rechnen. Dazu gehören zum Beispiel orthopädische Eingriffe. Stationäre Aufenthalte werden somit nur bei dringenden, nicht aufschiebbaren Fällen gewährt. Die Situation bleibe dynamisch, so dass die unterstützenden Klinikbereiche turnusmäßig wechseln werden, hieß es weiter. Der Personalbedarf werde je nach Corona-Lage angepasst.

Die Akut- und Notfallversorgung sei gewährleistet. Dies gelte, gemäß hippokratischem Eid, natürlich auch für ungeimpfte Personen, „denn keinem Menschen wird bei einem Notfall der Zugang ins Klinikum verwehrt werden“, so Marion Ruffing weiter, lediglich Begleitpersonen dürften nicht mit hinein, es sei denn, es handele sich um Kleinkinder oder sehr gebrechliche Menschen, die ohne Begleitung hilflos seien. Dann gelte aber auch da die 2G-plus-Regelung, also genesen, geimpft plus negativer Test.

Die Besucherregeln am Uniklinikum waren Anfang November erst umgestellt worden. Denn nachdem die Tests – so war noch Ende Oktober deutschlandweit der Plan – kostenpflichtig hätten werden sollen, hatte das Uniklinikum ein entgegenkommendes Angebot für Besucher gemacht: man konnte sich täglich von 14.30 bis 15.30 Uhr kostenlos für einen Patientenbesuch testen lassen. Das betraf ausschließlich Besucher ohne vollständigen Impfschutz beziehungsweise Genesenen-Status.

Und jetzt? „Ohne Impfung kommt man gar nicht mehr rein“, so Marion Ruffing, „und zusätzlich zur Impfung muss man sich nun auch noch testen lassen.“ Angesichts der neuen Corona-Lage war klar, dass das ursprüglich für eine kleine Besuchergruppe eingerichtete Testzentrum am Uniklinikum völlig überfordert war. Zuvor nur für die ungeimpfte Minderheit eingerichtet, war es plötzlich Anlaufstelle für alle Besucher. Es sei dort, so einige Beobachter, am vergangenen Freitag zu unschönen Szenen gekommen. Die Wartezeit auf den Test habe wegen des Andrangs ewig gedauert, und als man endlich durch war, war die Besuchszeit vorbei.

Deshalb bat Marion Ruffing dringend darum, dass Besucher sich vorher in einem der externen Testzentren testen lassen sollten, bevor sie zum Uniklinikum kämen. „Hier in unserem Testzentrum ist das einfach nicht zu schaffen“, sagte sie. Da nun die Tests nicht mehr kostenpflichtig seien, sei das Vorhalten kostenloser Besuchertests am Uniklinikum ohnehin hinfällig geworden.

Wichtig ist auch die Eintragung für Besuchspersonen: es ist nur möglich, Patienten zu besuchen, wenn man sich vorher hat vormerken lassen. Das heißt, man muss seinen Besuch bei der entsprechenden Station zuvor anmelden, der Besuch wird dann vorgemerkt. Erst auf diese Eintragung hin kommt man überhaupt in den Kreis der Besuchsberechtigten. Ausnahmen werden nur bei Notfällen gemacht, also bei Kindern oder bei sehr schwer kranken Patienten, die man als Angehöriger dringend besuchen möchte.

Hat man es mitsamt Impfung, Test und Eintragung in die Besucherliste geschafft, um bis ans Krankenbett vorzudringen, gilt nach wie vor folgende Besuchs-Regelung: alle Patienten dürfen einmal täglich bis zu einer Stunde von einer Person besucht werden. Es ist die „Eins-Eins-Eins-Regelung“: eine Person eine Stunde an einem Tag. Der Besuch muss sich zwischen 15 und 18 Uhr abspielen, in begründeten Ausnahmen kann hiervon abgewichen werden, etwa bei Palliativpatienten, Kindern und kritisch Erkrankten sowie bei im Schichtdienst arbeitenden Besuchspersonen.

 Was natürlich auch bestehen bleibt, ist die Test- und Dokumentationspflicht. So muss sich jede Besuchsperson noch einmal beim Betreten eines Gebäudes eintragen, damit die Kontaktnachverfolgung gewährleistet ist.

Und selbstverständlich gilt nach wie vor, dass man in keinem Fall Symptome einer möglichen Covid-19-Infektion aufweisen darf, betont die UKS-Pressestelle. Wer also unter Atemnot, neu auftretendem Husten, Fieber, Geruchs- oder Geschmacksverlust leidet, muss unbedingt draußen bleiben. Alle Informationen mitsamt den Stellen. an die man sich wenden muss, findet man auch im Internet unter der Adresse:

 Wer Patienten besuchen möchte, muss entweder geimpft oder genesen sein und  einen Negativtest vorlegen.  Besucher müssen  sich zudem vorher auf der entsprechenden Station registerieren lassen.
Wer Patienten besuchen möchte, muss entweder geimpft oder genesen sein und  einen Negativtest vorlegen.  Besucher müssen  sich zudem vorher auf der entsprechenden Station registerieren lassen. Foto: dpa/Patrick Seeger

www.uniklinikum-saarland.de/de/aktuelles/info_portal_corona_virus/