1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

1000 Arbeitspl?tze im Werk von Nobilia auf Lisdorfer Berg (Saarlouis)

1000 neue Arbeitspl?tze : Nobilia wird zum Jobmotor f?r Saarlouis

Der K?chenhersteller will ab Ende des Jahres auf dem Lisdorfer Berg produzieren. In dem neuen Werk sollen einmal 1000 Menschen arbeiten.

Auf der gro?en Baustelle im Industriegebiet Lisdorfer Berg bei Saarlouis geht es voran. Die Hallenw?nde stehen, das Dach ist fast ?berall drauf. Hier entsteht das neue Werk des ostwestf?lischen K?chenherstellers Nobilia. ?Wir liegen gut im Zeitplan?, sagte Gesch?ftsf?hrer Lars Bopf am Freitag. Zeitnah soll mit der ?Industrialisierung? begonnen werden, also dem Aufbau der Maschinen. ?ber die Investitionssumme machte er keine genauen Angaben. Bisher hatte er nur angedeutet, dass der Betrag wohl im dreistelligen Millionenbereich liege werde. Im vorigen Jahr investierte das Unternehmen laut dem am Freitag ver?ffentlichten Gesch?ftsbericht insgesamt 131,5 Millionen Euro.

Das Nobilia-Werk ist die gr??te Industrieansiedlung im Saarland seit den 70er Jahren. Auf einer Hallenfl?che von 140 000 Quadratmetern sollen dort k?nftig t?glich 1600 K?chen produziert werden. Insgesamt 1000 Menschen sollen hier einmal Arbeit haben. Dieses Ziel hatte das Unternehmen von Anfang an genannt, und ?als langfristige Zielgr??e bleibt es dabei?, bekr?ftigte Bopf die Pl?ne.?

?Wir werden zun?chst mit einer kleinen Zahl an Mitarbeitern starten. Das Hochfahren des Werkes wird in Abh?ngigkeit von der Marktentwicklung erfolgen?, sagte er. Knapp 20 Mitarbeiter h?tten sich bereits seit 2018 mit dem Aufbau des Werkes in Saarlouis befasst. Seit Jahresbeginn seien dann rund 30 Mitarbeiter f?r die Produktion eingestellt worden. Die meisten absolvierten gerade ihre Einarbeitung am Stammsitz des Unternehmens in Verl bei G?tersloh. ?Bis Mitte des Jahres suchen wir noch einmal in etwa die gleiche Anzahl an Mitarbeitern zur Vorbereitung auf den Produktionsstart?, sagte Bopf.

Anscheinend finden dort zurzeit bereits Menschen Arbeit, die wegen der Krise in der Auto- und Stahlbranche eine neue Stelle suchen. ?Wir haben von vielen unterschiedlichen Unternehmen aus der Region Mitarbeiter gewinnen k?nnen, darunter auch Mitarbeiter mit Erfahrungen aus der Automobil-, Automobilzuliefer- und Stahlindustrie?, sagte Bopf. Grunds?tzlich sei das Interesse an den Arbeitspl?tzen bei Nobilia gro?.??Der Eingang an Bewerbungen ist sehr hoch?, sagte Bopf. Die Qualifikation der Bewerber sei gut, doch nur wenige verf?gten ?ber Erfahrungen in der Holzverarbeitung.

Der K?chenhersteller hat viel vor mit seiner neuen M?belfabrik auf dem Lisdorfer Berg. Sie ist offenbar ein wichtiger Baustein in der Unternehmensstrategie. ?Das zuk?nftige Wachstum von Nobilia wird im Wesentlichen ?ber diesen neuen Standort realisiert werden?, sagte Bopf. Das Werk liegt nah am wichtigsten Exportmarkt von Nobilia, n?mlich Frankreich. 43 Prozent der Exporterl?se erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr bei den franz?sischen Nachbarn. Doch es sollen auch andere west- und s?deurop?ische M?rkte von Saarlouis aus bedient werden.

Gerade im Export hat Nobilia im vorigen Jahr kr?ftig zugelegt. Besonders hoch waren die Wachstumsraten laut Gesch?ftsbericht in Frankreich und Spanien. Insgesamt wuchs der Umsatz im Ausland demnach um 9,5 Prozent auf rund 641 Millionen Euro. Im Inland gab es nur ein Plus von 0,7 Prozent auf rund 647 Millionen Euro. Auch f?r dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit h?heren Exporterl?sen.

Die Gesch?ftsf?hrung richtet Nobilia seit langem stark auf Wachstum aus. In der Zeit von 2010 bis 2019 ist der Umsatz von 783 Millionen auf 1,288 Milliarden Euro gestiegen ? also um fast zwei Drittel. Allein im vergangenen Jahr legten die Erl?se um 4,9 Prozent zu.??Damit ist Nobilia beinahe doppelt so stark gewachsen wie die Branche in G?nze?, hei?t es im Gesch?ftsbericht.

 Nobilia in Zahlen
Nobilia in Zahlen Foto: SZ/M?ller, Astrid
 Nobilia-Gesch?ftsf?hrer Lars Bopf hat gro?e Pl?ne f?r das Saarlouiser Werk.
Nobilia-Gesch?ftsf?hrer Lars Bopf hat gro?e Pl?ne f?r das Saarlouiser Werk. Foto: Ruppenthal

Einen wesentlicher Grund f?r das aktuelle Wachstum sieht das Unternehmen in der robusten Binnenkonjunktur. Im besonderen profitiere die K?chenm?belindustrie von der zur?ckhaltenden Nachfrage der Verbraucher nach Autos. Der Dieselskandal und die Unsicherheit, welche Motorentechnik sich durchsetze, ver?nderten Kaufentscheidungen: mit der Folge, ?dass die K?che und die Wohnungseinrichtung f?r viele Endkunden immer bedeutender werden und dem Auto den Rang ablaufen?, schreibt Nobilia ?ber die Gesch?ftsaussichten f?r 2020.