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Ärger für Globus in Dresden – so reagiert das Unternehmen in St. Wendel

Ärger um Großprojekt : Heftiger Gegenwind für Globus in Dresden – so reagiert das Unternehmen in St. Wendel

Ein neuer Globus-Markt soll in der sächsischen Landeshauptstadt entstehen. Doch in Dresden formiert sich Widerstand gegen die Pläne. Auf Anfrage der SZ meldet sich nun das Familienunternehmen in St. Wendel zu Wort.

Auf einer Verkaufsfläche von 10 000 Quadratmetern sollen die Menschen künftig in Dresden bei Globus einkaufen können. Mitten in der City. Diesen Plan treiben jedenfalls der Familienkonzern in St. Wendel sowie die Landeshauptstadt in Sachsen voran.

Doch mittlerweile besteht teils erbitterter Protest gegen das Vorhaben. Sowohl Kommunalpolitiker als auch Einzelhändler kritisieren das Projekt, welches nach Medienberichten 2025 an den Start gehen soll. Sie befürchten unter anderem, dass dadurch bisher funktionierende Einkaufsstrukturen in der Innenstadt zerstört werden.

Was sagt Globus zu dem Protest in Dresden?

Globus setzt unterdessen nach wie vor auf eine „neue moderne Markthalle“ in Dresden. Das teilt eine Pressesprecherin auf SZ-Anfrage mit. Den Dresdnern solle „ein bisher nie da gewesenes Angebot“ ermöglicht werden, wird in der schriftlichen Mitteilung Enrico Wilde zitiert. Er ist Bereichsleiter für die Standortplanung in der Region Nord, Ost und Bayern.

Das Unternehmen aus dem Saarland prüfe mit der Stadt Dresden „alle relevanten Themen eines Neubaus“. Mit den „öffentlichen Entscheidungsträgern“ werde „nach der besten lokalen Lösung für den Standort“ gesucht. Was konkrete Angaben dazu betrifft, schweigt Globus.

Was plant Globus konkret in Dresden?

Fragen zum Projekt lässt die Pressestelle unbeantwortet. Und begründet dies mit der „frühen Planungs- und Konzeptionsphase“, in der sich Globus befinde.

So gibt es aktuell keine Informationen dazu, ob es Gespräche zwischen Management und Gegnern gab oder geben wird. Ebenfalls bleibt offen, was Globus konkret in Dresden hinsichtlich Verkaufsfläche, Angebot, avisierten Eröffnungstermin sowie Mitarbeiterzahl vorhat.

Dafür nennt der Handelsverband Sachsen (HVS) Zahlen. Seine Mitglieder, darunter Edeka und Rewe, zeigen sich als erbitterte Gegner des Großprojekts in der City nahe der Dresdener Altstadt. So befürchten sie eine erdrückende Marktmacht durch Globus. Denn Globus biete 100 000 Produkte an, wovon 50 Prozent nicht einmal Lebensmittel seien.

Das ist die Kritik der Gegner eines Globus-Marktes in der Innenstadt

Sollte Globus nach Dresden kommen, würden nach HVS-Schätzungen dem Einzelhandel 45 Millionen Euro Jahresumsatz entgehen. Die Innenstadthändler hätten schon heute mit der Konkurrenz großer Anbieter vor den Toren der Stadt zu kämpfen. Ein innerstädtisches Einkaufszentrum wie das von Globus geplante würde das Problem verschärfen.

Nicht nur aus der regionalen Wirtschaft kommt Kritik. Auch eine klare Mehrheit sprach sich in zwei Stadtbezirksräten gegen eine Globus-Ansiedlung in der bislang vorgesehenen Größenordnung vor. Allerdings haben diese Entscheidungen keine aufschiebende Wirkung auf die städtischen Pläne. Die beiden Gremien haben in dieser Angelegenheit nur beratende Funktion. Auch zu diesem Votum äußert sich Globus nicht.