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Angebot von Corendon am Flughafen Saarbrücken, Ensheim, für Urlaub

Neue Angebote für den Urlaub : Corendon Airlines startet am Flughafen Saarbrücken

Am Flughafen Saarbrücken ist ein neuer Anbieter hinzugekommen. Im Programm hat er nicht nur Sommerziele.

Die Boeing fliegt auf die Landebahn in Saarbrücken-Ensheim zu, setzt auf, bremst ab, dreht auf dem Rollfeld um, steuert Richtung Parkposition – und dann schießen aus den Wasserkanonen der beiden Spalier-stehenden Feuerwehr-Lkw hohe Fontänen auf die Maschine. Mit dieser Tauf-Zeremonie begrüßt der Flughafen traditionell neue Airlines, wenn sie sich entschließen, von Saarbrücken aus zu starten: Am Samstag wurde Corendon Airlines so willkommen geheißen. Die weißen Maschinen mit dem roten Schriftzug werden jetzt regelmäßig in Ensheim starten und landen. Die Premiere war eigentlich schon am Freitag, das Begrüßungsritual war aber für den Tag darauf angesetzt.

Ursprünglich wollte Corendon bereits im Mai vergangenen Jahres in Saarbrücken den Betrieb aufnehmen. Corona vereitelte die Pläne der Touristik-Gruppe. Gut ein Jahr später geht es aber doch los. „Das ist ein wunderschönes Signal für den Aufbruch am Flughafen, ein Signal, dass das Geschäft zurückkommt“, nachdem der Betrieb wegen der Pandemie ruhen musste, sagt Flughafen-Aufsichtsratschef Jürgen Barke (SPD).

Thomas Braun, Repräsentant des Unternehmens in Deutschland, ist guter Dinge. „Wir wissen, dass die Saarländer gerne fliegen und es einen Link zum französischen Markt gibt. Für uns ist Saarbrücken ein wirklich wichtiger Standort“, sagt er. Neben den Flughäfen Basel und Karlsruhe/Baden-Baden stärke das Unternehmen mit der Präsenz in Saarbrücken seine Strategie, „im Südwesten ein dichtes Angebot zu schaffen“ und dabei auch den französischen Markt im Blick zu haben, sagt Unternehmenschef Yildiray Karaer. „Mit Saarbrücken nehmen wir nun den 22. deutschen Abflughafen in unser Streckennetz auf“, sagt er. 25 Ziele rund ums Mittelmeer würden angeflogen.

Corendon hat Firmensitze in Antalya, Amsterdam und Malta. Zu dem Unternehmen mit seinen mehr als 1300 Mitarbeitern gehören nach Angaben Brauns drei Fluggesellschaften, zwei Reiseveranstalter und zehn Hotels. Die Flugzeugflotte besteht demnach aus 28 Maschinen des Typs Boeing 737-800 mit jeweils 189 Sitzen. Seit 2014 ist Corendon am deutschen Markt tätig und hat seitdem laut Karaer sein Sitzplatzangebot mehr als verzehnfacht.

„Wir haben jetzt mit Antalya, Heraklion und Hurghada für unsere Verhältnisse für Saarbrücken ein relativ großes Flugprogramm“, sagt Braun. Corendon fliegt ab Saarbrücken-Ensheim jeweils zweimal in der Woche nach Heraklion und Antalya. Einmal wöchentlich soll es künftig auch nach Hurghada (Ägypten) gehen. Das ist vorerst wegen der Pandemie aber noch nicht möglich. Ägypten ist als Hochrisikogebiet eingestuft. Die Fluggesellschaft plant auch Angebote für den Winter: Zwei Mal in der Woche ist Antalya das Ziel und jeweils einmal Fuerteventura und Las Palmas auf Gran Canaria. In der Sommersaison 2022 will Corendon das Programm von diesem Jahr um einen weiteren Anatlya-Flug in der Woche ausweiten. Dass Corendon nach Saarbrücken gekommen ist, wertet Wirtschaftsstaatssekretär Barke als „Zeichen, dass diese Region für Flug­unternehmen reizvoll ist“ und der Flughafen im Wettbewerb Potenzial hat. Positiv für Flughafen wie für Kunden sei, dass Corendon nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter ab Saarbrücken fliege, sagt Barke. Die getaufte Maschine kam aus Heraklion, der Hauptstadt Kretas, und fliegt nach kurzem Stopp wieder dorthin – gut gefüllt mit Urlaubern. Die Lust auf Ferien ist offenbar groß. „Wir freuen uns riesig auf den Urlaub, um diese Freiheit mal wieder zu genießen. Wir waren lange genug eingesperrt“, sagt eine Reisende aus Trier. Ähnlich äußern sich andere Fluggäste. Corendon-Repräsentant Braun berichtet für die Airline von stark steigenden Buchungszahlen. „Das Buchungsverhalten ist seit sechs, sieben Wochen extrem positiv“, sagt er.

Auch am Flughafen Saarbrücken ist wieder mehr los. „Man merkt, dass die Leute fliegen wollen“, sagt Barke. Seit Anfang Juni ziehe der Betrieb an, so Flughafenchef Thomas Schuck. Im Juli rechnet er mit 40 bis 50 Flügen pro Woche. Vor zwei Jahren, also vor Corona – seien es zwischen 60 und 70 gewesen. Bis Mai seien die rund 100 Flughafenmitarbeiter in Kurzarbeit gewesen, innerhalb der nächsten acht Tage werde die Belegschaft wieder komplett arbeiten, kündigte er an. Barke erwartet nun, dass der Flughafen bis Jahresende auf etwa 150 000 Passagiere kommt. Das wäre zwar weniger als die Hälfte des Aufkommens im Vor-Corona-Jahr 2019, aber etwa dreimal so viele Fluggäste wie 2020. Und Neuling Corendon soll zu diesem Aufwärtstrend beitragen.