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Anke Rehlinger will mehr Windräder und Solaranlagen im Saarland

Neue Ziele für erneuerbare Energien : So will das Saarland die Flächen für Windräder verdoppeln

Die Landesregierung hat sich auf einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien verständigt. Die Flächen für Windräder sollen verdoppelt werden. Wie soll das gehen?

Doppelt so viel Strom wie bisher sollen im Saarland im Jahr 2030 aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das ist das Ziel des Energiefahrplans, den der Ministerrat am Dienstag beschlossen hat. 40 Prozent des saarländischen Stromverbrauchs von insgesamt durchschnittlich 8000 Gigawattstunden im Jahr sollen dann von hiesigen Windrädern, Solaranlagen, und daneben auch von Biomasse- und Wasserkraftwerken kommen. „Mindestens“ 40 Prozent, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Im vergangenen Jahr hatte das Saarland die 20-Prozent-Quote erreicht. „Wenn unsere Kinder und Enkel noch eine bewohnbare Erde haben sollen, muss die Welt handeln, muss Deutschland handeln und muss auch das Saarland handeln“, begründet Rehlinger die neuen Ausbauziele. Auch wenn der Energiefahrplan „ein Gesetz und keine Verordnung“ ist, ist dessen Umsetzung „für mich ein Muss“, bekräftigt sie die damit formulierte Selbstverpflichtung.

Der Energiefahrplan setzt vor allem auf den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Das größte Potenzial steckt demnach in der Errichtung neuer Windräder. Zurzeit liefern nach Angaben der Ministerin mehr als 200 Windräder mit rund 500 Megawatt Leistung etwa 1050 Gigawattstunden Strom im Jahr. Diese Strommenge lasse sich bis 2030 um 1100 Gigawattstunden steigern. Dafür müssen die Kommunen dem Energiefahrplan zufolge doppelt so viel Fläche wie bisher als Konzentrationszonen für Windkraft ausweisen. Bislang umfassen sie zwei Prozent der Landesfläche. 0,7 Prozent der Landesfläche sind tatsächlich genutzt. Die Hälfte der Konzentrationszonen stehe aufgrund unterschiedlicher Einschränkungen nicht für die Windkraft zur Verfügung.

Rehlinger will nun bei den Kommunen darum werben, dass sie mehr Flächen für Windkraft ausweisen und sie auch – finanziell – bei der Planung unterstützen. Um die Akzeptanz von Windrädern vor Ort zu steigern, setzt der Energiefahrplan auf eine finanzielle Beteiligung von Kommunen und Bürgern an den Gewinnen von Windkraftanlagen. Potenzial sieht der Energiefahrplan auch beim Ersatz alter Windräder durch neue, leistungsstärkere (Repowering). Diese gesamte Planung setzt voraus, dass sich an den aktuell geltenden Rahmenbedingungen nichts ändert. Rehlinger hält es aber für sinnvoll, die von der CDU durchgesetzten Einschränkungen von Windkraft im Staatsforst zu überdenken. „Wir müssen überlegen, ob wir uns eine solche Gesetzgebung, wenn wir wirklich ernstmachen wollen mit der Erreichung der Klimaschutzziele, weiterhin erlauben können“, sagte sie.

Neben der Windkraft soll die Photovoltaik massiv ausgebaut werden. Dabei ist laut Energiefahrplan eine Steigerung der Strommenge um 700 Gigawattstunden bis zum Jahr 2030 möglich. Derzeit liefern Solaranlagen jährlich 470 Gigawattstunden. Das Saarland will zum einen Hausbesitzer motivieren, Dächer mit Solaranlagen auszustatten. Speziell will das Wirtschaftsministerium ein Programm auflegen, mit dem der Einbau von Stromspeichern ergänzend zur Solaranlage unterstützt werden soll. Angedacht ist ein drei- bis fünfjähriges Programm, das jährlich bis zu 1000 Projekte fördert, etwa mit 1000 Euro für einen Zehn-Kilowattstunden-Speicher. Auch müsse das Land bei Neubauten wie auch bei Dachsanierungen als Vorbild vorangehen. „Das hätte schon umgesetzt werden können“, stichelt Rehlinger in Richtung Bauminister Klaus Bouillon (CDU).

Der Energiefahrplan beinhaltet darüber hinaus ein Programm zu Energieeffizienz. 24 Maßnahmen werden vorgeschlagen, darunter Investitionsförderungen etwa für Handwerk, Handel und Dienstleistungen sowie Beratungsangebote. Der umfangreichste Posten ist eine Offensive zur Sanierung von Gebäuden des Landes. Insgesamt kalkuliert die Effizienzinitiative für Maßnahmen in der Landesverwaltung mit 92 Millionen Euro bis 2030. Die anderen Programme zur Energieeffizienz werden mit 34 Millionen Euro veranschlagt, wobei bis zu 25 Millionen von der EU kommen könnten.