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Blieskastel: Was Berufseinsteiger beim Tag des Handwerks erwartet

Warum Ali Aljasem Almohammad Elektriker werden will : Was junge Leute am Tag des Handwerks in Blieskastel erwartet

120 Handwerker stellen am Samstag in Blieskastel ihre Berufe vor. Das Saar-Handwerk wirbt damit um Nachwuchs. Der 19-jährige Ali Aljasem Almohammad zeigt zum Beispiel, was Elektriker tun. Die Besucher erwartet aber noch viel mehr.

Seit gerade mal sieben Wochen ist er in der Ausbildung, und schon ist Ali Aljasem Almohammad in Blieskastel am Tag des Handwerks richtig gefordert: Er zeigt den Besuchern am Stand der Elektrotechniker Arbeiten an einem Zählerschrank. „Ich bin auf jeden Fall aufgeregt“, sagt der 19-Jährige, der seine Lehre in Blieskastel bei der Firma Elektro Udo Schmidt macht. Eins kann der junge Mann aber auf jeden Fall: Begeisterung für die Ausbildung im Elektrohandwerk vermitteln. „Jeden Tag etwas anderes zu machen, woanders zu sein, das ist etwas Schönes. Das ist das, was mir am Job gefällt“, sagt er. Und nach den ersten Wochen in der Ausbildung steht für ihn fest: „Ich habe so viel gelernt“ – wie man einen Zählerschrank oder Steckdosen einrichtet oder Lampen mit Strom verbindet.

Ali Aljasem Almohammad ist einer von rund 120 Handwerkerinnen und Handwerkern, die am kommenden Samstag, 18. September, von 11 bis 16 Uhr an 18 Ständen in Blieskastel für eine Ausbildung im Handwerk werben. Mit dabei sind neben Elektrotechnikern auch Schornsteinfeger, Heizungsbauer, Metallbauer, Bäcker, Friseure, Augenoptiker, Zimmerer, Kraftfahrzeugtechniker und Steinmetze. „Der Tag des Handwerks bietet den idealen Rahmen, um die Vielfalt unserer Gewerke mit ihrer Innovationskraft und Kreativität erlebbar zu machen“, sagt Bernd Reis, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK).

Mit ihren offenen Werkstätten wollen die Aussteller insbesondere junge Menschen für das Handwerk begeistern, bei denen die Berufswahl unmittelbar bevorsteht. Die Jugendlichen sind eingeladen, den Tag des Handwerks gemeinsam mit ihren Familien zu nutzen, um Einblicke in einige der rund 70 Ausbildungsberufe im Saar-Handwerk zu erhalten. Begleitet wird die Ausstellung durch ein Bühnenprogramm mit Livemusik, Modenschau und der Auszeichnung der Preisträger der Leistungswettbewerbe des Handwerks.

Für Almohammads Chef, Udo Schmidt, ist der Tag des Handwerks ein „guter Baustein“, um jungen Leuten und ihren Eltern zu vermitteln, welche Chancen sich mit einer Ausbildung bieten. „Wir suchen händeringend Mitarbeiter und Azubis“, sagt der stellvertretende Innungsmeister. „Handwerk hat nach wie vor goldenen Boden“, zitiert er einen alten Spruch, goldenen Boden aber nicht nur für einen Handwerksunternehmer, sondern auch für die Beschäftigten. „Es wird ordentlich Geld im Handwerk verdient, und es werden zig Nachfolger für Betriebsübernahmen gesucht. Über die Zukunft im Handwerk braucht man sich keine Sorgen zu machen“, zeichnet er ein positives Bild von den Aussichten für diejenigen, die ins Handwerk gehen.

Wer sich dafür entscheidet, wird aber auch gefordert. Im Elektrohandwerk brauche man unter anderem Sinn für Mathematik und Physik, sagt Schmidt. „Strom muss man verstehen.“ Zur Unterstützung werde Lehrlingen Nachhilfe angeboten, wenn sie Schwierigkeiten haben.

In seinem Unternehmen mit rund 30 Beschäftigten arbeiten drei Azubis. Im vergangenen Jahr habe er keinen qualifizierten Bewerber für eine Lehre gefunden, in diesem Jahr habe er zwei Azubis einstellen können. Einer der beiden ist Ali Aljasem Almohammad. Interessenten empfiehlt Udo Schmidt, mit einem Praktikum in den Beruf hineinzuschnuppern. So wie es Almohammad gemacht hat. „Das waren schöne Tage“, sagt er im Rückblick.

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