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Corona-Kontrollen in Firmen im Saarland: So lief der erste Tag mit 3G

Verschärfte Corona-Regeln in Wirtschaftsbetrieben : Corona-Kontrollen in Saar-Unternehmen: So lief der Start mit 3G

Ab sofort dürfen nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Unternehmen betreten. Bereits zum Start der neuen 3G-Regeln haben sich die Belegschaften saarländischer Betriebe offensichtlich gut auf die Kontrollen zum Dienstbeginn eingestellt. Ein Stimmungsbild.

Die saarländischen Unternehmen haben sich gut darauf eingestellt, dass seit Mittwoch nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Menschen Betriebe betreten dürfen, um ihre Arbeit aufzunehmen. Bereits in den vergangenen Tagen unterrichteten Führungskräfte nach einer Umfrage der SZ ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Details der neuen Vorschriften. Selbst in Großbetrieben mit mehreren tausend Mitarbeitern laufen die Kontrollen demnach schon von Anbeginn an ohne größere Zwischenfälle.

„Unsere Belegschaft verhält sich sehr diszipliniert und hat sich schnell auf die neue Situation eingestellt", berichtet etwa Martin Reinicke, Pressesprecher von Dillinger Hütte sowie Saarstahl. „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Geimpft oder Genesen sind, werden registriert, erhalten ein entsprechendes Dokument des Arbeitgebers und bekommen so Zutritt zum Werksgelände." Das Dokument wird ausgestellt über die Personalabteilung und Mitarbeitern im Bereich der Zeiterfassung. Bereits am vergangenen Wochenende habe man mit dieser Registrierung auf Listen begonnen, um Vorlauf zu haben und Staus im Schichtbetrieb zu vermeiden. Ein nicht unbeträchtlicher Aufwand, denn bei der Dillinger Hütte, Saarstahl sowie den jeweiligen Tochterunternehmen sind 11 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. „Das Ganze können wir über unsere Tore und Eingänge gut steuern", betont Reinicke. „Die Kontrollen an den Toren übernimmt der Werkschutz. Mitarbeiter, die sich jeden Tag testen lassen müssen, kommen nur über ausgewählte Zugänge auf das Gelände. Wir bieten unserer Belegschaft auch die Möglichkeit, sich in den unternehmenseigenen zertifizierten Testzentren von unseren Werksärzten testen zu lassen." Bezahlen müssen die Mitarbeiter diese Tests nicht, so Reinicke.

Anders sieht es dagegen bei Ford aus. Der Betriebsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen diese Tests nicht bezahlt, die bei Ford außerhalb der Arbeitszeit und vor dem Betreten des Werksgeländes gemacht werden müssen. Zudem lässt Ford wissen, dass Nicht-Impfwillige Mitarbeiter auch keinen Anspruch auf Homeoffice haben. Der Arbeitgeber sei lediglich verpflichtet, bei Vorliegen der Voraussetzungen Homeoffice zu ermöglichen. Die Drehtore am Ford-Werk Saarlouis seien nur passierbar, wenn der Werkschutz den Werksausweis freischaltet, sobald der Status „vollständig geimpft oder genesen" lautet. Schon seit einigen Tagen habe die Möglichgkeit bestanden, sich auf entsprechenden Listen erfassen zu lassen, um Wartezeiten zu vermeiden. Wer nicht geimpft ist, müsse täglich vor dem Betreten des Werks einen zertifizierten Test vorlegen.

Auch die Beschäftigten des Energiedienstleisters VSE wurden bereits seit mehreren Tagen auf die neue Situation eingestimmt. Hanno Dornseifer, Mitglied des VSE-Vorstandes, verweist darauf, dass alle Führungskräfte ihre jeweils unmittelbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeschrieben und um den Impfnachweis gebeten haben. Dieses Verfahren sei in allen Abteilungen praktiziert worden. Dornseifer ist nach eigenen Worten froh, dass es jetzt zur Bekämpfung von Corona auch das Auskunftsrecht für den Arbeitgeber gibt. Das erhöhe die Wirksamkeit im Kampf gegen das Virus, ist Dornseifer überzeugt. Wer die Voraussetzungen erfülle, bekomme zum Betreten des Unternehmens seine Zugangskarte freigeschaltet.

Strenge Einlasskontrollen gelten auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Globus-Märkte. Sascha Jendrzej, Leiter des Bereiches Mitarbeitende und Krisenmanagement für die Globus-Warenhäuser, betont gegenüber der SZ: „Wir erfassen den Status unserer Mitarbeitenden, ob sie geimpft oder genesen sind." Zudem stelle das Unternehmen wöchentlich mindestens zwei Schnelltests zur Verfügung. Wer ungeimpft ist, müsse täglich vor Arbeitsbeginn einen zertifizierten Test vorlegen. Diesen könne man auch an unternehmenseigenen Teststationen unter Aufsicht durchführen.

Die Führungskräfte bei der Saarbahn haben bereits seit mehreren Tagen den Impfstatus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgefragt, betont Saarbahn-Pressesprecherin Ulrike Reimann. Auf einer Liste sind alle Beschäftigten erfasst, die die gesetzlichen Vorgaben geimpft, genesen, getestet erfüllen. Zudem überwachten die Vorgesetzten den Impfstatus ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich. Nicht-Geimpfte müssen jeweils vor Dienstbeginn einen Test vorlegen. Wer gegen die Regeln verstoße, müsse mit personalrechtlichen Konsequenzen rechnen, sagt Reimann. Als weitere Maßnahme im Kampf gegen Corona setze die Saarbahn GmbH auch wieder verstärkt auf mobiles Arbeiten, soweit dies in Absprache mit den jeweiligen Fachbereichen möglich sei.