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Corona-Regeln: Saarland kontrolliert in 3 Branchen jetzt besonders genau

Corona-Regeln eingehalten? : Saarland schaut in drei Branchen jetzt besonders genau hin

Auch am Arbeitsplatz gelten allerlei Regeln zum Schutz vor Corona. Die Einhaltung kontrolliert das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz. Drei Branchen sind dabei besonders im Blick.

Die vierte Corona-Welle rollt über das Land und sorgt für Frust und Verunsicherung. Das bedeutet auch wieder Mehrarbeit für die Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Die Behörde ist im Saarland dafür zuständig, dass die Bestimmungen der Corona-Arbeitsschutzverordnung in den Firmen und Verwaltungen eingehalten werden. Nach einigen Monaten Ruhe ist das 13-köpfige Team seit dem 24. November wieder im Einsatz, um Anfragen oder Beschwerden aus Unternehmen und Behörden nachzugehen. „In den ersten zehn Tagen wurden wir 43-mal kontaktiert“, bilanziert Amtsleiter Joachim Sartorius – sowohl von Beschäftigten als auch von Unternehmern. Die Arbeitnehmer, die sich meldeten, wollten in erster Linie wissen, welche Regelungen beim Homeoffice gelten.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die Möglichkeit anbieten, von Zuhause zu arbeiten, „sofern keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“, heißt es in der Verordnung. Doch der Teufel steckt im Detail. So hätten einige Arbeitgeber überhaupt kein Angebot zum Homeoffice gemacht, obwohl dies möglich gewesen sei, oder hätten willkürlich eine Homeoffice-Quote festgelegt. Die Arbeitgeber hingegen hatten häufig Probleme damit, wann eine 3G-Regelung (Genesen, Geimpft, Getestet) gilt oder 2G Plus (Testpflicht trotz genesen oder geimpft) eingeführt werden muss.

Auch die Fülle der übrigen Einschränkungen, die seitenweise im Paragraf 28a des Infektionsschutzgesetzes aufgeführt sind, verwirren viele Unternehmer. „In den meisten Fällen reicht es, wenn wir die geltenden Regelung erklären und Verbesserungsvorschläge machten, um die Ursache der Beschwerden aus der Welt zu räumen“, sagt der Behördenchef. „Doch in Einzelfällen leiteten wir auch Bußgeldverfahren ein oder erteilten gebührenpflichtige Anordnungen.“

Solange die Infektionszahlen hoch bleiben, wird die Behörde weiterhin „anlassbezogenen Beschwerden nachgehen und Rat suchende Arbeitgebern helfen“, so Sartorius. Allerdings will das Landesamt auch „strukturierte Kontroll-Aktionen“ starten und sich auf Branchen konzentrieren, in denen ein Corona-Ansteckungsrisiko hoch ist.

Das sind zum einen Bäckereien mit mehr als zehn Mitarbeitern, von denen es im Saarland etwa 90 gibt. Grund: In den Backstuben herrschen hohe Temperaturen, und die Arbeit ist schweißtreibend, beides Faktoren, die ein Ausbreiten des Virus begünstigen. Zudem bestehe die Gefahr, dass infizierte Mitarbeiter in den Verkaufsräumen Kunden anstecken. „Wir werden vor allem darauf achten, dass bei den Mitarbeitern die 3G-Regel eingehalten wird und die Kontakte auf das Mindestmaß begrenzt bleiben“, sagt der LUA-Chef. „Außerdem achten wir darauf, dass ein betriebliches Hygienekonzept existiert, das nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch umgesetzt wird.“

Branche Nummer zwei wird der Bau sein – hier vor allem die größeren Baustellen. „Wenn das Wetter schlecht ist, besteht die Gefahr, dass sich die Beschäftigten in ihren Pausen auf engstem Raum im Bauwagen aufhalten“, sagt Sartorius. „Hier achten wir auf die Einhaltung der 3G-Regelung, das Tragen von Masken und darauf, dass die Abstände im Sozialcontainer eingehalten werden.“ Auch die Kleinbusse, die die Arbeiter morgens zur Baustelle und abends wieder in die Firma bringen, „sind potenzielle Infektionsherde“. Ein solcher Sammeltransport „darf nur unter der Einhaltung der 3G-Regelung erfolgen“.

Die Reinigungsunternehmen sollen ebenfalls in den Fokus des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz rücken. Auch hier würden die Beschäftigten oft in Kleinbussen zur Arbeit gefahren und wieder abgeholt. Außerdem hätten sie während ihrer Arbeit häufig Kontakt zu anderen Personen, sodass infizierte Reinigungskräfte „erheblich zu einer raschen Ausbreitung des Virus beitragen können“. Die LUA-Mitarbeiter wollen kontrollieren, ob in den Kleinbussen die 3G-Regel eingehalten wird und ob der Arbeitgeber belegen kann, dass er die Einhaltung dieser Regel auch kontrolliert und dies dokumentiert hat.

Kontakt zum Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz: E-Mail lua@lua.saarland.de, Telefon (0681) 85 00-13 44