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Deutsche Post räumt Fehler im Saarland ein - Tausende Briefe betroffen

Zehntausende Sendungen betroffen : Deutsche Post räumt Überlastung und Fehler bei Briefzustellung im Saarland ein

Viele Bürger haben nur noch alle zwei bis drei Tage Post im Briefkasten. Zehntausende Sendungen wurden zuletzt verspätet oder falsch eingeworfen. Die Aufsichtsbehörde ist alarmiert.

Massive Probleme, neue Zusteller zu finden und ein extrem hoher Krankenstand machen der Deutschen Post nach eigenen Angaben derart zu schaffen, dass im Saarland in den vergangenen Wochen zehntausende Sendungen verspätet zugestellt oder in falsche Briefkästen eingeworfen worden sind.

Post-Chaos im Saarland – Bundesnetzagentur ist eingeschaltet

In Mettlach überprüft mittlerweile sogar die Bundesnetzagentur, ob die gesetzlichen Vorgaben zur Postversorgung noch eingehalten werden, wie die staatliche Kontrollbehörde der Saarbrücker Zeitung auf Anfrage bestätigte. Diese sogenannte Anlassprüfung ist nach Angaben von Netzagentur-Sprecherin Ulrike Platz eingeleitet worden, weil sich dort besonders viele Menschen über die Zustände beschwerten. Jetzt müsse die Post die Gründe für die Mängel bei der Zustellung benennen und erläutern, was sie unternimmt, damit sich die Situation verbessert. Auch in Ensdorf hatte Platz zufolge ihre Kontrollbehörde vor einiger Zeit eine solche Anlassprüfung wegen „mangelhafter und ausgefallener Briefzustellung“ durchgeführt. Dort habe sich die Situation aber im September wieder entspannt.

Die Post hat derzeit deutschlandweit mit Problemen bei der Briefzustellung zu kämpfen – mancherorts fehlten in den vergangenen Monaten bis zu 30 Prozent Personal. Grund hierfür sind nach Unternehmensangaben ein hoher Corona-Krankenstand und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt.

Post nur noch alle zwei bis drei Tage

Deshalb erhielten viele Kunden ihre Post nur noch alle zwei bis drei Tage statt wie üblich täglich, wie der für das Saarland zuständige Post-Sprecher Heinz-Jürgen Thomeczek sagte. Die vielen Fehlzustellungen erklärt er zum einen damit, dass sich wegen des hohen Krankenstands derzeit besonders viele Briefe in den Verteilzentren ansammelten. Dies erhöhe die Fehlerhäufigkeit bei der Zustellung, weil die Postboten wesentlich mehr Sendungen als zuvor für ihre Tour nach Adressen vorsortieren müssten.

Außerdem würden wegen der angespannten Lage Berufsanfänger schneller voll eingesetzt. „Ihnen fehlt es natürlich noch an Routine und Erfahrung. Sie sind nicht unbedingt ortskundig. Wahrscheinlich sind viele der neuen Briefträger auch mit der Situation überfordert und überlastet, das ist kein Geheimnis“, so Thomeczek.

Derweil appellierte Post-Chef Frank Appel am Dienstag an den Gesetzgeber, die bisherige Vorgabe, der zufolge mindestens 80 Prozent der Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger sein müssen, zu überdenken. Dies sei im Digitalzeitalter nicht mehr nötig. „Die Politik muss verstehen: Wir brauchen irgendwo eine Kostenentlastung“, betonte Appel.