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Diese Home-Office-Regeln gelten für Pendler aus Frankreich und Luxemburg

Regelungen für Grenzgänger : Luxemburg oder Frankreich – Wo mehr Tage Home-Office möglich sind

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden viele Regelungen zeitweise außer Kraft gesetzt – unter anderem für Grenzgänger, die von zu Hause aus arbeiten mussten. Ein Überblick über die aktuelle Situation für Pendler nach Luxemburg und Frankreich.

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Über die Einschränkungen der Grenzschließung in der Hochzeit der Pandemie hinaus hat Corona das Leben von beruflichen Grenzgängern durcheinander gebracht. Von einem Tag zum anderen wechselten viele Arbeitnehmer ins Home-Office, und es wurden verschiedene Ausnahme-Regelungen beschlossen. Wie sich diese auf den steuerlichen und Sozialversicherungsstatus als Grenzgänger, für die Menschen die zwischen Luxemburg, Frankreich und dem Saarland pendeln, auswirken, fassen wir zusammen.

Für Pendler zwischen Luxemburg und dem Saarland

Besteuerung: Grenzgänger, die in Deutschland wohnen und in Luxemburg arbeiten, zahlen ihre Steuern in Luxemburg. Dabei müssen die Arbeitnehmer aber den allergrößten Anteil ihrer Tätigkeit im Großherzogtum ausüben. Ein Abkommen von 2011 zwischen Deutschland und Luxemburg sieht vor, dass sie bis zu 19 Tage im Jahr zu Hause oder in einem Drittstaat arbeiten können, ohne ihren Grenzgänger-Status zu verlieren. Diese Toleranzgrenze wurde bereits im April durch eine Sondervereinbarung ausgeweitet. Demnach können Arbeitstage, an denen die Pendler wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie ihre Tätigkeit von ihrem Hauptwohnsitz ausüben, als Arbeitstage in dem Staat gelten, in dem die Tätigkeit üblicherweise ausgeübt worden wäre. Diese Vereinbarung wurde letzte Woche zunächst für den Zeitraum bis Ende 2021 verlängert. Anstatt immer wiederkehrender Verlängerungen fordert der saarländische FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic eine grundsätzliche Lösung. „Angesichts der Pandemie geschlossene bilaterale Vereinbarungen zum Homeoffice für berufliche Grenzgänger laufen nicht ewig“, sagt er. „Es braucht daher dringend Gespräche mit unseren Nachbarn, wie Homeoffice-Regeln den Bedürfnissen der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts angepasst werden können, andernfalls entkernen wir den grenzübergreifenden Arbeitsmarkt."

Sozialversicherung: Ähnlich verhält es sich bei der Sozialversicherung. Im Grundsatz werden Grenzgänger, die in Luxemburg arbeiten und im Saarland wohnen, in Luxemburg sozialversichert, da sie dort die entsprechenden Beiträge zahlen. Wenn jemand aber mehr als 25 Prozent der Arbeitszeit (über ein Jahr gerechnet) nicht an seinem üblichen Arbeitsort tätig ist, wechselt die Zuständigkeit. Um dies zu verhindern, wurde Ende Juni eine Corona-Sonderregel zwischen Deutschland und Luxemburg verlängert, damit die Pendler trotz hohen Home-Office-Anteils an dem luxemburgischen System angeschlossen bleiben. Sie gilt bis Ende Dezember 2021.

Für Pendler zwischen Frankreich und dem Saarland

Besteuerung: Zwischen Deutschland und Frankreich ist die Besteuerung anders geregelt als mit Luxemburg. Die Grenzgänger zahlen ihre Steuern an ihrem Wohnort, also in den meisten Fällen in Frankreich. Steuerlich wird ein Arbeitnehmer als Grenzgänger definiert, der in der Grenzzone arbeitet. Das ganze Saarland zählt als Grenzgängerzone, in Frankreich zählt ein Radius von 30 Kilometern Luftlinie ab der Grenze. Nur wer diesen Raum während des Kalenderjahres an mehr als 45 Tagen zum Arbeiten verlässt, riskiert seinen Grenzgängerstatus zu verlieren. Deshalb ändern die zusätzlichen Home-Office-Tage für Menschen, die im Saarland arbeiten und in den umliegenden Gemeinden im Département Moselle wohnen, nichts an der vorgesehenen Aufteilung der Besteuerungsrechte.

Sozialversicherung: Auch hier gilt der europäische Grundsatz, wonach das Beschäftigungsland für die Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung) zuständig ist. Dennoch sollte auch hier die Obergrenze von 25 Prozent der Arbeitszeiten überschritten werden. Frankreichs damalige Arbeitsministerin Muriel Pénicaud kündigte im Frühjahr 2020 an, dass die Tage, an denen zwischen dem 11. März 2020 und dem 30. September 2021 aufgrund der Pandemie im Home-Office gearbeitet wird, keinen Wechsel der Zuständigkeit bringen werden. Was ab Oktober passiert, ist noch unklar.