1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Ford-Werk Saarlouis: Saarland-Landtag will Versprechen – E-Autos als Rettung?

Ford-Werk auf der Kippe? : Saarländischer Landtag fordert Versprechen für Ford-Werk in Saarlouis: E-Autos als Rettung?

Tausende Ford-Beschäftigte am Standort Saarlouis bangen um ihre Jobs. Die Abgeordneten im saarländischen Landtag fordern einstimmig ein Ende der Hängepartie. Können E-Autos die Zukunft des Werkes sichern?

Mit einer fraktionsübergreifend unterstützten Resolution hat der saarländische Landtag am Mittwoch den Erhalt des Saarlouiser Ford-Werkes gefordert. Darin heißt es: „Wir appellieren an die Unternehmensspitzen in Köln und Dearborn, dass Saarlouis über 2025 hinaus weiter Standort für moderne Mobilität sein wird. Auch der Ford der Zukunft muss Made in Saarlouis sein. Wir setzen uns für ein zügiges und verlässliches Zukunftsversprechen von Ford für unseren leistungsstarken Standort Saarlouis ein.“

Die Debatte im Landtag war von der großen Sorge geprägt, dass Ford nach Auslaufen der Produktion des Focus-Modells den Standort mit 5000 Beschäftigten aufgeben könnte. Wirtschaftsministein Anke Rehlinger (SPD) sagte, die Landesregierung werde alles dafür tun, dass der Standort in Saarlouis erhalten wird. Die Wegstrecke bis zur Entscheidung werde aber nicht einfach sein. Man kämpfe dafür, dass Ford künftig Elektrofahrzeuge in Saarlouis baue.

„Wir werden bei allem helfen“, sagte Rehlinger, aber das Unternehmen müsse auch sagen, welche Maßnahme gefördert werden soll. Dass Ford im spanischen Valencia angeblich besser gefördert werden kann als in Saarlouis, sei nicht richtig. „Wir werden immer fördern, sobald der Antrag da ist“, sagte die Ministerin.

Rehlinger: Ford muss für Ersatzarbeitsplätze sorgen

Allerdings mahnte Rehlinger: Auch wenn Ford in Saarlouis weiterproduziert, werde das Unternehmens dies nicht mit der gleichen Zahl von Mitarbeitern wie heute tun. Daher gehe es auch darum, für Ersatzarbeitsplätze zu sorgen. Der Saarlouiser CDU-Abgeordnete Marc Speicher bezeichnete die Demonstration am Montag mit 4000 Teilnehmern in Saarlouis als „ganz starkes Zeichen“. Er sagte: „Es weiß niemand, ob wir am Ende Erfolg haben. Aber wir werden alles dafür tun, dass Ford am Standort bleibt.“

Der Linken-Abgeordnete Jochen Flackus zeigte sich besorgt, dass die Investitionen von Ford bisher am Saarland vorbeigelaufen seien. Die „andauernde Sprachlosigkeit des Managements“ habe dazu geführt, dass die Glaubwürdigkeit der Ford-Spitze „gegen null“ gehe. Es sei sehr schwer, Einfluss auf die Konzernspitze zu nehmen, da die Entscheidungen in den USA fielen. Flackus warb dafür, sich nicht auf Elektrotechnologie festzulegen, sondern auf „Brückentechnologien“ zu setzen, etwa Hybrid, E-Fuels oder Wasserstoff. Im Saarland müsse man prüfen, ob nicht zu viel Geld in die Informatik und zu wenig in die Ingenieurwissenschaft fließe.

Die AfD erklärte, dass Ford im Saarlouis wohl nicht weitermachen werde, sei Ergebnis einer „jahrelangen Anti-Auto-Politik“. Fraktionschef Josef Dörr sagte, dem Unternehmen sei das Saarland „wurscht“. Man müsse überlegen, wie man es Ford schmackhaft machen könne, im Saarland zu bleiben. Das sei aber schmerzhaft, als Beispiele nannte Dörr die Halbierung der Löhne, die Verdopplung der Arbeitszeit oder der Verzicht auf Steuern. Die Bundespolitiker von der Saar müssten verhandeln. Rehlinger kritisierte, dass der Antrag der AfD zu Ford nur 17 Wörter umfasse.