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Günther Dillmann aus Klarenthal und seine Container für Globus und Edeka

Saar-Maschinenbauer hat noch freie Jobs : Der Containerkönig Günther Dillmann aus Klarenthal

Wenn Edeka, Globus, Rewe oder Kaufland etwa bei Umbauten größeren Platzbedarf haben, melden sie sich bei Günther Dillmann. Der Unternehmer aus Saarbrücken-Klarenthal liefert dann die Lösung in Form von speziellen Containern.

Günther Dillmann liebt das Leben, ist erkennbar ein Genießer, lacht gerne und sprudelt vor Ideen. Am liebsten hat er solche, die man auch erfolgreich zu einer Geschäftsidee machen kann. Selbst bei den ganz Großen im deutschen Einzelhandel wie Globus, Rewe, Edeka, Real oder Kaufland ist der Saarländer gesetzt als einer, der helfen kann, wenn es kompliziert wird. Sogar in der Ukraine ist man auf den pfiffigen Geschäftsmann aus Saarbrücken aufmerksam geworden.

Sein neuester Coup soll vor allem Saar-Gastronomen mehr Gäste bringen. Dillmann, der seit 38 Jahren mit seiner DMS Maschinensysteme Lebensmittelmaschinen GmbH am Markt ist, hat mehrstöckige Bistro-Boxen in Container-Bauweise entwickelt: oben als Treffpunkt für Gäste auf der Dachterrasse, innen schick designt und ausgestattet mit Geräten, die man zur Zubereitung von Speisen, Getränken und Cocktails braucht.

Nach Überzeugung von Dillmann können diese Bistro-Boxen viele Orte aufwerten: ob den Vorplatz des Saarbrücker Hauptbahnhofs, den Staden, die Saarschleife, den Bostalsee oder auch andere touristische Orte. Selbst in Ortskernen schaffe diese Form der Gastronomie ohne großen Aufwand einen Mehrwert. Zugleich sucht Dillmann weitere Ansprechpartner in Rathäusern, aber auch Tourismus-Manager.

Die Erfolgsstory von Dillmann beginnt mit der Eigenfertigung zahlreicher Maschinen zur Lebensmittelverarbeitung. Das Preisspektrum reicht, je nach Anspruch, vom Einstiegsmodell für 185 Euro bis zur Edel-Anfertigung für 65 000 Euro. Mit diesen Produkten hat er sich einen Namen in ganz Deutschland gemacht. Mittlerweile klopfen auch die ganz Großen in der Branche regelmäßig bei ihm an: ob Rewe, Edeka, Globus, Real oder auch Kaufland. Zumal Günther Dillmann 230 Real-Standorte und 600 Rewe-Filialen exklusiv bedient und auch die Maschinen regelmäßig wartet.

Das Highlight aber ist eine andere Geschäftsidee. Dillmann kann in kurzer Zeit Verkaufs- und Produktionsstätten „aus dem Hut“ zaubern. Dabei setzt er auf selbst entwickelte Riesencontainer in verschiedensten Größen. Die fertigt der „Containerkönig aus Klarenthal“ mit einem Team von derzeit 24 Mitarbeitern in Handarbeit selbst an, maßgeschneidert auf verschiedene Bedürfnisse und ausgestattet mit allen Raffinessen inklusive einer integrierten Strom- und Wasserversorgung, Schaltschränken sowie Brandschutz.

Die Riesencontainer werden schlüsselfertig am gewünschten Standort übergeben. Die Kunden sparen mit dem Einsatz der Container Bau-, und Standortkosten, besonders dann, wenn in Filialen Umbauarbeiten anstehen. Der Verkauf kann weiterlaufen. Die Container „Made in Saarland“ können sowohl während Umbauphasen einer Filiale auf Mietbasis eingesetzt werden oder auch als Dauerlösung gekauft werden inklusive kompletter Einrichtung und aller Geräte im Verkauf. Jährlich entstehen in der Werkstatt bis zu 50 solcher Container, die je nach Bauweise und Anforderungen zwischen 38 000 Euro und 1,1 Millionen Euro kosten. Die Kunden von Dillmann sind über die gesamte Republik verstreut: Sie sitzen in Wismar und Weimar genauso wie in Flensburg oder auch in München.

Und das Geschäft wächst weiter. „Globus hat bei uns als Alternative zu einem Neubau für zwei Standorte in Krefeld und Essen eine dauerhafte mobile Lösung mit Containern in Rampenhöhe bestellt, die einfach an bereits bestehende Gebäude angedockt werden“, erläutert Dillmann. Zugleich entstanden, ebenfalls für Globus in Leipzig, 14 Produktionscontainer in Modulform, die vorübergehend eine Metzgerei ersetzen. Auch  Edeka Südwest kann in seiner Zentrale in Offenburg weiterarbeiten, obwohl diese umgebaut wird. Dillmann hat als Ersatz in einem benachbarten, angemieteten Baumarkt eine 44 Meter lange Containeranlage inklusive Produktion und Verkaufsfläche realisiert. Rund sieben Millionen Euro Umsatz macht Dillmann jährlich mit seinen Containern und Maschinen.

Auch in Frankreich ist der Saarländer gefragt. Dort setzen viele Bauern auf neue Verkaufsformen. „Wir können Landwirten auf Mietbasis mobile Wurstküchen inklusive einer Komplettausstattung mit allen benötigten Geräten in die Scheune stellen“, sagt Dillmann. Mitglieder des Bauernverbandes in der Bourgogne wollen mit saarländischer Hilfe in mobilen Containern in mehreren Départements Fleisch von Charolais-Rindern zerlegen sowie weiterverarbeiten.

Günter Dillmann ist auch in Osteuropa bekannt. So hat er auf der internationalen Fleischer-Fachausstellung in Frankfurt einen ukrainischen Fleisch-Mogul kennengelernt, der 140 Filialen unterhält. Mit Hilfe des Saarländers steht jetzt mitten in der City der Großstadt Charkiw, die rund 1,5 Millionen Einwohnern hat, eine Produktions- und Verkaufsstelle für 1,2 Tonnen Wurst pro Tag inklusive der Möglichkeit, die Ware zu probieren. Die Ukrainer sind mit eigenen Metzgern an die Saar gekommen, um die komplette Anlage zu testen. Neuerdings findet man Verkaufscontainer von Dillmann auch in Rumänien dank eines Auftrags von Trans Gourmet/Selgos. An einem Punkt sind dem Wachstum des saarländischen Unternehmers jedoch Grenzen gesetzt. Dillmann findet keine Fachkräfte mehr. „Wir suchen Stahlbauer, Schlosser, Werkzeugmacher und Techniker.“ Doch selbst das Angebot einer übertariflichen Bezahlung hat bisher nicht geholfen.