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IHK zur Konjunktur im Sarland: Stimmung verschlechert sich massiv

Konjunktur : IHK meldet massiven Dämpfer und schlechte Stimmung in der Saar-Wirtschaft

Corona-Beschränkungen, Materialengpässe und hohe Preise bei Rohstoffen machen den Unternehmen im Saarland arg zu schaffen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) berichtet vom zweitstärksten Einbruch bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage seit Ausbruch der Pandemie. Die Branchen sind dabei unterschiedlich betroffen.

„Die Konjunktur an der Saar hat zum Jahresende einen massiven Dämpfer erlitten.“ Das nächste Halbjahr werde für die Saar-Wirtschaft eine Zeit „in schwierigem Fahrwasser“.  Optimistische Aussichten haben nur noch die wenigsten Betriebe.

Keine rosigen Aussichten, die Frank Thomé nach der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland parat hat. Der Hauptgeschäftsführer begründet dies in erster Linie mit den Sorgen der Dienstleistungsbranche. Die werde „von den politischen Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle ausgebremst“.

Umsatzeinbruch wegen ausbleibender Kunden

Weniger Kunden und damit einhergehende Umsatzeinbrüche habe der Sektor zu verkraften. So habe sich die Stimmung in der Saar-Wirtschaft branchenübergreifend verschlechtert. Aktuelle Lage und Wirtschaftsaussichten trübten sich demnach erheblich ein.

So habe die IHK im Dezember einen Rückgang beim Lageindikator um zehn Punkte. Das sei der zweitstärkste Rückgang der monatlichen Befragung seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020. Zurzeit liege der Indikator bei 26,3 und damit trotz der düsteren Ausblicke „deutlich über seinem Tief aus dem Frühsommer 2020“, heißt es dazu in einer IHK-Mitteilung.

Zum achten Mal hintereinander ging zudem der Indikator zurück, was die Unternehmer künftig von ihrer wirtschaftlichen Lage erwarten. Er liegt bei minus neun Zählern. 

Einbruch im wichtigen Weihnachtsgeschäft

Ausschlaggebend für die schlechte Stimmung im Dienstleistungsgewerbe sei die Sorge vor einem weiteren Lockdown. Die bisherigen Restriktionen durch 2-G- und 2-G-plus-Regeln – geimpft, genesen plus negativer Corona-Test – habe sich besonders stark auf den Einzelhandel in den Innenstädten ausgewirkt. Der leide „im so wichtigen Weihnachtsgeschäft unter erheblichen Frequenz- und Umsatzrückgängen“, sagt Thomé.

Von einer schlechten Geschäftslage berichten Unternehmer in Hotellerie und Gastronomie sowie Veranstalter. Der IHK-Chef: „Die 2-G-plus-Regelung hat das Geschäft in weiten Teilen dieser Branchen fast zum Erliegen gebracht.“

Thomé: Politik muss Unternehmen helfen

Frank Thomé stellt darum klare Forderungen: Wegen dieser Lage „muss die Politik die betroffenen Unternehmen [...] weiterhin finanziell und unbürokratisch unterstützen.“

Doch nicht nur Dienstleister haben demzufolge massiv zu kämpfen. Denn Engpässe bei der Materialbeschaffung sowie erheblich steigende Preise bei Rohstoffen machten mächtig zu schaffen. Die IHK spricht nach Auswertung der Umfrage bei der Automobilwirtschaft von „angespannter Lage“. Ähnlich stelle sich die Situation bei Gießereien und Gummi-/Kunststoffindustrie dar.

Positive Effekte soll es bei Elektro, Stahlindustrie und Keramik geben. Passabel sehe es aktuell bei Ernährung, Stahlbau, Medizintechnik, Maschinenbau und Bauwirtschaft aus.

  • Zur IHK-Umfrage: Daran sollen sich nach Presseangaben an die 300 Unternehmen beteiligt haben. Sie vertreten demnach rund 100 000 Beschäftigte.