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Immobilienpreise für das Saarland: Leichter Anstieg der Mieten

Aktueller Immobilienpreisspiegel für das Saarland : Mieten im Saarland steigen weniger stark an

Die Ladenmieten sind zum Teil zurückgegangen, Wohnungen sind etwas teurer geworden. Das zeigt der neue Immobilienspiegel.

Die Wohnungsmieten im Saarland sind in den vergangenen zwölf Monaten um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel hervor, den der Immobilienverband IVD West herausgegeben hat. Dabei wurden Daten in 14 saarländischen Kommunen erhoben. 2018 waren die Mieten im Schnitt um acht Prozent, 2019 um über vier Prozent gestiegen.

Der IVD sieht in diesem Jahr deshalb eine „deutliche Entschleunigung des Marktgeschehens“. Das liege unter anderem daran, dass die Menschen vorsichtiger seien, erklärte Burkhard Blandfort, Vorsitzender des IVD West. Der ein oder andere stelle in der aktuellen Zeit einen Umzug oder Kauf eher zurück, weil Unsicherheit bezüglich der Arbeit bestehe. Aber: „Die generellen Anfragen sind immer noch ausreichend, um die Angebote zu decken. Wir haben viele Aktivitäten im Mietwohnungsbau“, hält Blandfort fest. Wohnungsmangel oder Wohnungsnot sieht er im Saarland nicht. Engpässe gebe es nur an den schon immer stark nachgefragten Bereichen wie Saarbrücken oder Saarlouis.

 Immobilienpreise im Saarland
Immobilienpreise im Saarland Foto: SZ/Müller, Astrid

Der IVD unterteilt die Immobilien in seinem Preisspiegel nach Wohnwert in die Kategorien einfach, mittel, gut und sehr gut. Dieser Wohnwert setzt sich aus den Faktoren Lage und Qualität zusammen. Die Lage wird zum Beispiel nach der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel oder der Nähe zu Schulen bewertet, die Qualität einer Immobilie ist unter anderem von Ausstattung und Alter abhängig. Angegeben sind jeweils die Preise für standardisierte Musterimmobilien (siehe Grafik).

Die höchsten Kaltmieten pro Quadratmeter müssen Mieter in Saarlouis und Saarbrücken zahlen. Hier zahlen Mieter in guten Wohnungen 10,50 beziehungsweise zwölf Euro pro Quadratmeter. Ebenso wie in St. Ingbert stiegen die Preise dort auch stärker an als im landesweiten Schnitt. Für Wohnungen mit einfachem Wohnwert zahlen Mieter in allen drei Städten jetzt acht Prozent mehr. Am günstigsten wohnen sie mit fünf Euro Miete pro Quadratmeter bei einfachem Wohnwert zum Beispiel in Merzig und Völklingen.

Die größte Bewegung im aktuellen Preisspiegel ist laut Blandfort bei den Ladenmieten zu sehen. In keiner Kommune sei der Preis gestiegen. Stattdessen seien deutlich zweistellige Rückgänge feststellbar. Am stärksten betroffen ist hiervon die Landeshauptstadt, in der die Ladenmieten im Geschäftskern um 25 Prozent gesunken sind. Diese Preisentwicklung sei „eindeutig“ auf das Pandemie-Geschehen zurückzuführen, sagte Blandfort. Zu sonstigen großen Verwerfungen habe die Pandemie auf dem Immobilienmarkt aber nicht geführt: „Wir haben stabile Verhältnisse und erwarten das auch für das kommende Jahr.“ Investitionen in Immobilien seien gerade im Saarland weiterhin empfehlenswert und sicher.

Eine stabile Anlageform stellen laut dem neuen Preisspiegel Einfamilienhäuser dar. Insgesamt stellt der IVD einen moderaten Anstieg von 2,7 Prozent fest. Die einzigen fallenden Preise finden sich in Neunkirchen und Ottweiler. Am stärksten gestiegen sind die Preise im vergangenen Jahr in Heusweiler und Homburg – dort kosten Eigenheime mit sehr gutem Wohnwert 310 000 beziehungsweise 460 000 Euro. Am günstigen sind die Eigenheime in Wadern – dort zahlen Käufer 200 000 Euro für ein Haus mit sehr gutem, und 75 000 Euro für eines mit einfachem Wohnwert. Am teuersten sind Immobilien in der Landeshauptstadt: Für ein Haus mit sehr gutem Wohnwert müssen hier um die 740 000 Euro gezahlt werden.

Einen geringen Anstieg verzeichnet der IVD auch bei den Preisen für Eigentumswohnungen. Diese sind im letzten Jahr landesweit um 1,2 Prozent gestiegen. Für eine Eigentumswohnung mit gutem Wohnwert zahlen die Verbraucher am meisten in Saarbrücken und Saarlouis, mit 3150 beziehungsweise 3200 Euro pro Quadratmeter. Den höchsten Anstieg verzeichnet St. Wendel – Wohnungen mit mittlerem Wohnwert sind hier um elf Prozent teurer geworden. Zu erklären sei das mit einigen Neubauten und damit einer höheren Nachfrage, so Blandfort. Am günstigsten sind Eigentumswohnungen in Wadern – dort zahlt man 1100 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung mit gutem Wohnwert.

Von der Landespolitik fordert der IVD-Vorsitzende Blandfort für die Zukunft eine Absenkung der Grunderwerbssteuer. Diese sei aktuell „viel zu hoch“. Mit einer Senkung könne man die Transaktionen im Immobilienbereich befeuern. Diese Förderung sei unabdingbar. Denn: „Die eigenen vier Wände sind der beste Schutz, den man haben kann.“