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Corona im Saarland: Fast nur Ungeimpfte auf Intensivstationen

Vor allem jüngere Corona-Patienten : Fast nur Ungeimpfte auf Intensivstationen im Saarland

In die Kliniken kommen vor allem jüngere Patienten ohne Impfschutz. Der Chef einer großen Klinik dringt daher auf mehr Tempo beim Impfen.

Auf den Intensivstationen im Saarland müssen wieder mehr Covid-Patienten behandelt werden – fast alle sind aber nicht oder nicht vollständig gegen das Virus geimpft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit 26 der über 400 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Ende Juli waren es vier, auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie im Januar 87.

Zwar gibt es keine landesweite Statistik zum Impfstatus der Patienten, doch laut Saarländischer Krankenhausgesellschaft sind es „fast ausschließlich junge ungeimpfte Patienten“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Das Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg etwa meldet aktuell vier Covid-Patienten auf der Intensivstation – alle ungeimpft. Im August wurden vier weitere Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, ebenfalls alle ohne Impfschutz. Darunter waren zwei 16-Jährige. „Das Lagebild zeigt, dass wir bei den Impfungen Gas geben müssen“, sagt der Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Christian Braun. Bisher haben im Saarland gut 68 Prozent der Bevölkerung den vollen Impfschutz.

Im Universitätsklinikum in Homburg wurden seit Beginn der vierten Welle zehn Covid-Patienten intensiv­medizinisch behandelt. Darunter war zwar eine vollständig geimpfte Person, allerdings litt sie nach Angaben der Ärzte an Vorerkrankungen, die den Effekt der Impfung reduzierten.

Der Regionalverband Saarbrücken hat ermittelt, dass im August 33 Menschen wegen Covid-Symptomen in eine Klinik aufgenommen werden mussten, unter ihnen 31 ohne Impfschutz. 90 Prozent aller Corona-Fälle im Regionalverband betrafen demnach Ungeimpfte. Die Infizierten mit Impfung hätten nur leichte Erkältungssymptome gezeigt, hieß es.