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Corona-Party in Saarbrücken? Anwohner klagt, Polizei sei machtlos

Ist Polizei machtlos? : Anwohner klagt über „Corona-Party“ im Nauwieser Viertel

Eine Party im Nauwieser Viertel in Saarbrücken mit vielen Leuten, die keinen Abstand halten - und die Polizei ist machtlos? So schildert ein Anwohner der Saarbrücker Zeitung seine Beobachtungen von der Nacht auf Samstag. Das sagt die Polizei:

Eine Party im Nauwieser Viertel in Saarbrücken mit vielen jungen Leuten, die dicht beieinander stehen ohne sich an die coronabedingten Hygieneregeln zu halten - und die Polizei ist machtlos. So schildert ein Anwohner der Saarbrücker Zeitung seine Beobachtungen von der Nacht auf Samstag. Als Beleg schickt er Fotos, die den Menschenauflauf im Szeneviertel mit seinen vielen Bars zeigen.

Dies sei nicht die erste „Corona-Party“. „Warum wird nicht eingegriffen?“, fragt sich der Anwohner. Er habe sich in der Nacht bei der Polizei beschwert, doch diese habe ihm gesagt, dass man zwar vorbeifahre, aber ansonsten nichts machen könne. „Solche Regelverstöße müssen geahndet werden. Es kann nicht sein, dass die Polizei machtlos ist“, findet der Anwohner und fragt: „Ist Party im Saarland wirklich wichtiger als Bildung und Wirtschaft?“

„Das Problem ist nicht neu und uns bekannt“, teilt die Polizeiinspektion Saarbrücken auf SZ-Nachfrage mit. Zugleich betont er, dass es sich keineswegs, wie im Internet kursiere, um eine Corona-Party mit bis zu 200 Leuten auf offener Straße gehandelt habe.

In der Nacht auf Samstag hätten zwei Streifenwagen mit insgesamt vier Polizisten zwischen 1 Uhr und 2.30 Uhr im Viertel im Bereich des sogenannten „Bermudadreiecks“ vor Ort gewesen. Dabei seien etwa 50 Personen festgestellt worden, die sich in Kleingruppen aufhielten und überwiegend den Mindestabstand wahrten. Da diese Personen jedoch sehr laut gewesen seien, habe sie die Polizei zur Ruhe ermahnt. Gleichzeitig seien aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit Platzverweise erteilt worden, denen die Personen ausnahmslos folgten. Verstöße gegen die derzeit bestehenden Hygiene- und Abstandsregelungen konnten indes nicht festgestellt werden, so die Polizei.

„Das Problem betrifft ja nicht nur Saarbrücken, sondern ganz Deutschland“, sagte der Polizeisprecher der SZ. Sobald die Polizei eintreffe, verflüchtige sich die Ansammlung, die Menschen stellten sich - wie erlaubt - in Kleingruppen mit Abstand zusammen oder zertreuten sich in den kleinen Gassen.

Personalien seien keine festgestellt worden. „Es ist für die Kollegen zu viert auch nicht leistbar, eine so große Gruppe zu kontrollieren und nachzuvollziehen, wer wann wie dicht bei wem gestanden hat“, so der Polizei-Sprecher weiter. In der Nacht stünden sechs Streifenwagen bereit, die auch für andere Einsätze in der Nacht unterwegs seien. Was das Nauwieser Viertel betreffe, sei es in erster Linie Aufgabe der Stadt Saarbrücken, gegebenenfalls Vorschriften zu erlassen. In regelmäßigen Abständen sei man mit den Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes und anderen Einheiten im Rahmen von Schwerpunktkontrollen auch in der Saarbrücker Partyszene unterwegs.