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Diskussion um Parken auf dem Rodenhof bei Fußballspielen des FCS geht weiter

Stress auf dem Rodenhof : Anwohner-Ärger um Heimspiele des 1. FC Saarbrücken: Vorwürfe gegen OB

Auf dem Rodenhof verstummen die Stimmen derer, die sich durch zu viele Autos in ihrem Wohngebiet während der Spiele des FCS im Ludwigspark belästigt fühlen, nicht. Die Stadtrats-SPD macht den CDU-Oberbürgermeister für die Situation verantwortlich. Die Stadtrats-CDU macht Vorschläge zur Lösung des Problems. Auch die Grünen stellen Fragen.

Eigentlich, findet Jürgen Meyer, ist es doch ganz einfach: „Es gibt neue Radständer rund um das Stadion. Die Eintrittskarte berechtigt zur kostenfreien Nutzung von Bus und Bahn. Abgesehen von mobilitätseingeschränkten Personen muss niemand mehr in einem Radius von zwei Kilometern rund um das Ludwigsparkstadion bei Heimspielen sein Auto parken.“ Deshalb verstehe er nicht, sagt der ehemalige Grünen-Stadtverordnete und engagierte Rodenhofer, warum die Stadt Saarbrücken gemeinsam mit ihrem Stadionmieter, dem 1. FC Saarbrücken, „versäumt hat, auch das Geschehen rund um das Stadion bei Heimspielen auf einem geordneten Niveau zu organisieren“.

„Wenn in Bremen, das Weserstadion fasst 42 100 Zuschauer, ein Heimspiel stattfindet, gibt es keine zugeparkten Gehwege und Grünanlagen. Schulhöfe werden nicht als Parkplätze zweckentfremdet“, sagt er. Und stellt in einem Brief an Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) die Frage: Warum herrsche also auf dem Rodenhof „weiterhin dieses ,Laissez Faire’, wenn es um die Parksituation bei Heimspielen im Ludwigspark geht“?

Weil der Oberbürgermeister  „mit dem Stadion Ludwigspark nach wie vor vollkommen überfordert zu sein scheint“, lautet die Antwort von Mirco Bertucci, dem Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion. Der habe den Ludwigspark zur Chefsache gemacht und „wusste genau um die Verkehrs- und Parkplatzsituation auf dem Rodenhof rund um das Stadion“. Schließlich sei er auch vor Beginn seiner Amtszeit schon als Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion „intensiv in Gespräche eingebunden“ gewesen.  „Er trägt also die volle Verantwortung dafür, dass das Verkehrschaos und die unzureichende Parkplatzsituation nun den Anwohnerinnen und Anwohnern zur Last fällt“, findet Bertucci. Und überhaupt: „Dass die Verkehrssituation am Rodenhof insgesamt mehr als nur problematisch ist, war längst bekannt und ist nicht erst seit dem neuen Stadion ein Thema“, sagt der SPD-Stadtverordnete Patrick Kratz.

Während die SPD den Oberbürgermeister verantwortlich macht und ihm „kopfloses Handeln“ vorwirft, macht die CDU-Stadtratsfraktion konkrete Vorschläge. In Stadtteilversammlungen auf dem Rodenhof 2019 und 2020 habe die CDU bereits „ein Gesamtverkehrskonzept für den neuen Ludwigspark und die Saarlandhalle“ gefordert, sagt der CDU-Stadtverordnete Gerd Bauer. Die damls noch verantwortliche SPD-Oberbürgermeisterin Charlotte Britz habe das ignoriert. Bauer empfiehlt nun im Namen der Stadtrats-CDU einige „schnell realisierbare Maßnahmen“.

An erster Stelle nennt er „strikte Kontrolle und die  Durchsetzung eines Parkverbots durch Ordnungsamt und Polizei außerhalb genehmigter Flächen auf dem Rodenhof während der Fußballspiele“. So könne auch ein Zuparken von Einfahrten und Rettungswegen verhindert werden. Notfalls sollen die Autos von  Falschparkern auch abgeschleppt werden.

Helfen könnten auch Park&Ride- Angebote zum Beispiel „auf den üblicherweise abends und am Wochenende kaum genutzten Parkflächen am Eurobahnhof, inklusive der Parkhäuser dort“, sagt Bauer. Dazu soll es einen Shuttle-Service geben, der mit der FCS-Eintrittskarte nutzbar ist. „Hier ist es am FCS als Veranstalter der Fußballspiele, mit den Verantwortlichen am Eurobahnhof entsprechende Vereinbarungen zu treffen“, sagt der Stadtverordnete. Zusätzlich empfiehlt er Park&Ride-Angebote in den Parkhäusern an der Congresshalle und unter der Westspange mit einem Shuttlebus zum Stadion. Auch hier müsse der FCS als Veranstalter mit dem Parkhausbetreiber Q-Park reden.

Auch ein Parken auf den beiden rechten Randspuren an der Camphauser Straße, „wie das jahrzehntelang üblich war´“, soll wieder erlaubt werden, fordert die CDU. Das könne durch die Polizei oder das Innenministerium kurzfristig geklärt werden. Ebenfalls kurzfristig müsse „vom FCS geklärt werden, dass seitens der Saarbahn oder des SaarVV zusätzliche Busse zum Stadion bei Heimspielen des FCS eingesetzt werden, um das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs attraktiver zu machen“.

Auf längere Sicht könnte der Bau eines Parkdecks auf dem bisherigen Parkplatz oberhalb der Saarlandhalle hilfreich sein, sagt Bauer. Baue man drei Etagen könnten 1000 kostenpflichtige Stellplätze entstehen. Nach der Sommerpause werde die CDU im Stadtrat zur Situation auf dem Rodenhof die Initiative egreifen. Vom Grünen Koalitionspartner bekommt die CDU dann offenbar Rückendeckung. „Wo sind die Busse, die das Stadion direkt anfahren? Warum gibt es keine Direktverbindungen aus anderen Städten direkt zum Park, wie es früher einmal üblich war?“, fragt die Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion, Yvonne Brück, und fordert:  „Shuttlebusse von Park- oder Bike-and-Ride-Parkplätzen in der Region wären auch sinnvoll.“