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HSG Dudweiler-Fischbach startet bei HC Dillingen/Diefflen in Saarlandliga

Saisonstart in der Handball-Saarlandliga : HSG Dudweiler-Fischbach: Physiotherapie, Sackloch spielen und Selbstreflexion als Teil der Saisonvorbereitung

Zum Saisonstart geht es am Samstag für den Handball-Saarlandligisten HSG Dudweiler-Fischbach nach Diefflen. Trainer Christian Mühler hat seinen Jungs eine ungewöhnliche Saisonvorbereitung geboten.

Was haben eine Physiotherapeutin, Selbstreflexion, Sackloch und die Handballfreunde Illtal gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Bei der HSG Dudweiler-Fischbach sind die Punkte jedoch wichtige Puzzlestücke in einer eher ungewöhnlichen Saisonvorbereitung. Dabei behauptete Christian Mühler noch: „Wir haben nichts Besonderes gemacht.“ Doch was der Trainer des Handball-Saarlandligisten als normal bezeichnet, hat bei genauerer Betrachtung Alleinstellungsmerkmale.

Es ist ungewöhnlich, dass ein Trainer mit Schreibpapier an seine Mannschaft herantritt und sie um schriftliche Kritik bittet. Christian Mühler hat genau das in der Vorbereitung getan. „Natürlich anonym“, wie er versichert. Durch die Rückmeldung habe er unter anderem gelernt: „Diese Infos, die man vor dem Training an die Mannschaft gibt, wenn man sie zusammenruft, waren zu viele. Die Spieler wollen sich bewegen. Also kommen die ganzen Infos jetzt nach dem Training.“ Das spare einerseits Zeit. Und hebe zusätzlich die Stimmung. Wobei diese unter den Hallensportlern, bei denen der klassische Wald- oder Stadionlauf aus der Vorbereitung gestrichen wird, ohnehin gut ist. „Wir haben im Juni angefangen, direkt in der Halle. Und wir haben auch komplett in der Halle durchtrainiert“, berichtet der Trainer, der die Verantwortung über die Grundlagenausdauer in die Mannschaft gegeben hat. Mühler ergänzt: „Es fängt bei uns Hallensportlern mit der Frage an: Hallenschuhe oder Laufschuhe? Das hebt oder senkt schon die Stimmung. Außerdem ist das Training in der Halle teilweise härter als draußen. Die Spieler laufen mehr, aber sie merken es nicht.“

Schritt für Schritt mehr Professionalität

Um sicherzustellen, dass bei hoher Belastung alle Spieler möglichst gesund durch die Saison kommen, hat der Verein auch neben dem Platz eine Maßnahme eingeleitet und mit Vanessa Schlichter eine Physiotherapeutin gewinnen können, die der Mannschaft in Zukunft beistehen wird. Mühler erklärt: „Schritt für Schritt versuchen wir, den Verein auf professionellere Füße zu stellen. Dazu gehört auch eine medizinische Betreuung. Ich halte es für elementar für eine Saarlandliga-Mannschaft, die im oberen Drittel mitspielen will, dass dafür Gelder freigemacht werden.“

Und sollte trotz Waldlauf-Streichung, Physiotherapie und Selbstreflexion des Trainers die Stimmung doch einmal durchsacken, greifen „Teambuilding“-Maßnahmen. Bei der HSG Dudweiler-Fischbach besonders hoch im Kurs steht Sackloch, auch Cornhole genannt. Bei der Sportart, die in den USA große Beliebtheit genießt, ist es das Ziel, einen kleinen, mit Mais gefüllten Stoffsack auf eine in zehn Metern Entfernung platzierte, angehobene Holzplatte mit Loch zu werfen. Wird das Säckchen im Loch versenkt, winken mehr Punkte als wenn es nur auf der Plattform liegen bleibt. „Die Jungs könnten sich damit den ganzen Tag beschäftigen“, erzählt der Trainer und lacht.

Strammes Auftaktprogramm

Nur dass sich durch munteres Sackloch-Werfen kaum positive Effekte für den Handball bewirken lassen. Um die zu erzielen, setzt der Übungsleiter neben dem klassischen Mannschaftstraining auf eine erstmalige Kooperation mit den Handballfreunden Illtal aus der Oberliga. „Wir hatten schon eine gemeinsame Trainingseinheit: Jede Mannschaft macht sich eine halbe Stunde warm. Und dann spielen wir eine Stunde, wobei wir nur im Angriff standen. Das ist so besser als bei einem Testspiel, weil wir eingreifen und Anweisungen geben können“, nennt Mühler die Vorteile. In der ersten Einheit Ende August spielte die HSG Dudweiler-Fischbach ausschließlich im Angriff. In einer weiteren Einheit, in der die Rollen getauscht wurden, erfolgte am Dienstag die Abwehr-Feinjustage.

Jetzt steht der Saisonstart an. Den kommentiert Mühler im ersten Impuls übrigens mit: „Boah, brutal!“ Angefangen beim HC Dillingen/Diefflen am Samstag, 18. September, um 17.30 Uhr in der Sporthalle Diefflen hat die HSG Dudweiler-Fischbach mit dem TV Merchweiler und der HSG Fraulautern-Überherrn drei Mannschaften im Auftaktprogramm, die im oberen Bereich der Tabelle gesehen werden – wo sich auch Mühlers Mannschaft platzieren möchte. Ein Nachteil muss das nicht sein. Schon vergangenes Jahr startete die HSG in Diefflen – und siegte zum Auftakt mit 27:24.