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TuS Herrensohr erwartet in der Fußball-Saarlandliga den FV Bischmisheim

Fußball-Saarlandliga : Zwei, die eigentlich nicht mehr wollten

Jan Dick vom FV Bischmisheim trifft am Sonntag in der Saarlandliga auf den ehemaligen Erstliga-Spieler Mick Roller vom TuS Herrensohr. Beide hatten ihre Fußball-Schuhe schon an den Nagel gehängt.

Etwa 18 Meter Tor-Entfernung und fast an der Strafraum-Ecke: Jan Dick fasst sich ein Herz, knallt den Ball einfach mal in Richtung Tor. Wie an der Schnur gezogen zischt der Ball in den rechten Winkel – ein Traumtor zur Erlösung des FV Bischmisheim. „Ich habe das erste Mal auf der rechten Seite im Mittelfeld gespielt. Davor wurde ich immer im Sturm eingesetzt“, sagt Jan Dick, der mit diesem 1:0-Siegtreffer am vergangenen Samstag gegen den FV Schwalbach für den ersten Saisonsieg des FV Bischmisheim in der Fußball-Saarlandliga sorgte. Damit kletterte der FVB vom letzten auf den 15. Platz.

 Der 22-jährige Mick Roller verteidigt für den TuS Herrensohr.
Der 22-jährige Mick Roller verteidigt für den TuS Herrensohr. Foto: Heiko Lehmann

„Wir hatten in den vergangenen Wochen einige Verletzte und in den Spielen auch kein Glück“, sagt Dick. Auch der 21-Jährige vergab einige gute Torchancen, obwohl er längst gezeigt hat, dass er weiß, wo die Kiste steht. Mit 18 Jahren absolvierte er für den SV Bübingen zehn Spiele in der Saarlandliga und traf dabei sechs Mal. Allerdings musste der SV Bübingen später wegen Insolvenz den Verein auflösen. Alle Spieler gingen in verschiedene Richtungen – und der Alt-Saarbrücker Dick verlor die Lust am Fußball. „Ich habe ein Jahr lang Football gespielt. Das war eine krasse Erfahrung und hat auch richtig viel Spaß gemacht“, erzählt der BWL-Student.

Doch die Lust auf Fußball kam zurück. Dick fing bei der zweiten Mannschaft des SV Auersmacher wieder an. „Dort spielten meine Freunde aus der Jugend. Der Kader der ersten Mannschaft des SVA war zu stark, das wusste ich“, sagt der Stürmer. Als der FV Bischmisheim vor der Saison anklopfte, ließ er sich auf das Abenteuer Saarlandliga wieder ein – und hat es nicht bereut. „Die Jungs hier sind super und es macht wieder Spaß. Ich hoffe, wir bekommen durch den Sieg jetzt ein bisschen Auftrieb und können aus dem Tabellenkeller klettern“, sagt der 21-Jährige.

An diesem Sonntag um 15 Uhr steht die Partie beim TuS Herrensohr an. Der Tabellenzwölfte liegt drei Punkte vor den Bischmisheimern. „Wir verkaufen uns zurzeit unter Wert und können viel besser spielen. Aber uns haben zeitweise alle vier Innenverteidiger verletzt gefehlt“, erklärt Mick Roller. Genau wie Dick hat auch der 22-jährige Rechtsverteidiger seine Fußballschuhe schon einmal an den Nagel gehängt. „Ich kam ins Saarland, um Sport zu studieren. Ich habe auf der Uni immer ein bisschen gekickt. Mehr wollte ich zwei Jahre lang nicht mehr“, sagt er.

Es folgte die Geschichte, wie die Herrensohrer an einen Erstliga-Spieler kamen – denn Roller hat in seiner Heimatstadt beim FC UNA Strassen in der ersten luxemburgischen Liga gekickt. Alexander Otto, ein Leistungsträger beim TuS Herrensohr, studiert auch Sport in Saarbrücken und kickt auch mit den Studenten. Er bemerkte das Können von Roller, sprach ihn einfach mal an – und schon hatte Herrensohr einen Erstliga-Spieler.

„Ich war im vergangenen Herbst zum ersten Mal im Training. Nach zwei Jahren fiel mir das erstaunlicherweise relativ leicht. Das lag vielleicht auch daran, dass alle anderen Spieler wegen Corona auch ein halbes Jahr nicht spielen konnten“, erzählt Roller. Er war beim TuS von Anfang an Stammspieler und ist trotz seiner defensiven Aufgaben immer wieder in der Offensive zu finden. „Das fordert der Trainer – was soll ich machen?“, sagt der 22-Jährige und grinst. Er hat zwar schon einen Elfmeter herausgeholt, möchte aber unbedingt sein erstes Tor erzielen oder vorbereiten. Am besten schon an diesem Sonntag im Heimspiel gegen Bischmisheim. Aber das werden Dick und seine Mitspieler kaum so einfach zulassen. Schließlich wollen auch sie raus aus dem Tabellenkeller.