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Einfache Tipps gegen Lebensmittelverschwendung im Saarland

Einfache Tipps gegen Lebensmittelverschwendung : Bewusster einkaufen, Essen vor dem Müll retten, Reste verwerten: Diese Tipps helfen gegen Lebensmittelverschwendung

Tonnenweise Lebensmittel landen jährlich im Müll. Dabei kann jeder Einzelne dazu beitragen, diese Menge zu reduzieren. Mit wenig Aufwand und guten Adressen auch hier im Saarland.

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland laut Bundesministerium für Landwirtschaft jährlich im Müll. Demnach werden 75 Kilogramm pro Person und pro Jahr in den privaten Haushalten weggeschmissen. Dabei kann jeder mit einfachen Tricks und durch lokale Initiativen diese Menge erheblich reduzieren.

Beim Einkauf

Auf Mengen achten: Die einfachste Regel ist wohl bekannt: Nie mit leerem Magen in den Supermarkt gehen, sonst landen schnell mehr Produkte im Einkaufswagen, als man tatsächlich in den nächsten Tagen verzehren kann. Wichtig ist auch, auf die Mengen zu achten. Während 2er- oder 3er-Packs für eine Großfamilie sinnvoll sind, führen sie bei einem Single-Haushalt nicht selten zu Lebensmittelverschwendung, vor allem bei frischen Produkten. Gute Alternativen: Unverpackt-Läden, in denen der Käufer zum Beispiel auch bei Getreide, Milchprodukten oder Fruchtsäften genau die Mengen bestimmt. Solche Geschäfte findet man zum Beispiel in Saarbrücken und in Friedrichsthal. Ähnlich lassen sich auf den Wochenmärkten genau die Mengen einkaufen, die man braucht. Im Regionalverband finden sie täglich außer sonntags statt, in Saarbrücken je nach Stadtteil zwischen Montag und Samstag. Außerdem unter anderem montags (Püttlingen), dienstags (Sulzbach), mittwochs (Völklingen, Riegelsberg), donnerstags (Friedrichsthal), freitags (Heusweiler), samstags (Quierschied).

Lebensmittel vor dem Müll retten: In den vergangenen Jahren sind immer mehr Initiativen gegründet worden, um Lebensmittel zu retten. In Saarbrücken gibt es öffentliche Kühlschränke und Regale, in denen Menschen überschüssige Lebensmittel deponieren oder kostenlos abholen können. Solche „Fairteiler“ befinden sich im Nauwieser Viertel (Hof von Kino 8 1/2), im „Garten Eden“ in der Hellwig Straße und ganz neu an der Kirche St. Jakob (Keplerstraße). Außerdem wurde vor einem Jahr der Laden „Rettich“ in Saarbrücker Nauwieser Viertel eröffnet. Dort kann man für kleines Geld Lebensmittel einkaufen, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum fast oder bereits überschritten ist. Doch auch in ländlichen Gegenden gibt es die Möglichkeit, Lebensmitteln zu ernten, die sonst verfaulen würden. Durch die Aktion „Gelbes Band“ des Umweltministeriums kennzeichnen Kommunen ihre Streuobstwiesen mit einem gelben Band. Von diesen Bäumen und Sträuchern darf ohne Rücksprache kostenlos und für den eigenen Bedarf Obst geerntet werden.

Zu Hause

Kühlschrank richtig einräumen: Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, gilt auch auf die richtige Lagerung der Produkte zu Hause zu achten – vor allem bei frischen Sachen. Die bundesweite Aktion „Zu gut für die Tonne“ hat für den heimischen Kühlschrank folgende Empfehlungen herausgegeben: Ins oberste Fach (circa acht Grad) gehören Käse sowie bereits zubereitete Mahlzeiten. Im mittleren Fach (circa fünf Grad) finden Milchprodukte Platz. Im untersten Fach über der Schublade kann man Fleisch, Fisch und angebrochene Packungen aufbewahren. In der Schublade ganz unten (circa neun Grad) findet man Obst und Gemüse. Eier, Butter, Milch, Saucen, Tuben, Marmelade und Getränke sollten in der Tür gelagert werden.

Einfrieren: Wer doch zu viel eingekauft hat oder Lebensmitteln zum Beispiel wegen Urlaubs nicht sofort essen kann, kann sie für einen späteren Zeitpunkt einfrieren. Bis auf Joghurt, Blattsalat, Tomaten, rohe Kartoffeln, Äpfel, Birnen und Südfrüchte lassen sich fast alle Lebensmittel einfrieren. Die Lagerzeit reicht dann von einem Monat für rohen Teig bis zu rund einem Jahr für Obst und Gemüse.

Apps als digitale Helfer

Resteverwertung: Mittlerweile gibt es zahlreiche kostenlose Apps, die die Verbraucher ohne allzu viel Aufwand im alltäglichen Kampf gegen Lebensmittelverschwendung unterstützen. Empfehlenswert ist zum Beispiel „Plant Jammer“, denn diese App verbindet mehrere Funktionen. Zum einen ist es damit möglich, Einkaufslisten und einen Wochenplanner mit verschiedenen Gerichten für jeden Tag herzustellen, um immer nur die Zutaten zu kaufen, die man in absehbarer Zeit verbrauchen wird. Zum anderen gibt es eine zutatenbasierte Rezeptsuche. Der User gibt die Lebensmitteln an, die noch im Kühlschrank stehen, und die App sucht anhand von künstlicher Intelligenz passende Kochanleitungen.

Wie im Restaurant: Eine weitere interessante App vor allem, wenn der Kühlschrank tatsächlich leer ist, ist „Toogoodtogo“. Dort können Restaurants und Lebensmittelhändler Produkte einstellen, die an dem Tag nicht verkauft wurden. Man kann über die App ein „Überraschungpaket“ kaufen und kurz vor Ladenschluss abholen. Einzige Voraussetzung: Man sollte flexibel sein, denn es ist nicht möglich auszusuchen, welche Produkte genau im Paket stecken. Dafür sind die Preise stark reduziert, und dieses Essen landet nicht im Müll. In Saarbrücken stellen unter anderem Bäckereien, Cafés und Sushi-Restaurants regelmäßig ihre Produkte ein.