1. Saarland
  2. Saarbrücken

Energiewende und Klima: Wie der Regionalverband Saarbrücken die Kurve kriegen will

Energiewende : Mit diesem Plan soll der Regionalverband Saarbrücken die Kurve kriegen

Bisher sah es oft mau aus. Doch das aktuelle Klimaschutzkonzept formuliert ehrgeizige Pläne, in denen erneuerbare Energien eine große Rolle spielen.

Klimaschutz und Energiewende sind am Ende nur möglich durch eine nötige politische Weichenstellung. Der Regionalverband Saarbrücken (RGV) hat die Bedeutung der Kommunen erkannt. Das jedenfalls legt das umfassende Klimaschutzkonzept nahe, das der RGV im Frühling dieses Jahres neu aufgelegt hat.

Neben Maßnahmen, welche die heute schon sichtbaren Folgen der Klimakrise abfedern sollen – darunter immer häufigere Starkregen­ereignisse, welche besseren Schutz vor Überschwemmungen nötig machen – ist auch die künftige Strom­erzeugung ein Thema. „Die Energiewende erfolgt vor Ort – dezentral und unter Beteiligung der regionalen Akteure“, schreibt der RGV im Klimaschutzkonzept. Dabei stelle sich nicht mehr die Frage, ob Veränderung passieren muss. Stattdessen sei nur noch das „Wie“ entscheidend.

Bereits vor über einem Jahrzehnt wurden dafür im Energiesektor die Weichen gestellt. Seit 2008 steigerte sich der Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Regionalverband rasant. Allein in den Jahren 2010 und 2011 wurden 930 beziehungsweise 970 neue Anlagen mit einer Leistung von etwa 36 Megawatt in Betrieb genommen. Spätestens ab dem Jahr 2013 nahm dieser Zubau allerdings stark ab. Von 2015 bis 2019 wurden pro Jahr im Schnitt nur noch 200 neue Anlagen mit einer jeweiligen Leistung von maximal vier Megawatt installiert. Dabei ist das Potential gewaltig: Laut einer Analyse für das Klimaschutzkonzept 2014 könnte Photovoltaik im Regionalverband in der Spitze auf Freiflächen bis zu 116 Megawatt, auf Dachflächen sogar über 650 Megawatt Strom erzeugen.

Bei der Wind­energie hatte der Regionalverband in den letzten Jahren zahlreiche Hürden zu überwinden – mit dem Ergebnis, dass aktuell erst ein einziger Windpark (Pfaffenkopf bei Burbach) mit zwei Windrädern in Betrieb ist, die je zwei Megawatt Leistung bringen. Zwei weitere Windenergieanlagen gleicher Leistung sind jedoch bereits genehmigt, zwei Anlagen mit 4,2 beziehungsweise 4,6 Megawatt Leistung befinden sich im Genehmigungsverfahren. Auch hier ist das Potential allerdings nicht ausgeschöpft: In mehreren Konzentrationszonen, welche der Regionalverband bereits 2016 ausgewiesen hat, ist theoretisch Platz für 17 bis 23 Anlagen. Die installierte Gesamtleistung entspräche damit etwa 51 bis 69 Megawatt.

Mit einem zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien könnte im Jahr 2040 jährlich etwa eine Million Megawattstunden Strom im Regionalverband erzeugt werden – davon etwa 25 Prozent durch Wind­energie und 70 Prozent durch Photovoltaik. Um das zu erreichen, sind allerdings weitere Maßnahmen nötig, die nicht nur die Liegenschaften des Regionalverbands betreffen. Auch Bürgerenergieprojekte (wie sie beispielsweise durch die Bürger­energiegenossenschaft Köllertal realisiert werden) sollen gefördert – und allgemein die Akzeptanz für die Energieformen der Zukunft gesteigert werden.