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Entscheidung über den Christkindlmarkt soll am Montag fallen: Standbetreiber verärgert

Entscheidung über den Christkindlmarkt soll am Montag fallen : Standbetreiber verärgert: Warum unterstellt man ausgerechnet dem Weihnachtsmarkt ein besonderes Infektionsrisiko?

Ob der Saarbrücker Christkindl Markt stattfinden soll wird am Montag entschieden. Doch die Standbetreiber verstehen nicht, warum sie die Sündenböcke sein sollten.

„Wir haben heute Morgen die letzten Aufbauten gemacht, in den 80 Hütten mit den 90 Verkaufsstationen ist alles fertig. Es kann sofort beginnen“, sagt Schausteller Thomas Sonnier, der seit Jahren den Christkindlmarkt in Saarbrücken betreut und dem auch die Hütten gehören. Veranstalter des Marktes ist der Saarbrücker Verkehrsverein. An diesem Montag soll es ein Treffen geben, dann will die Stadt die Regeln für den Markt bekannt geben, dann soll entschieden werden, ob und wie er stattfinden kann. „Wir richten uns auf Öffnen ein. Was anderes können wir auch gar nicht machen“, sagt Sonnier und mag an die Absage noch gar nicht denken.

„Seit 18 Monaten haben wir als Schausteller große Probleme. Rücklagen wurden aufgebracht und sogar Lebensversicherungen aufgelöst. Es gab ein wenig Staatshilfe, die aber nicht alle Kosten deckte. Jetzt droht wieder der Stillstand“, sagt Sonnier und wartet gespannt auf die Entscheidungen am Montag.

Die Hütten sind an den Verkehrsverein vermietet, die Aufstellkosten sind bezahlt. Aber die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb gehören natürlich zur Kalkulation dazu. Mit einem geschlossenen Weihnachtsmarkt kann man nichts verdienen. Der Einzelhandel rundherum ist offen, in den Läden gilt Maskenpflicht, am Rathaus ist der Bauernmarkt wie üblich in Betrieb, die Gastronomie ist geöffnet. Sonnier lässt durchblicken, dass er nicht erkennen kann, warum man ausgerechnet seinem Weihnachtsmarkt ein besonderes Infektionsrisiko unterstellt: „Die Zahlen steigen jetzt massiv an, dabei ist noch kein Weihnachtsmarkt irgendwo geöffnet. An den Weihnachtsmärkten im Freien kann es nicht liegen, die Menschen stecken sich in Innenräumen an“, sagt er und zuckt mit den Schultern.

Er werde abwarten müssen, er könne es nicht ändern. Seine Kollegen stehen um ihn herum, nicken. Impfstatus-Kontrollen in der Innenstadt seien nicht möglich, wenn die Stadt mehr wolle als eine Maskenpflicht, dann werde es eng für den Christkindlmarkt, obwohl man den Abstand der Buden vergrößert und mehrere davon vor das Staatstheater gestellt hat. Der fliegende Weihnachtsmann sei gebucht, der Artist startbereit. Alle sind sich sicher: Montag ist der Tag der Entscheidung.