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Corona: Sonderimpfaktionen in Sulzbach und Friedrichsthal

In nur 15 Minuten zur Impfung : Fast 700 Corona-Impfungen beim Aktionstag gegen die Pandemie in Sulzbach und Friedrichsthal

Lob für gut organisierte Angebote in Sulzbach und Friedrichsthal. Und Erleichterung bei jenen, die nicht mehr auf den nächsten Piks warten müssen.

676 Menschen ließen sich am Samstag in Sulzbach und Friedrichsthal impfen. Im Sulzbacher Sportzentrum organisierte die Stadt die Aktion, die von 9 bis 15 Uhr dauerte. „Ich kam um 12 Uhr und war eine Viertelstunde später geimpft. In Arztpraxen habe ich erst für Ende Januar einen Termin bekommen – mehr als sechs Monate nach der zweiten Impfung“, sagte der Sulzbacher Martin Groben.

Petra Termer und Daniel Woll von der Stadtverwaltung leiteten die Organisation. „Das Land hatte gefragt, ob wir eine Impfaktion ausrichten wollen. Wir bekamen 460 Impfdosen. Wir baten unsere Ärzte in der Stadt um Unterstützung und brauchten 14 Tage für die Organisation“, sagte Petra Termer. Während es in Sulzbach Impfungen ohne Termin gab, war ein Termin in Friedrichsthal Pflicht. Zudem gab es in Friedrichsthal nur die Booster-Impfung. 450 Menschen nutzten das Angebot. „Zur Booster-Impfung brauchen wir für alle in der Halle nur 2G. Zudem verliert man weniger Zeit, da es keine Aufklärungsarbeit für die Erstimpflinge gibt“, sagte Sebastian Mai, einer von drei Ärzten in der Bismarckhalle. Organisiert hatte diese Aktion das  Friedrichsthaler Rote Kreuz. Es setzte acht Helfer ein. Es gab so gut wie keine Wartezeiten.

In Sulzbach standen erst rund 50 Menschen Schlange. In der Impfkabine zog Helferin Klaudia Kreis die Spritzen auf, Hausarzt Werner Ganz verabreichte sie. In Sulzbach gab es 226 Immunisierungen, davon 22 Erstimpfungen. „Die Aufklärungsarbeit bei den Erstimpflingen nimmt Zeit in Anspruch. Während der Fußballweltmeisterschaft gibt es mehr als 80 Millionen Bundestrainer und aktuell mehr als 80 Millionen Impfexperten. Aber wir geben unser Bestes, um jeden richtig aufzuklären und die teilweise verrückten Verschwörungstheorien aus dem Weg zu räumen“, sagte Ganz.

Ismail Güler aus Sulzbach wurde bereits zum dritten Mal geimpft. „Man fühlt sich einfach sicherer nach der Impfung. Ich bin Allergiker und wurde jetzt zum dritten Mal mit Moderna geimpft. Nach den beiden ersten Impfungen habe ich überhaupt nichts gespürt“, sagte Güler. Auch für ihn dauerte das Ganze nur 15 Minuten. Ob es weitere Aktionen in Sulzbach und Friedrichsthal geben wird, ist  offen. „Wenn es der Volksgesundheit dient, machen wir jedes halbe Jahr eine solche Aktion“, sagte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam. Das sah auch Christian Jung so, der Bürgermeister von Friedrichsthal. Beide halfen bei den Impfaktionen in ihren Städten mit. Wie die Ärzte mitteilten, entlasten die Aktionen in großen Hallen die Praxen bei den Impfterminen.

Wie es weitergeht, wissen auch die Ärzte nicht. Werner Ganz kann sich eine kombinierte jährliche Impfung gegen Grippe und Corona vorstellen. „Aber das ist Zukunftsmusik. Aktuell weiß noch keiner, wie wir das alles in den Griff kriegen sollen.“