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Schlimme Bilder aus Friedrichsthal: Schlachtabfälle am Straßenrand entsorgt

Schlimme Bilder aus Friedrichsthal : Riesige Menge Schlachtabfälle einfach am Straßenrand entsorgt

Ein Spaziergänger hat in Maybach eine große Menge frischer Schlachtabfälle am Wegesrand entdeckt. Doch wer hat sie dort abgelagert? Waren es Wilderer? Achtung: Weiter unten im Text ist ein unverpixeltes Bild zu sehen.

Ein Anblick des Schreckens bot sich am vergangenen Montag einem Spaziergänger in Friedrichsthal. „Ich bin meine tägliche Route gelaufen und sah plötzlich an einem Abhang die ganzen Tierreste liegen. Da waren noch ganz Köpfe von Rehen dabei und überall war Blut. So etwas habe ich in dieser Menge noch nicht gesehen. Ich konnte Nachts nicht schlafen“, sagte der Spaziergänger, der seinen Name nicht in der Zeitung lesen will.

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Die Saarbrücker Zeitung hat sich das Beschriebene unweit der Autobahn A8, wo die Quierschieder Straße in den Maybacher Weg übergeht, mal angesehen. Und es ist tatsächlich kein Anblick für zarte Nerven. Die Leitplanke ist noch mit Blut verschmiert und davor liegt noch ein Teil eines Rehbeins. Ein Jäger sagte beim Betrachten der Bilder, dass es sich um Schlachtabfälle von mindestens zehn Tieren handelt: Rehe und Wildschweine. Auf der anderen Straßenseite liegen aktuell ebenfalls an einem abschüssigen Hang weitere Schlachtabfälle, die der Spaziergänger bereits vor einem Monat entdeckt hat. „Ich habe damals die Polizei informiert, aber es ist nichts passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas erlaubt ist. Das ist doch ein Anblick, den keiner sehen möchte“, erklärt der Spaziergänger.

 In der Nähe von Bildstock haben Unbekannte Schlachtabfälle in großer Menge abgelagert. Offenbar von Wildtieren wie Wildschein und Reh. Hier ein Rehfuß.
In der Nähe von Bildstock haben Unbekannte Schlachtabfälle in großer Menge abgelagert. Offenbar von Wildtieren wie Wildschein und Reh. Hier ein Rehfuß. Foto: Heiko Lehmann

Es ist aber erlaubt, zumindest in kleinen Mengen: Das Unternehmen SecAnim mit Sitz in Lünen ist zuständig für das Abfahren von Schlachtabfällen im Saarland. „Wir fahren in erster Linie Schlachtabfälle von Nutztieren ab. Wild-Schlachtabfälle sind keine beseitigungspflichtigen Nebenprodukte. Es ist sogar vom Gesetzgeber gewünscht, dass Abfälle von Wildtieren im Wald verbleiben“, sagt Paul Kill, der Geschäftsführer vom SecAnim. Er teilte aber auch mit, dass es sich dabei um Abfälle von ein oder zwei Tieren handeln solle und nicht in dieser Menge, wie auf den Fotos zu sehen ist. „Wenn es größere Jagden im Saarland gibt, werden wir im Vorfeld informiert und kümmern und dann um die Abfuhr der Abfälle. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Ablagerung legal ist, zumal es kein Wald ist, sondern direkt an der Straße“, erklärt Paul Kill weiter.

Johannes Schorr, der Geschäftsführer der Vereinigung der Jäger des Saarlandes, bestätigte die Aussage. „Schlachtabfälle gehören in den Wald, wo sich normalerweise keine Menschen aufhalten. Ob es in dieser beschriebenen Menge noch im legalen Bereich ist, wage ich zu bezweifeln. Sicherlich nicht direkt neben einer Straße“, erklärt Johannes Schorr.

Auch Christian Jung (SPD), Bürgermeister der Stadt Friedrichsthal, stockte beim Betrachten der Bilder der Atem. „So etwas habe ich noch nicht gesehen und das ist auch kein Anblick, den man der Bevölkerung zumuten sollte. Wir werden uns um die Beseitigung kümmern und unser Mögliches tun, um die Täter zu ermitteln“, erklärt Christian Jung.

Ob eine Ermittlung zum Erfolg führt, ist fraglich. Ob es einheimische Jäger waren, ist ebenso fraglich. „Wir Jäger wissen, was man darf und was nicht. Die Schlachtabfälle von erlegten Wildtieren gehören in kleinen Mengen in den Wald. So will es das Gesetz und das kostet auch nichts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Tat von Jägern ausging“, erklärt der erfahrenen der Jäger.

Kommt zu der illegalen Ablagerung der Tierreste auch noch Wilderei dazu? Spekulationen, die vorerst noch nicht beantwortet werden können. Für den Spaziergänger aus Friedrichsthal ist wichtig, dass die auch stark riechenden Abfälle neben der Straße beseitigt werden. „Ich esse selber Fleisch und auch Wild und weiß, dass bei der Produktion Abfälle anfallen. Aber so etwas muss beim besten Willen nicht sein. Ich hoffe, dass ich diese Bilder schnell wieder aus dem Kopf bekomme“, erklärt der Spaziergänger.