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Großrosseln: Nikolauspostamt in St. Nikolaus seit Sonntag geöffnet

Der Nordpol liegt jetzt in Großrosseln : „Es ist toll, was hier geleistet wird“ – Nikolauspostamt in St. Nikolaus wieder geöffnet

Das Nikolauspostamt ist wieder geöffnet. Schon 13 000 Briefe an Kinder, Senioren und chinesische Studenten gingen raus.

Während die Menschen anderswo bereits die Füße hochlegen und sich auf die besinnliche Weihnachtszeit freuen, geht im Großrosseler Ortsteil St. Nikolaus nochmals die Post ab. Genauer gesagt: Die Nikolauspost. Und das seit mehr als einem halben Jahrhundert.

Am Sonntagvormittag hat das 55. Nikolauspostamt seine Arbeit aufgenommen – wegen Corona diesmal nur mit geladenen Gästen. Die Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb (SPD) und die anderen Ehrengäste, die zum Mikrofon griffen, lobten die vielen ehrenamtlichen Helfer, die mit Herzblut bei der Sache sind. Sie engagieren sich nicht nur für die Kinder, sondern auch für den guten Zweck. Denn seit 1967 hat der Festausschuss St. Nikolaus rund 375 000 Euro an karitative Organisationen gespendet.

„Es ist toll, was hier geleistet wird“, sagte Großrosselns Bürgermeister Dominik Jochum (CDU), bevor er den symbolischen Schlüssel für das Nikolauspostamt an den berühmten Bischof übergab. Fürs Publikum öffnet der Schalter in der liebevoll geschmückten Nikolaushütte an diesem Montag um 11 Uhr. Wegen der Corona-Beschränkungen dürfen nur zwei Familien gleichzeitig hinein, deshalb kann es vor der Tür zu Wartezeiten kommen.

Die Deutsche Post sponsert die Kinderbriefaktion. Die ersten 13 000 Antwortschreiben gingen bereits am Freitag auf die Reise. So wurde sichergestellt, dass die Jungs und Mädchen die Post am Nikolausabend lesen können. Aber nicht nur der Nachwuchs berichtet dem heiligen Mann in Briefen von seinen Sorgen und Nöten. In diesem Jahr wurden auch die Senioren animiert, zu schreiben. Einige ältere Nikolausfans fragten zur Sicherheit beim Festausschuss nach: Darf ich wirklich? Natürlich, der Nikolaus hat für jeden ein offenes Ohr.

Sabine Gerecke, die Leiterin der Briefaktion, kennt die Sorgen und Nöte der Absender. Nicht nur über Corona wird geklagt. Flutopfer aus dem Ahrtal freuen sich ebenfalls über ein paar nette Worte. „Auch viele chinesische Studenten haben geschrieben“, berichtet Sabine Gerecke im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie sind traurig, dass sie wegen der Pandemie schon seit zwei Jahren nicht nach Hause dürfen und das Weihnachtsfest erneut ohne ihre Familie feiern müssen. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Eine Seniorin, die seit einem Jahr im Altenheim wohnt, freut sich, dass sie nun nicht mehr alleine ist. Die Antworten richten sich nach dem Inhalt – je nachdem, ob jemand an den Nikolaus oder das Christkind schreibt, ob die Briefe einen Wunschzettel oder ein selbst gemaltes Bild enthalten. Kindern, die etwa über die Trennung ihrer Eltern klagen, wird persönlich geantwortet.

„Ich finde die Wochen vor Weihnachten sind voller Magie“, schreibt der Nikolaus in seinem aktuellen Brief. Sein Herzenswunsch lässt vermuten, dass auch er von der Pandemie genervt ist: „Es gibt nichts, was mir mehr Freude bereiten würde, als euch Kinder wieder persönlich besuchen zu dürfen.“

Die Geschichte der Kinderbriefe begann 1966 mit der pfiffigen Idee eines Mitarbeiters einer Pharma-Firma aus Weil am Rhein. Über einen Bekannten in St. Nikolaus schickte er kleine Geschenke und Briefe an Arztkinder aus seinem Kundenkreis. Die Empfänger freuten sich über die Post mit dem Stempel aus St. Nikolaus. Schnell sprach sich herum, wo der heilige Mann lebt. Im folgenden Jahr wurden erste Briefe an den Nikolaus ins Saarland geschickt.

 Eine der Sonderbriefmarken aus dem Nikolauspostamt .
Eine der Sonderbriefmarken aus dem Nikolauspostamt . Foto: Marco Reuther
 Eine der im Nikolauspostamt in St. Nikolaus 2021 erhältlichen Sonder-Briefmarken.
Eine der im Nikolauspostamt in St. Nikolaus 2021 erhältlichen Sonder-Briefmarken. Foto: Marco Reuther

Das Nikolauspostamt, Im Spitzenfeld 1, ist am 6. Dezember von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Öffnungszeiten bis Heiligabend: montags bis freitags 16.30 – 18.30 Uhr, samstags 10 bis 11.30 Uhr, 24. Dezember 10 bis 12 Uhr. Sonntags geschlossen.