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Hüttengastronomie Völklingen: Die Pläne von Michael Gindorf als neuer Wirt

Ende für Café Umwalzer und Bistro B40 : Neuer Wirt hat große Pläne: Völklinger Hütte wird kulinarischer Erlebnisort

Gastro-Profi Michael Gindorf kehrt ins Saarland zurück – als neuer Hüttenwirt in Völklingen. Nicht nur mit dem Weltkulturerbe-Biergarten hat er große Pläne.

Von den Trennungs-Querelen zwischen dem Hüttenwirt Jürgen Rein und der Weltkulturebe-Geschäftsführung weiß Michael Gindorf (52) nicht wirklich viel. Er lebt in Heidelberg, hat einen Job als Verkaufsleiter beim Getränkelogistik- und Beratungs-Unternehmen GGS, kehrt jedoch ab Mitte Oktober nach Hostenbach zurück – und bringt, wie er sagt, ein umfassendes Knowhow mit, um die Locations im Völklinger Weltkulturerbe neu zu profilieren. Im Saarland arbeitete er früher für die Karlsberg Brauerei, auch gründete er die „Fros’n“-Eis-Gmbh und brachte das erste Alkoholeis auf den Markt. Jetzt heißt sein Unternehmen Tarte Gastro Gmbh.

Neuer Betreiber findet „Café Umwalzer“ als Namen irreführend

Was ist geplant? Das Café Umwalzer in der Alten Hütte, das Bistro B40 und ein weiteres Café oder Restaurant, das bis 2024 im Wasserhochbehälter entsteht, sollen, wenn es nach Gindorf geht, nicht mehr nur auf die Bedürfnisse von Touristen ausgerichtet sein, sondern für alle Saarländer zu attraktiven Adressen werden. „Der Biergarten ist jetzt schon der schönste im ganzen Saarland“, sagt Gindorf der SZ. „Aber niemand weiß das. Das wird sich ändern.“ Auch hält er die Bezeichnung „Cafe Umwalzer“ für unglücklich: „Das ist ja gar kein Café. Wer ahnt, dass man hier auch richtig essen kann?“, fragt Gindorf. Er will auch abends öffnen.

Zunächst hat die Tarte Gastro GmbH nur einen Einjahres-Vertrag unterschrieben, er läuft  ab 1.November: „Wir wollen sehen, wie die Zusammenarbeit funktioniert“, sagt Gindorf, der sich zugleich auf ein Zehn-Jahres-Engagement einstellt. Der Gastro-Fachmann, der nach eigenem Bekunden auch gerne mal hinter dem Tresen steht und in München einen Biergarten managte, sieht sich gegenüber der Weltkulturerbe-Geschäftsführung nicht nur in der Rolle eines Pächters, sondern in der eines Beraters. Er entwickele und steuere das Gastro-Konzept mit, sagt er. 

Was in der Völklinger Hütte jetzt in Sachen Gastronomie geplant ist

Was passiert als erstes? Im „Cafè Umwalzer“ wird sich, wie er sagt, auch wegen des Denkmalschutzes relativ wenig verändern, zumal die Übergabe im Eiltempo erfolgen muss, Hüttenwirt Jürgen Rein (70) drängte auf Ausstieg. Nahtlos soll es weitergehen.

Bereits für die erste Groß-Ausstellung des Generaldirektors Ralf Beil mit erwartbarem Massen- und Bus-Betrieb ab Mitte November muss das neue Bewirtungskonzept stehen. Die Stammkarte soll regional geprägt bleiben, doch durch vegane Angebote, Salate und saisonale Aktionskarten ergänzt werden. Einen Cocktail-Stand mit Smoothies soll es geben, das Hüttenbier ist bereits so gut wie fertig. „Wir wollen die Touristen nicht nur versorgen, wir wollen sie verwöhnen – wie alle Saarländer“, sagt Gindorf. Er sieht sich auch als Eventmanager, hält Weihnachtsmärkte oder Weinfeste für wünschenswert. Die Hütte – bald auch ein kulinarischer Erlebnis-Ort? Generaldirektor Beil formuliert es so: „Zur Strahlkraft des Ortes soll die Sinnenfreude der Küche treten.“

Neue Namen statt „Café Umwalzer“ und „B40“

Bereits im Frühjahr soll eine umfassende Innen-Neugestaltung des bisher sehr karg gehaltenen „Bistro B40“ erfolgen. Damit den Wandel auch jeder mitbekommt, wird Gindorf eine neue Kommunikation aufsetzen – mit dem Weltkulturerbe-Logo. Das sei mit der Geschäftsführung so besprochen, sagt Gindorf. Deshalb verschwänden dann auch die bisherigen Eigennamen: Aus dem „Café Umwalzer“ wird das „Weltkulturerbe Bistro“, aus dem Biergarten-Lokal „B40“ der „Weltkulturerbe Biergarten“. Manchem bisherigen Stammgast dürfte just das nicht schmecken, wie Leser-Reaktionen auf die ersten SZ-Berichte über die Hüttengastronomie im Wandel zeigten. „Ich gehe die Sache professionell und unvoreingenommen an“, sagt Gindorf dazu. Er richtet sich auf einen Fulltime-Job in Völklingen ein. Ein Geschäftspartner übernimmt derweil das Saarbrücker „Flammkuchenhaus“ im Almet, dem zweiten Betrieb im Portfolio der Tarte Gastro Gmbh.