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Kolumne: Wie eine Pflegerin mit Corona-Leugnern im Krankenhaus umgeht

Kolumne „Corona-Visite“ : Feingefühl ja, aber ohne Kompromisse

In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie. Diesmal: Wie Pflegerin Simone Schmitt am Klinikum Saarbrücken mit Corona-Leugnern umgeht.

Ich habe täglich Kontakt mit vielen Menschen – im Untersuchungs- und Behandlungszentrum sehen wir Patienten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen vor und nach ihren Behandlungen im Krankenhaus, auch jetzt, denn neben Corona müssen auch andere Erkrankungen dringend versorgt werden. Deshalb bin ich kompromisslos, was die Einhaltung unseres Schutzkonzepts betrifft.

Die Händedesinfektion ist ein Muss für alle, die sich hier aufhalten. Wer sich weigert, Mund-Nase-Schutz zu tragen, muss gehen. Wer keinen Abstand hält, ebenfalls. Für mein Team, die Ärzte, die Reinigungskräfte – alle, die hier arbeiten – und natürlich die Patienten ist es elementar, dass die Spielregeln eingehalten werden und wir uns aufeinander verlassen können. Für die meisten Patienten ist das keine Frage, es gibt aber einige – und in jüngster Zeit leider immer mehr –, die diskutieren. Menschen, die die Maske unters Kinn ziehen und sagen: „Nein, Covid-15, -16 oder -17 gibt es doch gar nicht.“

Dann ist Feingefühl gefragt und Kommunikationsgeschick. In solchen Momenten halte ich inne, zähle kurz innerlich bis drei, und sage ruhig, dass es hier nur nach unseren Regeln laufen kann. Manchmal sehen es die Leute ein und gehorchen murrend. Andere ziehen schimpfend von dannen.

Natürlich sind auch im Krankenhaus – eben da, wo sich Menschen aufhalten – Infektionen möglich, trotz räumlicher Trennung von Corona- und Nicht-Corona-Bereichen. Ich habe Respekt davor, das Virus mit nach Hause zu nehmen, will meine Familie bestmöglich schützen. Deshalb sind unsere Spielregeln für mich kein optionales Angebot. Es ist für mich ein Gebot des Anstands und des Respekts, sich gegenseitig zu schützen – und das steht nicht zur Diskussion.

Simone Schmitt (43) ist Gesundheits- und Krankenpflegerin und Stationsleitung des Untersuchungs- und Behandlungszentrums (UBZ) im Klinikum Saarbrücken. In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie.