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Park-Wut auf Rodenhof: Das Ordnungsamt Saarbrücken treibt es zu weit

Park-Ärger auf dem Rodenhof : Saarbrücken: Wenn es das Ordnungsamt zu weit treibt

Wenn das Saarbrücker Ordnungsamt mal was macht, dann gründlich. Wie bei der völlig überzogenen Parkkontrolle auf dem Rodenhof.

Meinen die das ernst? Haben die sie noch alle? Das ist ein Witz, oder? Hackt’s? Das hast du dir ausgedacht, nicht? Diese Woche waren sie plötzlich wieder da, die Variationen einer Frage,  die im Kern lautet: Wie weit kann eine Stadtverwaltung in den Wahnsinn abtriften?

Auslöser für diese Fragen waren Schreiben des Ordnungsamts an Bewohner des Rodenhofs und Kontrollen ebenjenes Amtes während des FCS-Heimspiels am 3. September. Anwohnern wurde mitgeteilt, dass es „zumutbar“ sei, wenn sie während der FCS-Spiele im Ludwigspark keinen Besuch bekommen dürfen, zumindest keinen, der mit dem Auto kommt und diese auf dem Rodenhof parken will. Solche Besucherautos werden bei Kontrollen nämlich genau so behandelt, wie die von Fußballfans, die ihre Karossen im Wohngebiet abstellen: Es gibt ein 15-Euro-Knöllchen hinter den Scheibenwischer. Dass das kein Witz ist, mussten Gäste einer Rodenhofer  Pizzeria festellen, die während des FCS-Spiels so dreist waren, ihr Auto wie sonst auch vorm Lokal zu parken. Das Ganze sei eben Teil des „Anwohnerschutzkonzepts“ schreibt das Ordnugsamt vollkommen humorbefreit. Damit müssen die Rodenhofer leben, findet die Behörde. Es mag ja sein, dass man Menschen ab und zu auch vor sich selbst schützen muss. Aber diese Menschen sitzen nicht in ihren Wohnungen und nicht in einer Pizzera auf dem Rodenhof – die sitzen im Ordnungsamt und im Rathaus. Diese Menschen sollte man dringend schützen vor zwei gefährlichen Mutanten, die sich Bürgerferne und Weltfremdheit nennen.