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Pfleger vom Klinkum Saarbrücken erzählt von seinem Alltag mit Corona

Corona-Kolumne: Ein Saarbrücker Pfleger erzählt von seinem Alltag mit Corona : Dieser Beruf macht glücklich und traurig

In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie. Diesmal: Marvin Lepper berichtet von seinem Alltag als Pfleger in der Pandemie.

Ich arbeite seit vier Jahren im Klinikum Saarbrücken als Gesundheits- und Krankenpfleger. Das zurückliegende Jahr werde ich nie vergessen. Corona bestimmt den Alltag der Pflege. Wir spüren es jeden Tag aufs Neue, sogar bei ganz alltäglichen Dingen in unserem Beruf. Wir ziehen bei allem, was wir tun, Schutzkleidung an. Häufig gilt dies auch für Patienten, die zwar keine Symptome haben, bei denen man aber trotzdem auf Nummer sicher gehen muss, bis das Testergebnis vorliegt – zum Schutz aller. Die Arbeit unter „Vollschutz“, mit Isolationskittel, FFP2-Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrille ist anstrengend, kräftezehrend und so komplett anders als sonst.

Was sich sehr verändert hat: Wir sind vorsichtiger geworden. Ich finde, man spürt die Verantwortung des Pflegeberufs prägnanter als vorher. Im Arbeitsumfeld sowieso, aber auch im Privaten. Man hat immer Angst, man könne von der Station „etwas mit heimbringen“, wir arbeiten eben direkt am Patienten. Dazu kommt der Personalmangel in der Pflege, den es ja nicht erst seit Corona gibt, den man aber meiner Meinung nach jetzt mehr merkt. Es fehlen Hände, die angreifen, manchmal helfen da auch schon Kleinigkeiten. Es ist einfach ein ständiger Mehraufwand, den wir auffangen und kompensieren müssen. Durch viele organisatorische Dinge fehlt an anderer Stelle wertvolle Zeit. Zeit, die den Patienten zu Gute kommen könnte. Die ganze Situation momentan ist nicht leicht, für uns alle nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam meistern können. Ich tue jeden Tag alles dafür. Denn für mich und viele meiner Kollegen ist Pflege viel mehr als nur ein Beruf. Allen Widrigkeiten zum Trotz: Dieser Beruf erfüllt, er macht manchmal stolz, auch manchmal traurig. Aber meistens macht mich dieser Beruf vor allem eins: glücklich.

Marvin Lepper (21) ist Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Station 16, Innere Medizin I, im Klinikum Saarbrücken. In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie.