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ASC Quierschied startet bei TV Merchweiler in die Handball-Saarlandliga

Handball-Saarlandliga : Wenn der Körper eingerostet ist und wehtut

Handball-Saarlandligist ASC Quierschied musste die Saisonvorbereitung behutsamer angehen.

Flavio Tassone trommelte Anfang Juni die Damen des Handball-Saarlandligisten ASC Quierschied zum Vorbereitungsauftakt zusammen. Im Juli startete seine Mannschaft dann mit dem Hallentraining. In der Vorbereitung musste der Trainer behutsamer als in den vergangenen Jahren vorgehen. Denn die coronabedingte Pause war lang.

„Ich habe es wirklich gebraucht, nochmal regelmäßig Sport zu machen. Und im Team fällt das viel leichter“, erklärt Michelle Schreiner. Die Außenbahnspielerin ergänzt: „Klar, geht man manchmal mit schlechter Laune oder wenig Lust ins Training. Aber wenn man dann rausgeht, ist die Laune doch immer gut.“ Dabei war der Körper etwas eingerostet. Es brauchte seine Zeit, bis sich die Routine wieder einstellte. „Es war etwas ungewohnt, wieder in der Halle zu stehen, aber ein schönes Gefühl. Man merkt natürlich, wenn man den Ball in die Hand nimmt, dass man abgebaut hat, dass die Schulter die Belastung nicht mehr gewohnt ist, dass es ein bisschen wehtut“, erzählt Schreiner.

Sie rennt normalerweise auf der rechten Außenbahn auf und ab. Anfänglich war an positions-spezifisches Training aber nicht zu denken. „Wenn du fast ein Jahr keinen Ball mehr geworfen hast, dauert es einfach ein paar Einheiten, bis alles wieder normal funktioniert.“

Trainer Tassone ergänzt: „Jeder Handballer kennt das: In der Halle wird erstmal der Ball geholt und aufs Tor geworfen. Und dann merkt man, es geht mit der Schulter doch nicht so gut. So eine lange Pause bedeutet immer, dass die Muskulatur sich abbaut, dass man Gefahr läuft, sich wehzutun.“ Und er erörtert: „Es musste uns im Training bewusst werden, dass wir dafür mehr tun müssen. Aber ich glaube, inzwischen haben die Spielerinnen das verstanden und sehen das gar nicht mehr so als Qual an wie am Anfang.“

Von seinem ursprünglichen Plan, das sogenannte „Core Training“ (das bedeutet das Stärken der Körpermitte), noch mehr in den Fokus zu rücken, wich er teilweise ab. Er erkannte: „Das handball-technische Training muss überwiegen, das habe ich auch gemerkt. Letztendlich sah das Training so aus: Wir machen uns warm, dann kommt eine kleine Konditions- und Krafteinheit. Und die restliche Zeit bringen wir auf für Handball. Am Ende des Tages sind wir Handballer und wollen Handball spielen.“

Nach Vorbereitungsspielen gegen die Bezirksligisten HG Itzenplitz (30:20) und HV Ommersheim (34:12) sowie den Saarlandligisten TuS Schwarzenbach (26:16) kann Tassone trotz des Karriere-Endes von Kreisläuferin Bonnie Cufaro „guten Gewissens in die Saison gehen, die nochmal mehr Wundertüte ist als je zuvor. Man muss nicht drüber reden, dass Mannschaften wie die HSG Marpingen-Alsweiler II mit ihrer A-Jugend in der Bundesliga und ihrer ersten Mannschaft in der 3. Liga sich in der Saarlandliga jeden Gegner holen können, wenn sie Bock haben. Ähnlich ist das beim SV 64 Zweibrücken. Aber der Rest ist einfach nur Spekulation.“

Der ASC Quierschied startet an diesem Sonntag, 19. September, mit dem Spiel beim TV Merchweiler in die Saarlandliga-Saison. Anwurf ist um 16 Uhr.