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ASC Quierschied und Veronika Gawron pausieren in Handball-Saarlandliga

ASC Quierschied : Corona bremst die Familientradition aus

Am Freitag wird Veronika Gawron 31. Für die Rückraumspielerin des Handball-Saarlandligisten ASC Quierschied ist es trotz der Corona-Einschränkungen ein besonderer Geburtstag – der erste mit Sohn Emilio.

Eine riesige Feier wie im Mannschaftssport oft üblich hätte Veronika Gawron ohnehin nicht veranstaltet, wenn sie an diesem Freitag, 18. Dezember, ihr 32. Lebensjahr einleitet. Schließlich stand im vergangenen Jahr erst die „große Drei“ inklusive angemessenem Fest an. „Normalerweise hätte ich dieses Jahr mit meinen engsten Freunden gefeiert“, beschreibt die Rückraumspielerin des Handball-Saarlandligisten ASC Quierschied ihren ursprünglichen Plan. Aufgrund der Corona-Pandemie fällt aber selbst die angedachte Zusammenkunft im kleinen Rahmen aus. Dennoch wird der Ehrentag in diesem Jahr für Veronika Gawron ein unvergesslicher. Denn es ist der erste mit ihrem Sohn Emilio, der im Juli zur Welt kam.

„Etwas Schöneres gibt es für mich nicht, als dass mein Partner und mein Kind bei mir sind. Es ist etwas Besonderes, denn unser kleiner Sonnenschein ist dieses Jahr dabei. Das macht das Ganze viel schöner“, strahlt Veronika Gawron. Nachdem sie Anfang zuerst Familie und engsten Freunden von ihrem Familienglück berichtet hatte, weihte sie Ende Januar auch ihre Mitspielerinnen beim ASC Quierschied ein.

„Ich habe das der Mannschaft nach dem Heimspiel gegen die HSG TVA/ATSV Saarbrücken mitgeteilt. Bevor ich es der gesamten Mannschaft mitteilte, habe ich es aber noch meiner Mitspielerin Svenja Hirth auf der Bank erzählt“, erinnert sich die Fast-31-Jährige an diesen einen Samstagabend in der Taubenfeldhalle, wo der ASC Quierschied seine Heimspiele austrägt. „Svenja antwortete, dass sie auch schwanger sei. Daraufhin haben wir uns kaputt gelacht“, erzählt die frisch gebackene Mama – und lacht.

Die Baby-Pause, die die Rückraumspielerin ab März einlegte, war ihre erste große Auszeit vom Handball. Veronika Gawron entstammt einer handballbegeisterten Familie, Ihre Mutter Aurelia spielte in Polen Handball, ihr Vater Christof als „Zwei-Meter-Riese“ beim TV Köllerbach. Auch ihre Schwestern Sylvia und Karoline und Bruder Christian waren alle im Handball aktiv.

Veronika Gawrons Karrierestationen waren in der Jugend der HSV Püttlingen, bei den Aktiven der TuS Neunkirchen (unter anderem in der 3. Liga), erneut der HSV Püttlingen (Oberliga) und für eine halbe Saison die HSG Ottweiler/Steinbach (Saarlandliga). Dem ASC Quierschied schloss sich die gelernte Einzelhandelskauffrau in der Winterpause 2017 an. Seit diesem Jahr wohnt sie auch in Quierschied.

Für den ASC stand Veronika Gawron bis September nicht mehr aktiv in der Halle auf dem Feld. „In der Schwangerschaft war ich ziemlich unruhig, da ich überhaupt nicht gewohnt bin, keinen Sport zu treiben. 26 Jahre Sport – und auf einmal nichts mehr. Ich wusste nicht, wohin mit der Energie“, erzählt sie. „Beim Zuschauen in der Halle wurde ich bald wahnsinnig. Das Kribbeln in den Händen und nicht spielen dürfen war schon hart.“

Wer Veronika Gawron lauscht, wie sie über ihre Sportart spricht, und davon schwärmen hört, welch Freude ihr das Training mit Übungsleiter Flavio Tassone bereitet, der hat eine Ahnung davon, wie es ihr ohne Sport erging. Flavio Tassone hatte die Mannschaft des ASC Quierschied zum Saisonstart von Max Brückerhoff übernommen. „Ich freue mich darüber, einen Trainer zu haben, der mit so viel Leidenschaft und Herzblut trainiert. Er ist sehr engagiert“, sagt die Leistungsträgerin.

Veronika Gawron war nach der Baby-Pause dann Mitte September in der Saisonvorbereitung wieder ins Training eingestiegen. Sie stand in den ersten beiden Saisonspielen auch wieder auf dem Feld – Balsam für die Seele. Dass der Sport nach zwei Spieltagen aber wieder stillsteht, sei nun doch eine größere Belastungsprobe für das Nervenkostüm. „Es ist schön, die erste Zeit als Familie in Ruhe gemeinsam zu verbringen und nicht in die Halle zu gehen, denn die Zeit bekommt man nicht zurück. Andererseits war und ist Handball meine Leidenschaft“, erzählt die 30-Jährige, die lachend zugibt: „Wortwörtlich brennt mir der Arsch zum Thema kein Handball zur Zeit. Ich finde es furchtbar, dass man nicht einmal Spiele schauen oder generell etwas zusammen mit der Mannschaft machen kann.“

Es ist nicht nur ihre eigene Liebe zum Handball, die den regelmäßigen Weg in die Halle zu etwas Wunderbarem macht. Veronika Gawron möchte diese Begeisterung in der Familie weitergeben. „Unsere Vorstellung lag darin, dass wir mit Emilio in die Halle gehen können. So habe ich das als Kleinkind erlebt, immer am Wochenende in den Hallen zu sein. Es gab für mich nichts Schöneres.“ Sodass vielleicht auch der kleine Emilio in ein paar Jahren die Liebe zum Handball entdecken und die sportliche Tradition der Familie Gawron fortführen wird.

www.asc-quierschied.de