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BBL: Wie Göttelborner und St. Ingberter im Ahrtal mit schwerem Gerät helfen

Mit Bagger und Tiefladern im Katastrophengebiet : Wie Göttelborner und St. Ingberter im Ahrtal mit schwerem Gerät helfen (mit Bildergalerie und Video)

BBL – eine Firma aus Göttelborn hilft mit der Firma Zintel aus St. Ingbert mit schwerem Gerät in den Katastrophengebieten. Ein unfassbar harter Job.

Eine sehr beeindruckende Hilfe im Flut-Katastrophengebiet Bad Neunahr-Ahrweiler leisten zur Zeit die BBL Unternehmensgruppe aus Quierschied und die Firma Markus Zintel aus St. Ingbert. Die beiden Bauunternehmen hörten am vergangenen Donnerstag von der unfassbaren Katastrophe und verschoben sofort alle aktuellen Baustellen. Am Freitagmorgen sind sie mit zehn Mitarbeitern und folgenden Geräten und Maschinen in die Pfalz gefahren: Caterpillar Planierraupe D6K (20 Tonnen), CAT Bagger 320 mit 20 Tonnen Einsatzgewicht, KAT Bagger 329 mit 30 Tonnen, KAT Bagger 336 (36 Tonnen) und ein VLVO Radlader L150 (25 Tonnen).

„Man kann sich das Ausmaß dieser Zerstörung nicht vorstellen. Es ist alles kaputt. Es gibt keine Brücken und keine Eisenbahnlinie mehr. Die Straßen sind auch weg. Es gibt keine Verbindung mehr zur Außenwelt“, sagt Ralf Britz von der Firma BBL. Hochwasser ist für die Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler nichts Neues. Aber eine meterhohe Flutwelle gab es noch nie. „Eine Frau hat mir erzählt, dass es auf einen Schlag unglaublich laut wurde und sie ins zweite Obergeschoss rannte. Dort stand sie Sekunden später bis zum Bauchnabel im Wasser“, erzählt Ralf Britz.

Seit Freitag arbeiten BBL und Zintel kostenlos in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie bauen Straßen, damit es wieder ein Zugang zu abgeschnittenen Häusern gibt. „Ein Haus war vier volle Tage völlig abgeschnitten. Dort lebt eine Familie mit einer pflegebedürftigen älteren Frau. Vier Tage ohne Strom, ohne Wasser, ohne Toilette. Unsere Mitarbeiter wurden von der Familie mit Wein beschenkt und es wurde ehrlicher, tiefer Dank ausgesprochen“, berichtet Ralf Britz.

Eine Lokalpolitikerin hat die beiden Firmen gebeten, ein Teilstück der dortigen Landstraße 267 wieder befahrbar zu machen. Hier war ein Abschnitt von etwa 100 Metern vollkommen weggespült worden, inklusive der parallel verlaufenden Bahntrasse und einer Bogenbrücke. Daran arbeiten sie aktuell. Je weiter sie ins abgeschnittene Krisengebiet vordringen, desto schockierender werden die Bilder. „Darüber kann man und soll man nicht sprechen. Jeder kann es sich vorstellen, was los ist, wenn so viele Menschen noch vermisst werden. Es gibt dort auch keine Tiere mehr. Hunde, Katzen, Kühe – alles weg“, erklärt Ralf Britz.

Mit Marc Sandmeier und Jürgen Weyland hat BBL zwei erfahrene Krisenmanager der Feuerwehr als Mitarbeiter. Die beiden leiten die Einsätze in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie arbeiten fast alle rund um die Uhr. Von Tankfahrzeugen werden sie mit Diesel für die Maschinen versorgt. Am kommenden Wochenende fährt ein weiterer Sattelzug von Quierschied aus nach Bad Neuenahr-Ahrweiler und bringt Trinkwasser. „Vor Ort helfen einfach alle mit, die können. Arbeiter werden mit Bussen in die Krisengebiete gefahren. Uns halfen zig Landwirte mit Ihren Traktoren und weitere Bauunternehmer. Die Menschen dort haben einfach nichts mehr, es ist unglaublich“, berichtet Ralf Britz.