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Mitarbeiter des Bauhofs Quierschied rüsten für Winter, Kälte und Schnee

Der Bauhof Quierschied vor dem Winter : Wie im Saarland mit großem Gerät gegen Schnee und Eis vorgegangen wird

Die Mitarbeiter des Bauhofs Quierschied sind für ihren Job auch während der kalten Wintertage gut vorbereitet.

Als der 36-jährige Mario Moreale im Juli vergangenen Jahres die Leitung des Quierschieder Bauhofs übernehmen durfte, war das für ihn die Erfüllung seiner Träume. Als gebürtiger Quierschieder, Sohn eines italienischen Einwanderers aus Silzilien, wollte er unbedingt in seine Heimatstadt. „Ich war zuvor viele Jahre lang in Sulzbach, das war auch ok, aber in Quierschied fühle ich mich einfach wohler. Was wir hier an Material und Ausstattung, auch an Personal haben, das ist einfach großartig.“

Jetzt, wo es Richtung Winter geht, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich schon früh in den Startlöchern, um sofort rauszufahren. Zwar ist der Winter- und Schneeräumdienst nur eine der vielen Aufgaben, die der Baubetriebshof tagtäglich beackert, aber er ist mithin auch der Wichtigste. „Wir haben hier über 40 Mitarbeiter, die alles am Laufen halten. Techniker, Fahrer, Elektriker, da ist alles dabei, viele schon seit über 20 Jahren“, so Moreale.

Früh aufstehen gehört in den Wintermonaten zum Alltag. Der erste Blick, wenn Moreale um vier Uhr morgens seinen Rechner anwirft, geht auf die Wetterprognose für den jeweiligen Tag. „Die Daten nehme ich mir immer von der Wetterstation in Friedrichsthal“, erzählt Moreale: „Darauf konnte ich mich bislang immer verlassen. Wenn dann Eis oder Schnee angesagt ist, heißt es erstmal, die Leute zusammenzutrommeln und den Fuhrpark entsprechend zu bestücken.“ Extra für den Besuch unserer Zeitung hat Moreale die Flotte so arrangiert, wie sie rausfährt, wenn es in Quierschied ernst wird. „Wir sind hier auch nur für die Wege in Quierschied selbst zuständig. Das Unternehmen BBL macht für uns die Straßen in Fischbach, Camphausen und Göttelborn“, erklärt er. Exakt 66 Kilometer Straßen, Geh- oder Fahrradwege und auch Friedhofszugänge müssen bei Schnee und Eis geräumt und gestreut werden. Der Baubetriebshof hält genügend Streumaterial auf Lager, um dies auch bei strengen Wintern zu gewährleisten.

„Wir brauchen für eine Tour bei normalem Schneeaufkommen so zwei bis drei Stunden für alle Wege“, erklärt Joachim Feldes. Der 44-jährige Familienvater ist seit 22 Jahren dabei und hat schon einige heftige Winter erlebt. „Der Winter 2010/2011 war besonders heftig hier“, erinnert er sich. „Da waren wir ständig draußen. Mit einem Räumen war es da nicht getan. Es wurde richtig lang und spät. Das sind dann so Tage, wo der Job auch richtig weh tut.“ Ansonsten aber mag er seine Arbeit, wie er versichert. Die verschiedenen Fahrzeuge zu bewegen hat ihm immer schon Spaß bereitet.

Auch Kollege Herbert Hißler (52) mag den Job. „Am Ende sieht man eben, was man getan hat. Und es gibt auch viele Leute, die sich dankbar zeigen und das ist doch auch was.“ Weniger schön sind dagegen solche Mitbürger, denen es nicht schnell genug geht oder die den Schnee von ihren Bürgersteigen auf die Straße verfrachten. Auch ist es nicht immer ganz leicht, die vielen am Straßenrand oft ungünstig geparkten Autos zu umschiffen.

„Zum Glück ist noch nichts Gravierendes passiert, aber hin und wieder hat es dann doch schon mal einen Rückspiegel gekostet“, meint Reinhard Michel (53), der wie seine Kollegen bei Schnee und Eis schon alles erlebt hat. Er ist seit 1991 bei der Truppe dabei. „Wir sind ein eingespieltes Team und es gibt wenig, was uns da noch aus der Ruhe bringen könnte“, sagt er: „Solange der Fuhrpark mitmacht, sollten wir die Sache hinbekommen.“

 Mario Moreale, Leiter des Baubetriebshofs seit Juli 2020, an seinem Arbeitsplatz
Mario Moreale, Leiter des Baubetriebshofs seit Juli 2020, an seinem Arbeitsplatz Foto: Dieter Steinmann
 Der Traktor ist vor allem für den Friedhof gut geeignet. Das Unternehmen ist auch für die engen Wege dort zuständig.
Der Traktor ist vor allem für den Friedhof gut geeignet. Das Unternehmen ist auch für die engen Wege dort zuständig. Foto: Dieter Steinmann

Die Männer strahlen eine ungeheure Ruhe aus, wissen, was sie jeweils zu tun haben und sind sich auch der Hilfe der Gemeinde sicher, wenn etwas nicht in Ordnung ist. „Das klappt ausgesprochen gut mit den Frauen und Männern vom Amt. Unser Bürgermeister Lutz Maurer verlangt von uns, dass wir uns zeitnah um die Beschwerden der Bürger in Sachen Gehwege, Radwege, Friedhofswege und Straßen kümmern, im Gegenzug aber veranlasst er auch stets, dass wir dazu auch in der Lage sind“, lobt Mario Moreale die gute Zusammenarbeit. Eine gute Voraussetzung für ebenso gute Arbeit der Beschäftigten, die motiviert und zufrieden ihrer Tätigkeit nachgehen. Wenn es sein muss, auch über einen Acht-Stunden-Tag hinaus. „Im Notfall“, so Joachim Feldes, „wenn es spiegelglatt wird und nichts mehr geht, dann fahren wir eben rückwärts, mit dem Streuer voraus.“ Bei dieser Einstellung dürften die Quierschieder ruhig schlafen können.