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"Leuchtturm" aus in Riegelsberg: Das Restaurant "Hüftgold" schließt

Kostenpflichtiger Inhalt: Restaurant-Projekt steht wieder leer : Riegelsberger Restaurant „Hüftgold“ schließt

An diesem Sonntag (30.) öffnet das Restaurant „Hüftgold“ in dem charakteristischen Bau auf dem Riegelsberger Marktplatz zum letzten Mal. Dem Aus geht ein Rechtsstreit voraus, denn der Inhaber klagt über Baumängel, der Investor streitet diese ab.

An diesem Sonntag ist Schluss. Dann wird das Restaurant „Hüftgold“ in Riegelsberg zum letzten Mal seine Türen öffnen. Der ungewöhnliche Bau in Form zweier versetzt aufeinander stehender Würfel auf dem Riegelsberger Markt war im Zuge der Marktplatzsanierung gebaut worden, und zwar mit hohen Erwartungen: Der „Stadtbalkon“ sollte – auch mit Dachterrasse – eine besonderer Anziehungspunkt und ein „Leuchtturmprojekt“ für den Markt und Riegelsberg werden. Nicht zuletzt Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) hatte dem große Bedeutung zugemessen. Im Sommer 2017 eröffnete dort das Restaurant „RiegelsBurger“, doch der Betreiber musste bald Insolvenz anmelden und knipste im August 2018 letztmals das Licht aus. Nach gut fünf Monaten Leerstand fand sich mit dem gelernten Koch Julian Britz ein neuer Betreiber – der nun wieder schließt. Wirtschaftlich sei es „sehr gut“ gelaufen, so der 25-Jährige am Freitag im Gespräch mit der SZ. Schon „vor Corona“ gab es einen Lieferservice, der in den vergangenen Monaten ausgebaut wurde, so dass es durch die Pandemie keine Einbußen gegeben habe, sondern der Lieferservice sogar „noch ein gutes Stück nachlegen konnte“.

Das Ende des „Hüftgold“ in Riegelsberg sei Baumängeln geschuldet; vor Gericht, so Britz, sei es zu einem Vergleich gekommen, durch den er schon jetzt statt erst in drei Jahren aus dem Vertrag herauskomme.  Es habe etwa massive Probleme mit der Lüftung gegeben – was auch Mitarbeiter des Vorgänger-Restaurants gegenüber der SZ beklagt hatten –, die Dachterrasse sei nie wirklich nutzbar gewesen, es habe auch „durchs Dach geregnet“, und wegen der am Haus  stehenden Mülltonnen habe er viele Vorwürfe zu hören bekommen, doch es habe von der Gemeinde nie einen Platz mit Absperrung für die Tonnen gegeben. Er bedauere den Wegzug, doch die Probleme selbst zu beseitigen sei wegen der in die Zehntausende gehenden Kosten nicht möglich.

Investor und Bauherr für das Gebäude war der Riegelsberger Bauunternehmer Josef Grassia, der damals rund 300 000 Euro in das Gebäude investierte. Das Grundstück gehört jedoch der Gemeinde, die damals mit dem Investor einen Erbpachtvertrag über 50 Jahre geschlossen hatte. Der Bürgermeister, so Britz, habe sich vor Übernahme des Pachtvertrags sehr für das Haus stark gemacht. Irgendeine Unterstützung habe es dann aber, als die Probleme auftraten, nie gegeben. Lediglich die Brauerei Krombacher habe ihn unterstützt.

Investor Grassia bestätigte den Vergleich, erklärte aber auch, dass es aus seiner Sicht um ein privates Thema gehe, das nichts für die Zeitung sei. Baumängel gebe es in dem Haus jedoch nicht. Schon bei der Insolvenz des „RiegelsBurger“ habe er viel Geld verloren.

Eine Neueröffnung des „Hüftgold“, so Britz, soll es  – „bei geringerer Miete“ – in Saarbrücken geben. Die Mitarbeiter würden dort, abgesehen von denen, die wegen der Entfernung nicht mitkommen wollten, wieder übernommen werden.