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1. FC Saarbrücken: Neuer Ärger um Rodenhof-Parken – was das Ordnungsamt sagt

Park-Kontrollen während FSC-Spielen : Erneut Knöllchen-Ärger auf Rodenhof: Was das Ordnungsamt dazu sagt

Auf dem Rodenhof gibt es erneut Ärger wegen des Parkens. Nachdem die Bewohner zunächst dagegen mobil gemacht haben, dass während der Spiele des 1. FCS ihre Straßen zugeparkt werden, sorgt nun das Gegenteil für Staunen und Zorn: Die Park-Kontrollen der Stadt treffen auch Menschen, die sie nicht treffen sollten.

Das mit dem Zettel hinter der Wndschutzscheibe kam Sabine Hoffmann gleich komisch vor. Sie wollte eigentlich nur ein Pizza essen. Dazu kommt sie immer wieder von Völklingen auf den Rodenhof. Dort wohnen einige ihrer Bekannten. Zusammen wollte man freitagsabends Geburtstag feiern. Als sie wie immer ihr Auto vor der Pizzeria parkte, fiel ihr der Zettel auf, der im Wagen, der vor ihrem geparkt war, auf dem Amarturenbrett lag. „Ich bin im Restaurant“, stand da drauf.

Im Restaurant fragte Sabine Hoffmann, was es mit dem Zettel auf sich habe. Der FC spiele, sagte man ihr, da kontrolliere jetzt das Ordnungsamt wegen Falschparkens. Dass man womöglich nicht vor der Pizzeria parken darf, wenn man dort Gast ist, kam Sabine Hoffmann absurd vor. Dennoch legte sie einen gleichlautenden Zettel in ihr Auto.

Ärger für Pizzeria-Gäste am Rodenhof

Etwas später gab es dann Stress. Mitarbeiter des Ordnungsamts tauchten auf und verteilten Knöllchen. Einige Gäste liefen auf die Straße. Ihnen sei erklärt worden, dass es nur Anwohnern erlaubt sei, während der FCS-Spiele im Wohngebiet zu parken. 15 Euro sollen Sabine Hoffmann und einige andere Restaurantbesucher nun zahlen. Sie werde den Anhörungsbogen ausfüllen und hoffe, dass die Stadt dann einsieht, dass diese Knöllchen Unsinn sind, sagt die Völklingerin.

Zum einen stehe da nirgendwo, dass man nicht parken darf, weil gerade ein Fußballspiel im Ludwigspark läuft. „Und woher soll man das auch wissen?“, fragt Hoffmann. Zum anderen sei das ja geschäftsschädigend, wenn eine Pizzeria keine Gäste mit Auto empfangen könne, weil Fußball gespielt wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ordnungsamt einlenkt, ist gering. Denn auch Bewohner des Rodenhofs dürfen während der Spiele des 1. FC Saarbrücken im Ludwigspark keine Besucher empfangen, jedenfalls keine, die mit dem Auto anreisen.

Keine parkenden Gäste während der FCS-Spiele

In einem Brief an eine Rodenhofer Familie bezieht sich das Ordnungsamt aufs „Anwohnerschutzkonzept für den Rodenhof“. Das sei  „während der Fußballspiele des 1. FC Saarbrücken wurde zum Schutz der Anwohner“ da. Dass die Bewohner des Stadtviertels damit nicht nur vor Fans, die wild parken geschützt werden, sondern auch vor erwünschtem Besuch, ist der Stadtverwaltung klar. „Diese Regelung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gäste der in der Anwohnerschutzzone lebenden Bewohner“, heißt es im Brief aus dem Ordnungsamt.

Neben den Anwohner-Parkausweisen sei zwar weiter vorgesehen, „noch Gästekarten an die Anwohner auszustellen“. Während der Fußballspiele gelten aber besondere Regeln, betont das Amt. Es sei „den Anwohnern zuzumuten auf ihre Gäste dahingehend einzuwirken, dass planbare Besuche nicht während der Fußballspiele durchgeführt werden“. „Sollten überraschenderweise Anwohner von Gästen besucht werden, besteht zudem die Möglichkeit, die Gäste auf die bestehende Parkregelung hinzuweisen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Da es ja insgesamt um den Schutz der Anwohner gehe, seien „die damit einhergehenden Nachteile für mögliche Besucher der Anlieger in diesem Zeitfenster im Gegenzug aber sicherlich auch zumutbar“.  

Auf dem Rodenhof schwanken die Reaktionen zwischen Ärger, Gelassenheit, Fassungslosigkeit und Erheiterung. In einer Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern des Rodenhofs, die sich auf der Internetplattform Facebook austauscht, schreibt zum Beispiel jemand: „Geburtagsfeiern oder sonstige Festlichkeiten müssen in Zukunft dann auch verschoben werden wegen eines FCS-Spiels.“

Ein Bewohner sieht schon folgenden Dialog auf sich zukommen: „Samstag 15Uhr, bei dir?" ‚Moment, muss mal nachschauen. Nee, geht nicht, da spielt der FC." „Das ist ja mal lächerlich“, findet er. „Und wenn Besuch über ein paar Tage kommt, muss der dann für ein paar Stunden umparken?“, fragt er. Außerdem sei da noch zu klären, was passiert, wenn der FCS mal die Woche über spiele. Dürfe dann auch niemand zum Arzt und dort parken?

 „Die Parkplatz- und Verkehrsituation war mir recht egal, aber mich, meinen Besuch, gerade am Wochenede nach dem FC Spielplan richten zu müssen, das ist mehr als nur lächerlich“, schreibt jemand.Und weil es dann immer heiße: „Ja aber, du bist doch da hingezogen. Der FC war vor dir da", sei zu sagen: „Ja, ich bin in eine Gegend mit Fußballstadion, Eisdiele, Edeka, Norma, Tankstelle, Bestattungsinstitut und Co. gezogen, waren alle vor mir da, aber diese Bestimmung kam nach mir.“

Der Rodenhof kommt also nicht zur Ruhe. Zumindest während der Spiele des 1. FC Saarbrücken.