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Bundesweite Teuerung bei Bus und Bahn: ÖPNV-Preise im Saarland stabil

Bundesweite Teuerung bei Bus und Bahn : Warum die Preise im Öffentlichen Saar-Nahverkehr stabil bleiben

Vielerorts in Deutschland steigen bald die Preise für Bus- und Bahnfahrten. Betroffen ist auch der Nahverkehr. Der Saarländische Verkehrsverbund hat seine Tarifreform schon durchgeführt. Wie lange die Ticketpreise im Saarland nun mindestens stabil bleiben sollen.

Viele Menschen in Deutschland müssen demnächst bei Bus- und Bahnfahren draufzahlen. So steigen bald die Preise im Fernverkehr: Für Fahrten außerhalb von Verbünden hatte die Deutsche Bahn einen Tarifaufschlag von 1,7 Prozent angekündigt und erhöht die Fahrpreise im Fernverkehr am 12. Dezember durchschnittlich um 1,9 Prozent. Aber in zahlreichen Regionen werden Fahrten auch im Nahverkehr teurer: Je nach Verkehrsverbund steigt der durchschnittliche Tarif um bis zu 5,5 Prozent.

Das geht aus Beschlüssen zur bevorstehenden Preisrunde zum Jahreswechsel hervor. Sprit, Strom, neue Angebote – in vielen Regionen sind das die wesentlichen Argumente für höhere Preise. Saarländerinnen und Saarländer, die mit Saarbahn oder Saar-Bussen unterwegs sind, müssen aber nicht mit einer Teuerung rechnen. „Die Tarife im Saarländischen Verkehrsverbund werden im kommenden Jahr nicht angepasst“, sagte Peter Gentes, Sprecher des Saarländischen Verkehrsverbunds (SaarVV) auf Anfrage. 2022 soll es also keine Preiserhöhung geben, schließlich griff im Saarland auch erst am 1. Juli eine Tarifreform im öffentlichen Personennahverkehr.

Tiefer in die Tasche greifen müssen etwa Reisende und Pendler, die im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg unterwegs sind. Dort steigen die Tarife zum ersten Mal seit drei Jahren und deshalb gleich um 5,5 Prozent im Durchschnitt. Der Einbruch der Fahrgeldeinnahmen bringe die 135 Mitgliedsunternehmen in starke Bedrängnis, hieß es. Nur in der Stadt Nürnberg selbst sorgen Millionen aus der Stadtkasse dafür, dass die Tarife noch einmal stabil bleiben können.

Angesichts bundesweit steigender Preise forderte der Verkehrsclub Deutschland: „Gerade wenn die Preise für Benzin und Diesel steigen, müssen Bus und Bahn für alle bezahlbar sein.“ Klimafreundliche Mobilität müsse günstiger sein als klimaschädliche Mobilität und stärker gefördert werden.

„Die Mobilitätswende braucht einen leistungsstarken und wirtschaftlich gesunden ÖPNV“, hieß es auch beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Die Branchenvertretung betonte jedoch: „Die Fahrgeldeinnahmen spielen dabei eine entscheidende Rolle.“ Die Strom-, Diesel- und Personalkosten seien auch während der Corona-Pandemie zum Teil deutlich gestiegen. Wie sich die Ticketpreise vor Ort entwickeln, entschieden die Verantwortlichen mit den Kommunen je nach wirtschaftlicher Situation.

Doch nicht überall müssen die Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen. Im Nahverkehr von Bremen, seinem niedersächsischen Umland sowie in Berlin und Brandenburg ändert sich nichts. Bremer können sich sogar über die zweite Nullrunde in Folge freuen. Diese Verkehrsverbünde nennen dafür ein Argument, das andere ausdrücklich für Preiserhöhungen nutzen: den Fahrgastrückgang in der Corona-Pandemie. Mit stabilen Preisen wollen sie die Kundinnen und Kunden zurück in Busse und Bahnen holen.

(dpa)