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Corona-Kolumne: Ärztin berichtet über Notaufnahme am Klinikum Saarbrücken

Corona-Kolumne: Winterberg-Oberärztin über ihren Alltag in der Pandemie : Worauf es in der Corona-Notaufnahme ankommt

In einer SZ-Kolumne berichten Ärzte und Pflegepersonal aus dem Saarland von ihren Corona-Erfahrungen – diesmal Susanne Biehl, Oberärztin der Corona-Notaufnahme am Klinikum Saarbrücken.

FFP-2-Maske, Haube, Schutzbrille, Schutzkittel, Handschuhe. So betrete ich täglich die Räumlichkeiten der Corona-Notaufnahme auf dem Winterberg. Es folgt der Blick in den Spiegel. Sitzt alles korrekt? Gemeinsam mit den Pflegekräften behandeln meine Kollegen und ich seit Monaten Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind. Um die Umgebung zu schützen, passiert dies in der Corona-Notaufnahme. Wir untersuchen, warten auf die Blutergebnisse und schauen uns die bildgebende Diagnostik an. Danach treffen wir die Entscheidung, in welchem Umfang ein Patient behandelt werden muss.

Dabei ist das Spektrum breit: Von einer Entlassung in die ambulante Weiterbetreuung bis hin zur schnellstmöglichen Verlegung auf die Intensivstation. Mir begegnen hier Menschen aller Altersklassen, auch schwersterkrankte junge Menschen ohne relevante Vorerkrankungen. Die Arbeit verläuft routiniert, sie ist für das Team zum Alltag geworden. Doch das stundenlange Tragen der Schutzkleidung ist anstrengend und das zunehmende Patientenaufkommen eine organisatorische Herausforderung. Neben der medizinischen Versorgung spielen die Sorgen und Ängste der Patienten sowie ihrer Angehörigen eine große Rolle. Empathie und eine offene Kommunikation sind deshalb umso wichtiger.

Die Schutzkleidung wird am Ende des Tages abgelegt. Was bleibt sind der Respekt vor der Erkrankung und die Hoffnung, dass die Kapazitäten ausreichen, um auch weiterhin alle Patienten bestmöglich versorgen zu können.

Susanne Biehl (32) ist Fachärztin für Innere Medizin des Klinikums Saarbrücken mit Zusatzweiterbildung Notfallmedizin und Oberärztin der Corona-Notaufnahme. In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie.