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Dicke Luft in Saarbrücken: OB Uwe Conradt knöpft sich seine Kritiker vor

Ärger um Fußballspiele im Ludwigspark : OB Conradt schlägt zurück: „Alle, die mich kritisieren, zeigen ihren eigenen Frust“

Auf dem Rodenhof brodelt es: Der Anwohner-Frust ist groß angesichts der „Nebenwirkungen“, die die Heimspiele des 1. FC Saarbrücken haben. In der Kritik steht nun Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU). Was er dazu sagt.

Herr Conradt, das Ludwigspark-Stadion ist im doppelten Sinne Ihre Baustelle. Erst der Umbau mit massiven Problemen, dann nach dem Spiel vor 6400 Zuschauern die Diskussion um die Verkehrssituation auf dem Rodenhof und die Proteste der Anwohner.  Was werden Sie tun?

UWE CONRADT Zunächst einmal: Ich habe bei meinem Amtsantritt einen Berg von Problemen übernommen, unter anderem das Ludwigsparkstadion. Dieser Berg ist kleiner geworden. Und ich habe meine beiden Versprechen eingehalten. Sie lauteten: Die Baustelle im ersten Schritt nach den vorhandenen Plänen zu Ende zu bringen und den FC Saarbrücken schnell wieder in den Ludwigspark zurückzubringen. Letztes Wochenende hat er hier zum 18. Mal gespielt, zum dritten Mal vor Zuschauern; erstmals waren es 6400.

Und schon begann die Diskussion. Anwohner ärgern sich über zugeparkte Straßen und Schulhöfe, die zu Parkplätzen wurden. Muss die Stadt nicht schnellstmöglich ein Park- und Sicherheitskonzept vorlegen?

CONRADT Die Pläne für den Umbau des Stadions waren  auch in allen Punkten, die den Verkehr betreffen, miserabel. Das reichte bis hin zu Fahrradbügeln, die nicht vorgesehen waren. Die haben wir jetzt noch installiert. E-Mobilität spielte überhaupt keine Rolle, auch hier werden wir nachbessern. Wir haben allerdings kein neues Stadion gebaut, sondern ein bestehendes Stadion umgebaut und erneuert. Baurechtlich war das mangelhafte Verkehrskonzept ausreichend.

 Die Kritik richtet sich aber nicht auf die Planer, sondern auf Sie als Oberbürgermeister.  Die SPD  etwa schreibt Ihnen die „volle Verantwortung für das Verkehrschaos und die unzureichende Parkplatzsituation“ zu.

CONRADT Alle, die mich kritisieren, zeigen ihren eigenen Frust und wollen davon ablenken, wer für diese Planung verantwortlich war.

Dennoch: Man erwartet von Ihnen die Lösung des Problems.

CONRADT Wir haben gezeigt, dass wir Probleme lösen können. Auch hier machen wir uns auf den Weg. Die Anwohner beklagen sich zurecht über das Park- und Verkehrschaos. Das Stadion liegt allerdings schon seit Jahrzehnten an einem Wohngebiet. Die Stadt  kann das nur zu einem Teil alleine lösen. Als Eigentümer des Stadions sind wir nicht Veranstalter. Ich habe mit dem Saarbahn-Chef gesprochen, damit er aktiv auf den FCS zugeht. Ein Shuttle-Service etwa könnte Entlastung bringen. Auch mit der Polizei spreche ich darüber, ob das Parken entlang der Camphauser Straße wieder ermöglicht werden kann. Wir können vieles vielleicht nicht entscheiden, führen aber Gespräche mit allen, die zur Verbesserung beitragen können.

Ihr Parteifreund Gerd Bauer schlägt unter anderem den Bau eines Parkdecks vor, um die Situation während der FCS-Spiele zu verbessern.Was halten Sie davon?

CONRADT Die Stadt kann selbst kein Parkdeck bauen, weil sie an die Verträge mit Q-Park gebunden ist - eine weitere Altlast. Man bräuchte also einen Investor. Und der wird natürlich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen. Ein Parkdeck nur für die Spiele des FC würde sich wirtschaftlich nicht tragen. Es müssten dann schon weitere Veranstaltungsangebote gemacht werden.