1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Für Besuch im Freibad braucht es im Saarland keinen Corona-Test mehr

Badespaß wird gelockert : Saarländer können ab jetzt ohne Test im Freibad schwimmen

Wer ab dem heutigen Freitag ins Freibad will, der braucht keinen negativen Coronatest mehr mitzubringen. Einige Einschränkungen gibt es für die Besucher aber immer noch.

Der Ministerrat hat am Dienstag weitere Öffnungsschritte im Rahmen des Saarland-Modells beschlossen, die auch mehr Lockerungen für Strand- und Freibäder vorsehen. So entfällt ab diesem Freitag die bisher geltende Testpflicht im Freibad. Bisher war der Einlass nur mit negativem Test, der nicht älter als 24 Stunden sein durfte, möglich. Wie eine Sprecherin des Gesundheitsministerium bestätigt, gelten aber die im Hygiene-Rahmenkonzept für Schwimmbäder vorgegebenen Abstandsregeln weiter. Die Bäder werden also auch nach den Lockerungen ab diesem Freitag weiterhin geringer ausgelastet sein.

Im Parkbad Wadgassen etwa verzeichnet man im Schnitt 50 Prozent weniger Gäste als im Normalbetrieb, wie ein Sprecher der Gemeinde auf Anfrage mitteilte. Für das Parkbad hat der Bäderbetrieb einen Hygieneplan entwickelt und zusätzliches Personal an den Eingängen. Einlass erhalten Badegäste nur per Online-Buchung, um Schlangen zu vermeiden und Kontakte nachzuverfolgen. Das Testzentrum vor Ort wurde sehr gut angenommen. Es gibt ein Leitsystem für Gäste, per Luca-App ist die Kontaktnachverfolgung im Biergarten geregelt, zudem gibt es zusätzliche Reinigung im Sanitärbereich mit Desinfektionsmitteln.

Orientierung für die zulässige Auslastung bieten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen. „Für die Berechnung der maximalen Besucherzahlen in den Freibädern muss nach dem Verhältnis von Wasserflächen zu Liegeflächen entschieden werden“, teilt Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Stadtwerke Saarbrücken Bädergesellschaft (SSB) auf Anfrage mit. Die SSB betreibt das Schwarzenbergbad und das Freibad Dudweiler sowie die Kombibäder in Fechingen und Altenkessel.

„An heißen Sommertagen geht man daher von einem Verhältnis von einem Drittel Besuchern im Wasser und zwei Dritteln Besuchern auf der Liegewiese aus“, führt Scharenberg-Fischer aus. Und macht klar, dass Badespaß für die Gäste erst einmal einigen Rechenaufwand für die Bäderbetreiber bedeutet: Zur Berechnung der maximalen Belastung der Schwimmbecken werde die DIN 19643-1 herangezogen. „Die Personenbelastung je Stunde wird dort mit 4,5 Quadratmetern für Schwimmer- und 2,7 Quadratmetern für Nichtschwimmerbecken angegeben. Von der daraus ermittelten Personenanzahl werden aktuell nur 75 Prozent berechnet“, teilt Scharenberg-Fischer mit. Diese Berechnungsmethode müsse zudem an die vorgegebenen Abstandsregelungen angepasst werden, insbesondere bei der Nutzung der Schwimmbecken. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass alle Besucher mit der Abstandsregelung (etwa 15 Quadratmeter) auf der Liegewiese gleichzeitig Platz haben müssen. Weil dies nicht zur Größe der Wasserflächen passe, werde bei der Berechnung der maximalen Besucheranzahl die Belegung der Wasserflächen als Größe angenommen. Summa summarum, aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln dürfen zur Zeit nur ein Drittel der sonst üblichen Besucher in die Freibäder.

Apropos Saarbrücker Bädergesellschaft: Da die Testpflicht in Hallenbädern weiterhin gilt, sollten Badegäste, die im Freibadteil des Kombibads Altenkessel baden wollen, dennoch weiterhin getestet sein. Denn: In dem Kombibad kann nicht zwischen Frei- und Hallenbad getrennt werden kann. Es gilt weiterhin der Nachweis eines der drei Gs – geimpft, genesen oder getestet.

Da es im August 2020 im Saarbrücker Schwarzenbergbad, dem „Totobad“, zu Tumulten kam, als zu viele Gäste auf einmal ins Bad wollten und sich verbale Schlachten mit dem Sicherheitspersonal lieferten, wurde das Sicherheitskonzept überarbeitet. „Der Personaleinsatz erfolgt nach Wetterlage, Ferienzeit und der Anzahl der Buchungen“, erklärt Scharenberg-Fischer. An stark frequentierten Tagen habe man etwa im Schwarzenbergbad eine Sicherheitskraft an der Absperrung am oberen Parkplatz,vier Sicherheitskräfte bleiben je nach Wetterlage insbesondere in den Ferien im Einsatz, und zwei Sicherheitskräfte sind im Bad unterwegs. „In erster Linie soll durch den Einsatz der Sicherheitskräfte eine Eskalation vermieden werden.“

Außerdem wurden Sicherheitskräfte, Absperrungen und Wegeführung an den Kassen verbessert und verstärkt. So wird bei hohem Gästeaufkommen auch der obere Parkplatz am Schwarzenbergbad gesperrt. Ist viel Betrieb zu erwarten, werden mehrere Kassen besetzt, außerdem wurde eine neue Kassensoftware angeschafft, die den „Check in“ beschleunigen soll.

Für den Eintritt braucht es ein Onlineticket. Für den Badezeitraum ab 15 Uhr werden keine Tickets mehr an der Kasse verkauft. Außerdem steht ein QR-Code an den Kassen zur Verfügung, um sich per Handy zu registrieren. So soll ein übermäßiges Aufkommen an Besuchern verhindert werden. Nur im ersten Zeitfenster ist eine Eintrittszahlung an der Kasse möglich.

Wer es in den Saarbrücker Freibädern entspannt mag, sollte laut Scharenberg-Fischer einen Besuch im ersten Zeitfenster buchen (9 bis 14 Uhr). Allen, die ungestört ihre Bahnen ziehen möchten, seien die Frühschwimmzeiten von 7 bis 9 Uhr im Kombibad Altenkessel (Mittwoch) und im Freibad Schwarzenberg (Dienstag, Donnerstag und Freitag) zu empfehlen.