1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Galerie Eileen Saarbrücken zeigt Arbeiten von Dorothee Wendel

Ausstellung von Dorothee Wendel in der Galerie Eileen : Sie wirft die Farbe „einfach“ auf die Leinwand

Die noch junge Galerie Eileen in der Saarbrücker Mainzer Straße, die erst vor einem Jahr eröffnet hat, stellt gerne Kunstwerke aus, deren Oberflächen eine besondere Struktur aufweisen. Da passen die Werke der Saarbrücker Künstlerin Dorothee Wendel ganz genau dazu.

Denn Dorothee Wendel „wirft“ ihre Farben auf die Leinwand – ganz ähnlich, wie man es vom „Action Painting“ her kennt.

Schon ein erster Blick in die Ausstellung zeigt, dass man es hier mit einer Künstlerin zu tun hat, die sich schon früh ganz auf diese Technik spezialisiert hat. „Eigentlich bin ich schon seit meiner Kindheit künstlerisch tätig“, erklärt Dorothee Wendel, Autodidaktin und freischaffende Künstlerin aus Ensheim in der Ausstellung „Zusammenhang“, die noch bis zum 29. Januar zu sehen ist.

Die erste Ausstellung hatte sie bereits im Jahr 1993, seither konnte sie ihre Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen in Saarbrücken, in der Region, aber auch in München, Berlin, Wien, Paris, Luxemburg und Antwerpen präsentieren.

Vor rund fünfzehn Jahren begann Dorothee Wendel dann, Farben ganz ohne Pinsel und Spachtel, sondern nur mit Schwung und direkt aus der Flasche, auf die Leinwand aufzubringen. Seither hat sie sich auf diese Technik festgelegt, damit ihren Stil gefunden. Ihre Malerei ist ungegenständlich, expressiv und es überrascht, wie unterschiedlich ihre Gemälde wirken, wie differenziert sie diese Technik ausüben kann.

Denn Dorothee Wendel gestaltet zuerst den Untergrund ihrer Gemälde, dann wirft sie mit viel Energie und Verve die Farben auf. Als Farben nutzt sie reine Acrylfarben, die weder mit Pasten noch mit Pulvern angereichert sind. „Die Temperatur der Farben ist wichtig“, erklärt sie ihre Technik. Daher lässt sie die Farben schon mal antrocknen, dann erhalten sie die Textur, die die Künstlerin bevorzugt.

Obwohl die Auftragsweise gleich ist, gelingt es der Künstlerin, abwechslungsreiche Ergebnisse zu erreichen. Meist werden die Farben linear und parallel aufgeworfen, dann aber auch kreuz und quer. Mal sind die Farbspuren ganz schmal, fast schon wie akkurate Linien, dann werden sie breit, unregelmäßig und tropfend. Dazu reduziert Dorothee Wendel sich auch in den Farben, neben viel Schwarz und Weiß ist etwas Rot, wenig Blau, dafür umso mehr Gold zu sehen.

Denn die Künstlerin bearbeitet ihre Werke nach dem Aufwurf auch schon mal weiter, setzt abschließend mit dem Spachtel kleine Akzente oder vollendet die Werke mit der Spraydose.

In der Ausstellung „Zusammenhang“ zeigt sie auch Gemälde, die mit Blattgold akzentuiert wurden. Dafür nutzt Dorothee Wendel 24-karätiges Blattgold, das in der Ausstellung eine große Leuchtkraft entwickelt und opulent wirkt.

Überhaupt ist die Ausstellung mit einem Augenzwinkern der Jahreszeit angepasst worden, denn neben strahlendem Gold findet sich auch ein „Weihnachtskalender“, eine Installation aus 24 quadratischen Leinwänden, mit kleiner Überraschung inklusive.

Von den rund 45 ausgestellten Gemälden sind die meisten Leinwände in quadratischem Format. „Das ist mein Lieblingsformat“, sagt Dorothee Wendel dazu. Und trotzdem fällt ein Werk der Ausstellung besonders auf. Denn in dem dreiteiligen „Sehnsucht diffus“ wirken die nur vereinzelt und übereinander geworfenen Farben vor einem hellgrau-roten Hintergrund fast schon wie winterliche Gräser in einer Schneelandschaft vor einem Sonnenuntergang. Hier wird aus der Abstraktion Gegenständliches. Auch darin zeigt sich die Künstlerin einfallsreich und ungewöhnlich.

Dorothee Wendel „Zusammenhang“, Ausstellung bis zum 29. Januar in der Galerie Eileen, Mainzer Straße 67, Saarbrücken. Geöffnet Donnerstag und Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr, sowie nach vorheriger Absprache

www.galerie-eileen.de

 Dorothee Wendel in ihrem Atelier in Ensheim.
Dorothee Wendel in ihrem Atelier in Ensheim. Foto: Wendel/Dorothee Wendel

http://dwendel.com/