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Stadtrat stellt am Donnerstag Weichen für Waldrodung in Gersweiler

Waldrodung in Gersweiler : Zukunftsprojekt oder „falsches Signal“

Der Stadtrat stellt am Donnerstag Weichen für Rodung von Wald in Gersweiler.

Die Lage ist ernst, wir müssen etwas tun. Das ist die Botschaft, die Ronald Maltha vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Saarbrücken und Renato Barachino von der Bürgerinitiative Pro Wald Gersweiler für die Menschen in der Region haben. „In diesen Wochen erleben wir wieder hautnah, wie ernst die Lage in Sachen Klimaerwärmung mittlerweile ist. Trockenheit und hohe Temperaturen setzen unserem Wald mehr und mehr zu“, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Weil der Wald „eine Art Ventilator ist und für ständige Luftbewegung und damit auch für Abkühlung in unseren Städten sorgt“, müsse er gerettet werden. Und zwar ganz konkret in der Krughütter Straße zwischen den Saarbrücker Stadtteilen Gersweiler und Klarenthal. Dass dort ein Waldstück „einer mehr als 100 Meter langen und bis zu 22 Meter hohen Halle aus Beton“ weichen soll, sei unverantwortlich. Die Maschinenbaufirma Woll plant dort eine Erweiterung ihrer Produktionsstätte (wir haben mehrfach berichtet).

Der Mensch brauche den Wald, um selbst zu überleben, sagen die Umweltaktivisten, „Aber in der Bauplanung von Saarbrücken scheint diese Tatsache immer noch nicht angekommen zu sein“, sagt Maltha. Aktuell seien in Saarbrücken insgesamt etwa zwölf Hektar Wald „durch neue Bauplanungen akut bedroht“. Daher laden die Bürgerinitiative und der BUND Saarbrücken zu einem großen Aktionstag zur Rettung des Waldes ein. Die Veranstaltung zum „Erdüberlastungstag“ soll auch ein „deutliches Signal an den Stadtrat“ sein.

Der beschäftigt sich aber schon am Donnerstag in einer Sondersitzung mit dem Bebauungsplan zum Vorhaben der Firma Woll. Warum diese Eile? Es gehe um „Zukunftsprojekte“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug, nämlich um die Pläne des „Familien- und Greentech-Unternehmens Woll“ und das Bebauungsplanverfahren zum Rathausblock in Dudweiler. Aber auch diese Sondersitzung sei fristgerecht einberufen worden. „Um beide Projekte, für die private Investoren etliche Millionen in der Landeshauptstadt ausgeben wollen, zügig voranzubringen, haben wir zur Sondersitzung eingeladen. Die nächste reguläre Sitzung wäre erst in knapp vier Wochen gewesen“, erklärt Blug.

BUND und Bürgerinitiative sprechen von einem „völlig falschen Signal“, das der Stadtrat da gebe, und finden: „Es reicht.“

Beginn des Aktionstages ist am Samstag, 22. August, um 14 Uhr auf dem Zimmerplatz in Gersweiler.