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Mit diesen einfachen Experten-Tricks machen Sie es Einbrechern schwer

SZ-Serie „Vorsicht! Gefahren im Saarland“ : Mit diesen einfachen Experten-Tricks machen Sie es Einbrechern bei Ihrem Zuhause richtig schwer

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die eigenen vier Wände vor Einbrechern zu schützen. Die SZ hat Experten befragt: Das sind die wichtigsten Tricks, um das eigene Zuhause so sicher wie möglich zu machen.

  Es gibt viele Möglichkeiten, um Wohnungseinbrüchen vorzubeugen. Das Angebot reicht von Produkten, die die Sicherheit von Türen und  Fenstern erhöhen, bis hin zur digitaler Technik, die Tätern mitteilt: „Lieber Einbrecher, Sie wurden erkannt. Die Polizei ist benachrichtigt.“

Als allererstes rät Johanna Gräve von der Pressestelle des Landespolizeipräsidiums jedoch:„Zunächst sollten die bereits vorhandenen Sicherungen genutzt werden.“ Das bedeute, dass die Haustür und die Fenster beim Verlassen der Wohnung immer verschlossen sind. Auch sollten Fenster  nicht in „Kippstellung“ bleiben, sagt die Kommissarin.

Zudem gebe es verschiedene Möglichkeiten, die eigenen vier Wände gegen Einbruch sicherer zu machen. „Diese sind jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig wie etwa das Alter, Material und die Beschaffenheit der Elemente“, erklärt Gräve und ergänzt: „Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Fenster durch Aufschraubkomponenten oder in dem Falz verbaute Produkte nachzurüsten.“  Grundsätzlich empfiehlt die Polizei, hier auf geprüfte und zertifizierte Artikel zurückzugreifen.

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Produkte unter die Lupe genommen. Bei Türschlössern sei es wichtig, „Zeitfresser“ einzubauen. „Drei Minuten sollte ein gutes Schloss dem Angriff einer Bohrmaschine standhalten“, rät die Verbraucherorganisation. Die besten Schließzylinder hätten den Einbruchsversuchen sehr gut standgehalten. Es gebe aber auch viele Modelle, denen verständliche Angaben zu wichtigen Sicherheitsmerkmalen fehlten, so das Urteil der Experten. Die Zylinder sollten übrigens mindestens fünf Stifte besitzen, lautet ein Tipp der Organisation.  

Nach deren Angaben dringen übrigens „nur“ 18 Prozent der Einbrecher durch die Haustüren, 27 Prozent dagegen durch Fenster sowie 50 Prozent durch die Balkon- und Terrassentüren in Wohnungen ein.  Um diese zu sichern, haben die Tester ebenfalls verschiedene Produkte untersucht und bewertet.

Tresore hat die Stiftung ebenfalls getestet: Die billigen Modelle ließen sich leicht entwenden und öffnen. Diese hielten maximal zwei Minuten massiver Aufbruchsversuche stand, lautet das Urteil. Die beiden teuersten Alternativen schnitten dagegen am besten ab. Darüber hinaus raten die Tester, Tresore mit Sicherheitszertifikaten von unabhängigen, europaweiten Institutionen zu wählen. Dies sei auch für den Versicherungsschutz wichtig. Daneben sollte ein Tresor solide verankert und gut versteckt werden.  

Um Einbrüchen vorzubeugen, biete die Polizei auch  diverse Vorbeugungs- und Beratungs-Maßnahmen an, so Johanna Gräve von der Pressestelle des Landespolizeipräsidiums. Dazu gehörten unter anderem Informationsstände auf Messen, in Baumärkten oder  Fußgängerzonen. Auch in der Presse und anderen Medien sowie am „Bürgertelefon“ gebe man regelmäßig Tipps. „Darüber hinaus wird auch eine präventive Beratung des privaten Wohnanwesens sowie von gewerblich genutzten Objekten von der polizeilichen Kriminalprävention angeboten“, ergänzt die Kommissarin.

Auch auf Vorträge, unter anderem  bei Vereinen, Verbänden und Volkshochschulen, setze die Polizei. Die Verbraucherzentrale des Saarlandes bietet ebenfalls zusammen mit der Kripo Infoabende zur Einbruchs-Prävention an. Für Fenster hat die Organisation auf ihrer Internetseite auch einige Tipps zusammengestellt, wie diese einbruchshemmend  saniert werden können.

Denn die Verbraucherschützer wissen: „Geübte Einbrecher hebeln ein Fenster in weniger als 30 Sekunden mit einem Schraubendreher auf, wenn es nur einfache Rollzapfenverschlüsse hat. Deutlich schwerer haben es Langfinger bei Verriegelungssystemen, die auf Pilzkopfzapfen setzen und nachgerüstet werden können. Dabei verhaken sich die Zapfen am Fensterflügel mit dem Rahmen.“ Zusätzliche Sicherungen an Schlössern und Scharnieren nachzurüsten, sei fast immer möglich. Zumal abschließbare Griffe gleichzeitig auch als Kindersicherung dienen könnten und  das Fenster auch vorm Aufhebeln sichern würden. Einbruchhemmende Verglasungen bieten einen zusätzlichen Schutz, so die Verbraucherzentrale des Saarlandes weiter.  

Diese Versicherung sollte jeder haben

Um gegen Schäden durch Einbruchdiebstahl abgesichert zu sein, sei der Abschluss einer Hausratversicherung auf jeden Fall sinnvoll, rät die in Saarbrücken ansässige Cosmos Direk“-Versicherungsgruppe. Das sieht auch René Seelbach, Sprecher der Saarland-Versicherungen, so. Neben den gestohlenen Sachen komme diese Versicherung auch für durch den Einbruch entstandene Vandalismusschäden auf. Schäden am Gebäude durch den Einbruch würden dagegen durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt.

Wer vor dem Schadensfall Präventionsmaßnahmen ergreife, erhält bei Cosmos-Direkt nach Auskünften der Pressestelle zwar keine Beitrags-Rabatte oder ähnliches. Die Kunden könnten jedoch bei einem Smart-Home-Spezialisten, mit dem man kooperiere, einen Nachlass auf entsprechende Geräte gewährt bekommen. „Wir setzen auf  Prävention und Schutz, bevor ein Schaden entsteht“, Betont Sabine Gemballa von der Cosmos-Pressestelle.

Auch für die Saarland-Versicherungen spielt die digitale Technik in diesem Bereich eine wichtige Rolle. So gibt es in den Saarbrücker Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Mainzer Straße einen sogenannten „Smart Room“, also einen „intelligenten Raum“. Dort werden auch Präventions-Maßnahmen gegen Einbruch vorgestellt.

Allerdings: Sollte trotz allem eingebrochen werden, seien die Verbraucher mit einer Hausratsversicherung gut bedient, die auch bei grober Fahrlässigkeit, also zum Beispiel dann, wenn die Tür nur zugezogenen wurde, voll zahlt, erklärt die Stiftung Warentest. Ob eine Gesellschaft nun einen Beitragsrabatt für den Einbau eines smarten Sicherheitssystems gewährt, ist zumindest für die Verbraucherorganisation weniger von Bedeutung.

 Hier gibt es alle Artikel zur SZ-Serie „Vorsicht! Gefahren im Saarland“.

Weitere Infos: Die polizeiliche Kriminalprävention im Saarland ist unter Tel. (06 81) 9 62 35 35 erreichbar.

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes gibt im Internet unter www.verbraucherzentrale-saarland.de Tipps zur Abwehr von Einbrechern bei der Sanierung von Fenstern.

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Produkte rund um das Thema Einbruchsschutz unter die Lupe genommen. www.test.de.